Teure Schule - Tipps für Eltern mit knapper Kasse

Geöffnetes Federmäppchen mit Stiften, Wasserfarbkasten und weitere Schulmaterialien liegen auf einem Tisch.

Teure Schule - Tipps für Eltern mit knapper Kasse

Von Jessica Sturmberg

Letzte Woche hat die Schule wieder angefangen. Da kommt ja immer eine Menge Kram zusammen, den man seinen Kindern kaufen muss. Bücher, neues Mäppchen, Rucksack, Ranzen, ... das leppert sich und dann wird ja auch gerne in der Schule oft noch Geld eingesammelt... für Kleinigkeiten.

Schulen, bei denen Schüler aus ganz unterschiedlichen Gesellschaftsschichten kommen, kennen das gut: Einerseits wollen sie attraktive Bildungsangebote machen, andererseits darf es nicht zu viel kosten und am Ende soll jedes Kind mitgenommen werden.

Im Vordergrund steht daher immer, dass alle Kinder an den pädagogischen Angeboten teilnehmen können. Vor allem bei Klassenfahrten oder Ausflügen wird es oft schwierig. Sie sind zumeist das teuerste für die Eltern.

Teure Schule

WDR 2 Servicezeit | 04.09.2017 | 03:01 Min.

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Vertraulich an Schulsozialarbeiter wenden

Ganz wichtig ist, dass Eltern hier nicht wegen Scheu oder Scham über ihre finanzielle Lage ihre Kinder unter Vorgabe von anderen Gründen nicht zu den Fahrten anmelden. Letztlich leiden die Kinder unter der Nichtteilnahme. Für diese Fälle sind die Schulsozialarbeiter da. Sie kennen die Fördermöglichkeiten des Bundes, des Landes und der Kommunen, beraten und helfen in der Regel auch bei den Anträgen.

Eltern können sich vertraulich an sie wenden, so dass niemand von der Finanzlage erfährt.

Das Bildungs- und Teilhabepaket

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten Fördermittel, zum Beispiel aus Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes, zu bekommen. Anspruchsberechtigt sind grundsätzlich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die Leistungen nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende), SGB XII (Sozialhilfe) oder dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen sowie Anspruch auf Kinderzuschlag bzw. Wohngeld haben. Voraussetzung ist, dass die Jugendlichen nicht älter als 25 Jahre sind und sie eine allgemeinbildende oder eine berufsbildende Schule besuchen. Erhält die Schülerin bzw. der Schüler aber bereits eine Ausbildungsvergütung, sind sie vom Bildungs- und Teilhabepaket ausgeschlossen.

Über das Bildungs- und Teilhabepaket werden von der Schule organisierte Ausflüge und mehrtägige Klassenfahrten, eine notwendige Lernförderung, ein Zuschuss zum gemeinsamen Mittagessen in der Schule und Fahrtkosten zur Schule bezahlt. Letztere allerdings nur, sofern diese nicht von dritter Seite übernommen werden.

Außerdem wird ein pauschaler Betrag für das sogenannte Schulbedarfspaket (u.a. Schulrucksack, Schulhefte, Sportzeug, Rechen- und Zeichenmaterial) ausgezahlt. Für das 1. Schulhalbjahr liegt dieser Betrag bei 70 Euro, für das 2. Schulhalbjahr bei 30 Euro.

Wenn Fahrten oder Bücher mehr kosten, können die Eltern auch einen Antrag bei den Jobcentern oder den Stadt- bzw. Kreisverwaltungen stellen.

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Zu viel für Hartz IV, zu wenig für die Teilhabe

Das Problem ist, dass viele Eltern diese Mittel nicht beanspruchen können, weil sie offiziell dafür zu viel, tatsächlich aber nur wenig Geld zum Leben haben - viele Alleinerziehende oder hoch verschuldete Eltern beispielsweise. Für diese sogenannten Härtefälle zahlt das Land NRW Zuschüsse zum Mittagessen der Kinder aus dem Härtefallfonds „Alle Kinder essen mit“.

Das hilft zwar ein bisschen, doch wenn eine Klassenfahrt ansteht, dann geraten Eltern trotzdem schnell an ihre Grenzen.

Fördervereine helfen

Wenn Eltern keine offiziellen Fördermittel bekommen können und das Geld nicht reicht, springen auch schon mal Fördervereine der Schulen ein. Diese sind von Schule zu Schule ganz unterschiedlich aufgestellt. Es gibt dazu keinen gesetzlichen Rahmen.

An einigen Schulen wird das solidarische Prinzip der Eltern auch auf andere Weise praktiziert. Statt punktueller Hilfe werden Angebote gefördert, die möglichst vielen Kindern Zugang zu Bildungs- und Teilhabeprojekten ermöglichen - zum Beispiel ein Musikinstrument zu erlernen, Theater zu spielen oder Sportangebote wahrzunehmen, die sonst nur über Vereine möglich wären.

Es lohnt also auch generell zu schauen, welche Schule unter diesen Gesichtspunkten am besten passt.

Stand: 04.09.2017, 10:55