Social Selling - warum Verkaufspartys boomen

Social Selling - warum Verkaufspartys boomen

Von Maike Busse

Ob Tupperware, Avon oder Thermomix - Verkaufspartys gibt es schon lange. Doch seit einiger Zeit gibt es einen regelrechten Social-Selling-Boom. Immer mehr Marken nutzen den Direktverkauf.

Was ist Social Selling?
Der Begriff hört sich stark nach Internet-Community an. Tatsächlich heißt „Social Selling“ übersetzt erst einmal nichts anderes als „in einer Gruppe verkaufen“. Es können also digitale Gruppen im Internet dazu genutzt werden, aber auch Face-to-Face Verkäufe im realen Leben damit gemeint sein.

Im Direktvertrieb beschreibt der Begriff „Social Selling“ beispielsweise nicht mehr und nicht weniger als Verkaufspartys im heimischen Wohnzimmer. Moderne Social-Selling-Partys boomen. So findet in Deutschland durchschnittlich alle 22 Sekunden eine neue Verkaufsparty statt. Fast eine Million selbstständige Beraterinnen und Berater sind in Deutschland inzwischen für rund 500 Direktvertriebe tätig.

So ist der Direktvertrieb in den letzten Jahren auf 15 Milliarden Euro gewachsen. Zum Vergleich: Im Onlinehandel waren es 53 Milliarden. Bei Verkaufspartys wird aber nur jede 200. Bestellung wieder zurückgegeben. Im Onlinehandel ist dagegen jeder Siebte unzufrieden und tauscht um. Als Grund dafür gilt die fehlende Beratung im Internet. Auf einer Verkaufsparty haben die Kunden die Produkte stattdessen meist ausgiebig getestet.

Ihr altbackenes Image haben die Verkaufspartys von Tupperware, Thermomix, Avon und Co. abgeschüttelt. Marktführer sind aber immer noch die Branchen rund um Haushaltshelfer und Kosmetik. Doch auch immer mehr junge, hippe Marken und exotische Produkte nutzen den Weg des Direktverkaufs - also ohne Zwischenhändler oder Ladenlokal.

Mehrere Frauen schauen sich die Ware bei einem Social-Selling-Event an.

Moderne Social-Selling-Partys boomen zur Zeit in Deutschland.

Job-Einstieg: Frauen im Vormarsch

Durch flexible Arbeitszeiten bietet Social Selling besonders Müttern Karrierechancen. Tatsächlich sind 79 Prozent der Vertriebspartner im Direktvertrieb Frauen. Um beim Social Selling erfolgreich zu sein, ist keine besondere Ausbildung nötig. Auch das Alter ist nicht entscheidend. Ein Gespür für die Bedürfnisse der Kunden zu haben und der Spaß am Umgang mit anderen Menschen zählt umso mehr. Honoriert wird der Einsatz vor allem über Provisionen der verkauften Waren. Sie liegen oft zwischen 20 bis 35 Prozent.

Vorsicht ist geboten bei Unternehmen, die hohe Einstiegskosten oder generell Einstiegskosten ohne Gegenwert fordern. Auch bei Unternehmen, die mit übertriebenen Verdienstmöglichkeiten werben, sollte man vorsichtig sein.

Über ein Gewerbe, Neben- oder Kleingewerbe müssen Sie den Job als Social Seller beim Finanzamt anmelden. Möchten Sie zusätzlich neben Ihrem Hauptjob einsteigen, sollten Sie vorher auch Ihren Chef um Erlaubnis fragen. Wer sich für den Beruf des/der Verkaufs- Beraters/in interessiert, kann sich auf einer entsprechenden Party oder im Internet über den Einstieg informieren.

Stand: 29.08.2016, 10:48