Zinsvergleich Tages- und Festgeld

Wie kann ich noch sparen?

Zinsvergleich Tages- und Festgeld

Von Uli Ueckerseifer

Dass es kaum noch Zinsen gibt, daran haben wir uns ja alle schon gewöhnt. In den vergangenen Jahren war das auch nicht so wichtig, weil auch die Preise nicht gestiegen sind – das Vermögen blieb also auch ohne Zinsen gleich. Doch inzwischen liegt die Inflationsrate in Deutschland bei knapp 1 %. Wer also den Wert seines Ersparten erhalten will, der muss auf die Suche nach einen Zinssatz in dieser Höhe gehen.

Doch inzwischen liegt die Inflationsrate in Deutschland bei knapp 1 %. Wer also den Wert seines Ersparten erhalten will, der muss auf die Suche nach einen Zinssatz in dieser Höhe gehen.

Zinsvergleich Tages- und Festgeld

WDR 2 Quintessenz - Tipps und Trends | 16.12.2016 | 03:03 Min.

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Kaum Zinsen auf dem Tagesgeldkonto

Wer täglich an sein Geld kommen will, kriegt dafür bei den meisten Filialbanken oder Sparkassen kaum noch Zinsen. Für Großbanken wie die Commerzbank oder die Deutsche Bank gilt das mit Ausnahme kurzfristiger Aktionsangebote auch. Es gibt aber noch Banken, die rund ein Prozent Zinsen aufs Tagesgeld bieten. Das sind meist Direktbanken ohne eigene Filialen. Im Dezember 2016 gibt es z. B. bei der ING Diba  der VW-Bank jeweils ca. 1 Prozent Zinsen – jeweils garantiert für vier Monate, bei Consors für 6 Monate.

Tagesgeld-Hopping

Das sogenannte Tagesgeld-Hopping, also der regelmäßige Wechsel zu einer Bank mit dem aktuell höchsten Tagesgeld-Zinssatz, macht hier den Unterschied. Der Trick: einige Direktbanken bieten Neukunden deutlich bessere Zinssätze – oft aber nur bis zu einem bestimmten Maximalbetrag und auch nur für eine gewisse Laufzeit. Danach erhalten Sparer nur noch den deutlich niedrigeren Standard-Zins. Wer dann das Tagesgeldkonto wechselt, kann auch in Zeiten von Mini-Zinsen sein Geld vermehren. Wer beispielsweise 20.000 Euro für ein Jahr auf einem Tagesgeldkonto parkt, könnte momentan durch geschicktes Tagesgeld-Hopping immerhin 200 Euro Zinsgewinn im Jahr erzielen. Bei den Tagesgeldkonten der Filialbanken langt es oft lediglich für 10 Euro.

Aufwand und Alternative

Der Aufwand ist immerhin nicht mehr so groß wie noch vor einigen Jahren, da viele Direktbanken inzwischen eine Online-Identifizierung per Videotelefonie anbieten. Dies ist sicher aber vor allem bequemer, weil hier das sonst nötige POSTIDENT-Verfahren und damit auch der Gang zur Postfiliale entfällt. Wem das Tagesgeld-Hopping dennoch zu viel ist, der fährt gut mit dauerhaft gut getesteten Angeboten. Die Stiftung Warentest zum Beispiel bietet eine Übersicht auf die "dauerhaft guten" Tagesgeldkonten, die ihre attraktiven Zinsen langfristig nicht großartig heruntergeschraubt haben. Wer sein Geld hier anlegt, bekommt zwar nicht ganz so viele Zinsen wie beim gezielten Umschichten – das Angebot ist allerdings noch immer deutlich attraktiver als das der meisten Hausbanken.

Zinsen fürs Festgeld

Höhere Zinsen als bei Tagesgeldkonten gibt es für längerfristige Anlagen auf einem Festgeldkonto. Im Dezember 2016 gibt es relativ viele Banken, die 1% Zinsen für Festgeldanlagen von 1-3 Jahren bieten. Bei längeren Laufzeiten bieten eine Reihe von Banken deutlich höhere Zinsen. Vergleichsweise hohe Zinsen bieten zumeist ausländische Banken. Auch bei den Festgeldkonten gilt: Online-Angebote bieten in der Regel höhere Zinsen als Filialbanken.

Viele Kunden scheuen bislang die reinen Online-Angebote – trotz der etwas höheren Zinsen. Dabei sind diese Konten genauso sicher wie das klassische Sparbuch. Allerdings raten Experten von Finanztest, Geld nur bei Banken aus wirtschaftsstarken EU-Ländern anzulegen. Dazu zählen neben Deutschland zum Beispiel Frankreich, Großbritannien und die Niederlande. Einlagen bis 100.000 Euro sind offiziell zwar in allen Ländern der Europäischen Union abgesichert – bei Ländern ohne eigenes Sicherungssystem und mit schwacher Wirtschaftsleistung sind die Experten aber skeptisch, ob Kunden ihr Erspartes auch wirklich wieder bekommen, sollte die Bank pleitegehen.

Stand: 16.12.2016, 13:58