Digital bezahlen

Ein Handy mit der Nahbereichskommunikationstechnik NFC Near Field Communication

Digital bezahlen

Von Anne Schneider

Immer mehr Verbraucher bezahlen Wochenendeinkauf, neue Bluse oder die Spieleapp mit Smartphone oder Tablet – oder halten an der Kasse einfach die Kreditkarte ein paar Zentimeter vor das Lesegerät. So viele, dass die Verbraucherzentralen das digitale Bezahlen zum Thema des Weltverbrauchertags (am 15.03.) gemacht haben.

NFC - Near Field Communication

Das Verfahren, wo man die Karte oder das Smartphone nur ein paar Zentimeter vor das Lesegerät halten muss, heißt NFC. NFC steht für Near Field Communication. Das heißt also Kommunikation im nahen Umfeld. Und nah muss man dem Bezahlterminal auch kommen – maximal vier Zentimeter Abstand dürfen es sein. Kleinere Beträge bis zu 25 Euro können so ganz schnell bezahlt werden. Nämlich ohne Sicherheitscode.

Bei der Kreditkarte findet man den Betrag dann auf der Monatsabrechnung wieder. Beim Smartphone geht das Ganze über eine App – und da muss natürlich auch eine Zahlungsmöglichkeit hinterlegt sein. Zum Beispiel eine Kredit- oder EC-Karte. Die Registrierung dauert manchmal ein paar Tage. Das lässt sich also nicht mal eben vor dem Supermarkt einrichten, weil man grade das Portmonee vergessen hat.

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WDR 2 Quintessenz - Tipps und Trends | 15.03.2017 | 03:16 Min.

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Der Bezahl-Code

Manchmal funktioniert das Bezahlen via Smartphone auch mit einem QR-Bezahl-Code. Auch da muss man vorher eine entsprechende App runterladen und erstmal Zahlungs- und Registrierungsdaten eingeben. Der Bezahlcode wird dann an der Kasse gescannt und der Betrag vom Konto abgebucht. Zum Beispiel per SEPA-Lastschrift oder Paypal. Wichtig ist: Das geht nur, wenn das Handy auch mit dem Internet verbunden ist. Im Funkloch oder wenn das Datenvolumen schon versurft wurde, steht man plötzlich ohne digitales Geld vor der Kassiererin.

Die Sache mit der Sicherheit

Natürlich kann man die Daten auch hier über eine App ausspähen – allerdings nur im Umkreis von vier Zentimetern. Das würde wohl meistens auffallen. Bei der Kreditkarte bekommen die Hacker so aber auch nur die Kartennummer und das Gültigkeitsdatum. Die Prüfziffer wird nicht übertragen – und mit diesen Informationen kann man nur bei Händlern im Internet einkaufen, die nicht die vorgeschriebenen Sicherheitsabfragen nutzen, zum Beispiel die Prüfziffer der Karte. Dadurch sind die Verbraucher bei einer betrügerischen Abbuchung abgesichert.

Wer ganz sicher gehen will, kann seine Karte auch in eine spezielle Hülle stecken, die vor dem Auslesen schützt. Es reicht aber auch, ein kleines Stück Alufolie ins Portmonee zu stecken – das stört die Datenübertragung auch schon. Und: Natürlich muss man immer regelmäßig überprüfen, was von wem abgebucht wurde.

Komplettes Shoppingprofil

Eins ist klar: Man bezahlt die Bequemlichkeit mit seiner Privatsphäre. Anonym bezahlen ist so nicht möglich, jeder Kauf wird natürlich registriert. Also was man kauft, wann und wo. Es besteht also durchaus die Gefahr, dass man in Zukunft Werbung bekommt, die noch besser zum eigenen Shoppingverhalten passt.

Und: Wenn man wirklich so viel wie möglich per Smartphone bezahlen möchte, dann hat man ziemlich schnell ziemlich viele neue Apps auf seinem Handy. Denn den Einkauf beim Discounter muss man in der Regel mit einer anderen App bezahlen, als das Getränk im Coffeeshop.

Stand: 15.03.2017, 14:20