Nebenkostenabrechnung - Maximal zwölf Monate Zeit

Nebenkostenabrechnung

Nebenkostenabrechnung - Maximal zwölf Monate Zeit

Vermieter haben für die Nebenkostenabrechnung zwölf Monate Zeit. Schaffen sie die Aufstellung nicht innerhalb dieses Zeitraums, muss der Mieter eine Nachforderung in der Regel nicht mehr begleichen. Das hat der Bundesgerichtshof (Az. VIII ZR 249/15) jetzt noch mal bekräftigt.

Im vorliegenden Fall hatte der Vermieter einer Eigentumswohnung die Abrechnung für 2010 und 2011 erst im Jahr 2013 geliefert. Der Grund: Die Hausverwaltung hatte zuvor keine ordnungsgemäßen Abrechnungen erstellt. Erst eine neue Verwaltung lieferte diese dann Ende 2013. Trotzdem muss der Mieter die zu wenig gezahlten Betriebskosten nicht nachzahlen. Die Begründung der Richter: Der Vermieter hätte nicht einfach auf die Abrechnung der Hausverwaltung warten dürfen, sondern selbst aktiv werden müssen. Es gibt nur wenige Ausnahmen von der zwölf-Monats-Regel, so der Deutsche Mieterbund: Eine ist eine Erkrankung des Verwalters, eine weitere wenn die Belege durch einen Brand vernichtet worden sind.

Die häufigsten Fehler

Bei der so genannten zweiten Miete gibt es vier typische Fehler:

  1. In vielen Fällen haben die Vermieter die Vorauszahlungen falsch berechnet. Das ist die Pauschale, die Mieter jeden Monat für die Nebenkosten überweisen. Diese Vorauszahlung wird teilweise im Laufe des Jahres erhöht, die Erhöhung wird von Vermietern in ihrer Rechnung aber manchmal vergessen.
  2. Die einzelnen Posten der Nebenkosten werden falsch zusammengerechnet. Insbesondere dann, wenn Vermieter die Abrechnung nicht mit dem Computer erstellen kommt es hier zu Fehlern.
  3. In Häusern mit mehreren Parteien werden Nebenkosten auf alle Parteien umgerechnet. Hierbei gibt es zwei Methoden: Entweder werden die Kosten pro Person, oder nach Quadratmetern umgerechnet. Welche Methode korrekt ist, steht im Mietvertrag. Teilweise werden die Methoden von Vermietern verwechselt. Hier lohnt sich ein Blick in den Mietvertrag.
  4. Nur laufende Kosten dürfen über die Nebenkostenabrechnung abgerechnet werden. Dazu zählen Kosten für Versicherungen, Müllentsorgung oder Abwasser. Nicht aber Kosten für Reparaturen. Welche Kosten abgerechnet werden dürfen steht im Mietvertrag.

Knackpunkt laufende Kosten

In manchen Fällen ist nicht klar ob Kosten laufend oder einmalig sind. Ein typisches Beispiel ist der Hausmeisterservice. Laufende Kosten sind bei ihm Wartungs- und Reinigungsarbeiten. Einmalige Kosten sind Reparaturen. Vermieter müssen diese Kosten voneinander trennen. Wer hier auf Nummer Sicher gehen will, sollte sich die Belege von seinem Vermieter zeigen lassen. Erster Anhaltspunkt kann hier ein Vergleich der aktuellen Abrechnung mit der aus dem Vorjahr sein. Sind die Kosten deutlich höher, beim Vermieter nach dem Grund für die Erhöhung fragen.

Nebenkostenabrechnung

WDR 2 Quintessenz - Tipps und Trends | 21.04.2017 | 02:38 Min.

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Kostenpunkt Heizkosten

Ein großer Kostenpunkt auf einer Nebenkostenabrechnung sind die Heizkosten. Hier ist der Gesetzgeber besonders streng: Der Vermieter ist (mit wenigen Ausnahmen) verpflichtet, eine verbrauchsabhängige Abrechnung zu erstellen.

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass nur ein Teil der Kosten, nämlich zwischen 50 und 70 Prozent, nach dem Verbrauch abgerechnet werden dürfen. Die restlichen 30 bis 50 Prozent werden nach Quadratmetern abgerechnet.

Einspruch ohne Anwalt

Nachzahlungen müssen innerhalb von einem Monat beglichen werden. Einsprüche sind innerhalb von einem Jahr möglich. Hat sich der Vermieter verrechnet oder einmalige Kosten abgerechnet, kann der Mieter diese Kosten selber herausrechnen und eine Rückzahlung verlangen. Ein Anwalt wird nicht benötigt.

Vorteile bei der Steuer

Manche Posten auf der Nebenkostenabrechnung lassen sich von der Steuer absetzen. Möglich ist das aber nur bei so genannten „haushaltsnahmen Dienstleistungen“: Wird in einem Mietshaus zum Beispiel von einem Reinigungsdienst die Treppen geputzt, lassen sich diese Kosten absetzen. Hierfür braucht das Finanzamt eine Bescheinigung vom Vermieter.

Stand: 21.04.2017, 13:05