Was Frankreich-Reisende beachten sollten

Touristen am Eiffelturm

Was Frankreich-Reisende beachten sollten

Von Johannes Zuber

Der Terroranschlag von Nizza verunsichert viele Urlauber. Viele wollen lieber zuhause bleiben oder wenigstens umbuchen. Doch das ist nur selten möglich. Frankreich-Touristen haben kein Anrecht darauf, die Reisekosten erstattet zu bekommen, weil sie nach dem Anschlag in Nizza lieber nicht fahren möchten.

Grundsätzlich können Reisende ihren Urlaub nur dann kostenlos stornieren, wenn ein Fall von höherer Gewalt vorliegt. Nach Auffassung der Verbraucherzentrale NRW spricht zum Beispiel viel für diesen Fall, wenn das Auswärtige Amt dringend von Reisen in eine Region abrät. Es gilt jedoch nicht, wenn es lediglich zu erhöhter Vorsicht in der Region rät. Eine Reisewarnung für Frankreich besteht zurzeit jedoch nicht.

Was Frankreich-Reisende beachten sollten

WDR 2 Quintessenz - Tipps und Trends | 15.07.2016 | 03:23 Min.

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Erstattung aus Kulanz

In der Vergangenheit haben viele Reiseveranstalter aber aus Kulanz die Reisekosten erstattet. Auch diesmal bieten Reiseveranstalter wie TUI, DER und Thomas Cook ihren Kunden an, Reisen nach Nizza kostenlos zu stornieren oder umzubuchen. Wer die Reise selbst zusammenstellt, hat keine rechtlichen Möglichkeiten, sein Geld wiederzubekommen, sondern ist auf die Kulanz von Airlines und Hotels angewiesen.

Verhalten in Frankreich

Das Auswärtige Amt fordert auf seiner Internetseite Frankreich-Reisende auf, immer gültige Ausweispapiere bei sich zu haben, da es zu verstärkten Kontrollen kommen kann. Außerdem sollen sie sich immer über das aktuelle Geschehen informieren, entweder über die Medien oder direkt über die Seite des Auswärtigen Amtes. Zudem ist der Ausnahmezustand in Frankreich um weitere drei Monate verlängert worden. Neben Personenkontrollen im Land gibt es auch Kontrollen an den Landesgrenzen. Wer zum Beispiel mit dem Thalys von Paris nach Deutschland reist, muss Sicherheitsschleusen wie am Flughafen passieren.

Versicherungen

Wer sich gegen die Kosten einer möglichen Stornierung seiner Reise von Anfang an absichern möchte, entscheidet sich häufig für eine Reiserücktrittsversicherung. Doch die nützt nichts in Fällen von höherer Gewalt wie etwa Terror, Streik und Co. Eine Reiserücktrittsversicherung springt nur ein, wenn jemand den Urlaub absagt, aus Gründen, die mit ihm selbst zu tun haben. Zum Beispiel, wenn jemand krank geworden ist oder schwanger oder ein naher Angehöriger stirbt.

Sinnvoll sind Reiserücktrittsversicherungen vor allem bei sehr teuren Reisen, die lange im Voraus gebucht werden.

Stand: 15.07.2016, 11:47