Reiserücktrittsversicherung: Wann lohnt sie sich?

Reiserücktrittsversicherung: Wann lohnt sie sich?

Von Michael Westerhoff

Ölkatastrophe, politische Unruhen, Wirbelsturm – wer seine Reise langfristig bucht, kann nicht absehen, ob es bei Reiseantritt am Urlaubsort noch so aussieht wie zum Zeitpunkt der Buchung. Eine Reise kostenlos zu stornieren, ist jedoch gar nicht so einfach.

Was gilt als Rücktrittsgrund für eine Reise?

Die Rechtssprechung hat die Hürde für eine kostenlose Stornierung einer Reise sehr hoch gelegt. Wenn Gefahr für Leib und Leben besteht oder der Urlaub nicht wie geplant durchgeführt werden kann, ist ein Reiserücktritt möglich. In der Regel muss es eine Naturkatastrophe, Terror oder politische Unruhen am Ort geben.

Reiserücktrittsversicherung

WDR 2 Quintessenz | 17.05.2016 | 02:50 Min.

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Was ist, wenn der Strand Ölverschmutzt ist?

Kann ein anderer Strand genutzt werden, gilt die Verschmutzung nicht als Grund, um kostenlos zu stornieren. Nur wenn ein Strandurlaub überhaupt nicht mehr möglich ist, darf der Reisende stornieren.

Die Bundesregierung warnt vor einem Ziel, darf ich von der Reise zurücktreten?

Es gibt unterschiedliche Warnstufen. Wenn in der Warnung dringend von der Reise ins Land abgeraten wird, gilt dies als höhere Gewalt. Damit darf kostenlos storniert werden. Aber Achtung! Bestand die Reisewarnung schon zum Buchungszeitpunkt und der Urlauber hat sich trotzdem für das Ziel in der Unruhe-Region entscheiden, darf er nicht zurücktreten. Dasselbe gilt übrigens, wenn – wie im Fall oben – der Öltanker bereits vor der Buchung auf Grund gelaufen ist.

Auf einer Kreuzfahrt wurden Ziele wegen politischer Unruhen gestrichen. Darf ich von der Reise zurücktreten?

Ein kniffliger Fall. Kann die ganze Route nicht wie geplant gefahren werden, kann auch die Reise storniert werden. Anders sieht es aus, wenn nur einzelne Stopps ausfallen. Dann kann der Reisende in der Regel später den Reisepreis mindern.

Kann ich meine Reise umbuchen, wenn mir mein Ziel zu gefährlich ist?

Häufig sind Reiseveranstalter kulant, wenn es Anzeichen von politischen Unruhen gibt. Wer es mit der Angst zu tun bekommt, kann beim Reiseveranstalter nach einer Umbuchung fragen. So lange aber keine offizielle Reisewarnung der Bundesregierung vorliegt, geschieht eine Umbuchung auf freiwilliger Basis.

Hilft eine Reiserücktrittsversicherung?

Nein. Wer eine solche Versicherung abgeschlossen hat, darf zum Beispiel bei Krankheit oder einem Todesfall in der Familie kostenlos stornieren. Angst vor Terroranschlägen am Urlaubsort sind kein gültiger Rücktrittsgrund.

Stand: 17.05.2016, 05:00