Erste Bank mit Monatsgebühr für Tagesgeld

Rosa Sparschwein mit Aufschrift Tagesgeld

Erste Bank mit Monatsgebühr für Tagesgeld

Von Wolfgang Landmesser

Tagesgeld bringt in Zeiten niedriger Zinsen nicht gerade üppige Erträge. Aber inzwischen verlieren Kunden sogar Geld, wenn sie ein Tagesgeldkonto bei der falschen Bank eröffnen.

Die Raiffeisenbank Niederschlesien in Görlitz erhebt jetzt als erste Bank eine Monatsgebühr von fünf Euro bei einem Jahreszinssatz von gerade mal 0,01 Prozent pro Jahr. Das bedeutet: Wer tausend Euro anlegt, hat nach einem Jahr nur noch 940,10 Euro. 

Warum gibt es inzwischen so viele richtig unattraktive Tagesgeld-Angebote?

Die Banken wollen damit Kunden offenbar abschrecken, Tagesgeldkonten zu eröffnen. Kunden sollen ihr Geld stattdessen eher auf’s Sparbuch einzahlen oder als Festgeld anlegen. Hintergrund: Banken, die Geld über Nacht bei der Europäischen Zentralbank parken, müssen dafür einen negativen Zins in Kauf nehmen. Derzeit sind es minus 0,4 Prozent pro Jahr. Deswegen versuchen Großanleger ihr Geld auf normalen Tagesgeldkonten zu parken. Das wollen viele Banken möglichst verhindern – zum Beispiel indem sie Negativzinsen für die Anlage von mehr als 100.000 Euro verlangen. Oder eben Gebühren – wie die Raiffeisenbank in Görlitz.

Erste Bank mit Monatsgebühr für Tagesgeld

WDR 2 Quintessenz - Tipps und Trends | 03.11.2016 | 03:27 Min.

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Können sich Tagesgeldkonten trotzdem noch lohnen?

Das kommt wie immer auf die Bank an. Wie der Name schon sagt, ist der Vorteil beim Tagesgeld, dass die Kunden über ihr Guthaben täglich verfügen können. Da lohnt sich der Vergleich. Es gibt mehrere Vergleichsseiten für Tagesgeldkonten im Internet. Die Stiftung Warentest checkt die Angebote alle zwei Wochen. Demnach bieten vor allem Direktbanken relativ hohe Zinsen, oft haben sie ihren Sitz im Ausland. Nach dem Finanztest-Vergleich liegt das beste Angebot derzeit bei 0,75 Prozent Jahreszins.

Worauf sollte man bei der Wahl der Bank noch achten – außer auf die Zinsen?

Wichtig ist zu schauen, wie lange der versprochene Zinssatz gilt. Banken machen oft Lockvogelangebote. Zum Beispiel bieten sie 1,1 Prozent Jahreszins, aber nur für drei Monate. Wer sein Geld länger anlegen will, muss sich dann häufig mit Minizinsen zufrieden geben. Wer größere Summen anlegen möchte, sollte auch darauf achten, bis zu welcher Summe der Zinssatz gilt. Und bei Konten von ausländischen Banken ist die Frage, ob bei ihnen Freistellungsaufträge möglich sind. Falls nicht, leitet die Bank die Steuern für die Zinserträge ans Finanzamt weiter. Über die Steuererklärung muss man sich das Geld dann wieder zurückholen.

Ist es kompliziert, ein Tagesgeldkonto zu eröffnen?

Nein, der Aufwand hält sich in Grenzen. Kunden können ihr Konto bei der Hausbank behalten – und zusätzlich ein Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank eröffnen. Das funktioniert meistens per Antrag im Internet über das Postident-Verfahren, oder die Identifizierung funktioniert via Skype.

 

Stand: 03.11.2016, 14:07