Steuererklärung? Jetzt aber schnell!

Steuererklärung? Jetzt aber schnell!

  • Wer seine Steuer selber macht, hat Zeit bis Ende Mai
  • Mit einem Steuerberater hat man bis Jahresende Zeit
  • "Außergewöhnliche Belastungen" kann man absetzen

Für die Abgabe der Steuererklärung gibt es unterschiedliche Fristen. Wer dazu verpflichtet ist und wer nicht, regelt das Einkommensteuergesetz und das zuständige Finanzamt gibt dazu Auskunft. Ist die Erklärung Pflicht, hat man bis Ende Mai Zeit, seine Einkünfte und Ausgaben des Vorjahres darzulegen. Holt man sich professionelle Hilfe von Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein dazu, verlängert sich die Frist bis Ende des Jahres. Wer seine Steuererklärung freiwillig abgibt, hat vier Jahre Zeit.

Steuererklärung? Jetzt aber schnell!

WDR 2 Quintessenz | 22.05.2017 | 03:33 Min.

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Skurriles bei der Steuererklärung

WDR 2 Quintessenz | 22.05.2017 | 03:32 Min.

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Die Arbeitnehmerpauschale

Für diejenigen, die Steuern zahlen, kommt es darauf an, ihr zu versteuerndes Einkommen um alle vom Finanzamt anerkannten Ausgaben zu mindern. Jeder Arbeitnehmer kann im Jahr 1.000 Euro pauschal für Werbungskosten von seinen Brutto-Einkünften abziehen. Das heißt: Bei einem Jahresverdienst von beispielsweise 30.000 Euro sind nach Abzug der Pauschale nur noch 29.000 Euro steuerpflichtig. Die Pauschale lohnt sich für die, die tatsächlich weniger Werbungskosten haben oder nicht so viel mehr, dass sie sich die Mühe einer Einzelaufschlüsselung machen wollen. Ansonsten gilt: Jeder Euro mehr bei den Ausgaben vermindert die Steuerlast. Und da kommen viele schon mit den Fahrtkosten über den Freibetrag.

Die Entfernungspauschale

Die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsplatz kann bei der Steuererklärung geltend gemacht werden - mit der Entfernungspauschale. Für jeden Kilometer dürfen Arbeitnehmer 30 Cent absetzen – ganz egal, ob die Strecke mit dem Auto, dem Fahrrad, der Bahn oder zu Fuß zurückgelegt wird. Eine Kilometerbegrenzung gibt es zwar nicht, wohl aber einen Höchstbetrag. Maximal 4.500 Euro im Jahr sind möglich. Es sei denn, der eigene Pkw wird für den täglichen Weg zur Arbeit genutzt, dann gilt die Begrenzung nämlich nicht.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Egal, ob jemand zur Miete oder in einem Eigenheim lebt: Die Kosten für so genannte haushaltsnahe Dienstleistungen können bei der Steuererklärung angegeben werden. Dazu zählen Handwerksarbeiten genauso wie Putzhilfen oder Schornsteinfeger. Für die jeweiligen Dienstleistungen gelten allerdings unterschiedliche Höchstgrenzen. So können die Kosten für Handwerker bis zu 20 Prozent abgesetzt werden, maximal bis 1.200 Euro im Jahr. Die Kosten für ein Kindermädchen oder den Gärtner können bis zu einer Höchstgrenze von 4.000 Euro als haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis abgesetzt werden. Wichtig: Bei Minijobs auf 450-Euro-Basis liegt die Höchstgrenze bei 510 Euro.

Außergewöhnliche Belastungen

Wer sich zum Beispiel scheiden lässt oder einen Sterbefall in der Familie hat, kann die dadurch entstandenen Ausgaben steuerlich geltend machen. Und wer nach einem Brand oder einem Hochwasser lebensnotwendige Gegenstände neu anschaffen muss, kann die Kosten dafür ebenfalls bei der Steuer angeben. Das gilt – unter Umständen – auch für so genannte Krankheitskosten. Wer eine neue Brille braucht, Zuschüsse zu einer Kur zahlen oder freiverkäufliche Medikamente kaufen muss, kann sich einen Teil der Ausgaben ebenfalls vom Finanzamt zurückholen. Wichtig ist allerdings: Es gibt eine „zumutbare Eigenbelastung“. Wie hoch die ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel dem Einkommen, dem Familienstand und der Zahl der Kinder. Nur was über diesen Betrag hinausgeht, ist steuerlich absetzbar. Die meisten Menschen erreichen diese Grenze in der Regel nicht. Wer aber chronisch krank ist oder in einem Jahr besonders viele Kosten durch eine Krankheit hat, sollte prüfen, ob die nicht teilweise doch abgesetzt werden können.

Stand: 15.05.2017, 09:50