Teure Urkunden

Führungszeugnis

Teure Urkunden

Urkunden, zum Beispiel eine Eheurkunde oder eine Geburtsurkunde, stellen die Städte oder Gemeinden aus. Auch online ist das meist möglich. Aber wer nicht genau hinguckt zahlt oft drauf – oder bekommt statt seines Führungszeugnisses lediglich einen Ratgeber.

Bei der Internet-Recherche nach dem richtigen Ansprechpartner für eine Urkunde oder einem Führungszeugnis, sollte man sich etwas Zeit nehmen. Denn wer mal eben "nebenbei" über das Internet eine Urkunde beim Standesamt anfordern will, landet leicht auf Seiten wie standesamt.de und standesamtweb.com. Der Haken: Man sendet seine Anfragen nicht an die Ämter selbst, sondern an einen Dienstleister, der die Nachrichten an die Ämter weiterleitet – was er sich entsprechend bezahlen lässt.

Teure Urkunden

WDR 2 Quintessenz - Tipps und Trends | 20.04.2017 | 02:37 Min.

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Die Verbraucherzentrale NRW hat sich die Dienstleister-Seiten genauer angesehen und festgestellt: Wer etwa über standesamtweb.com eine Geburtsurkunde anfordert, zahlt 35 Euro für den "Normal-Service". Vier Euro mehr werden für den "Schnell-Service" erhoben. Worin der Unterschied liegt, erfährt der Nutzer an der Stelle nicht. Allerdings merkt er bald den Unterschied zur Bestellung direkt beim Standesamt: Das schickt nämlich zusätzlich eine Rechnung über die Bearbeitungsgebühr für das Ausstellen der Urkunde. Unklar ist auch, wer hinter der Seite standesamtweb.com steht. Ein Impressum sucht man vergebens.

Führungszeugnis: Ratgeber statt Dokument

Auch über die Seite fuehrungszeugnis.net beschweren sich Verbraucher bei der Verbraucherzentrale. Prominent listet die Seite drei Schritte auf: "1. Bestellen Sie jetzt bei uns, 2. Halten Sie sich an unsere Anleitung, 3. Beantragen Sie das Führungszeugnis." Doch wer ganz oben auf der Internetseite unter den großen Buchstaben "Führungszeugnis" auch noch die kleinen wahrnimmt, erkennt, was er für 13 Euro statt seines Dokuments tatsächlich bekommt: den "Ratgeber zum Download, wie man ein Führungszeugnis online beantragt". Dabei sind sämtliche nötigen Infos auch kostenlos zu bekommen, betonen die Verbraucherschützer. Das Bundesjustizamt stellt alle Fragen und Antworten kostenfrei zur Verfügung, inklusive Link zum Beantragen des Führungszeugnisses. (Quelle: Verbraucherzentrale NRW)

Die Verbraucherzentrale NRW hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt:

Viele Dokumente vom Standesamt oder etwa ein Führungszeugnis können Sie im Internet beantragen.

  • Dienstleister aus dem Internet machen ein Geschäft damit, die Anfragen an Behörden weiterzuleiten und dafür extra abzukassieren.
  • Tipp: Direkt die Internetseite der eigenen Gemeinde aufrufen.

Stand: 20.04.2017, 13:20