Prepaid-Tarife

Das Bild zeigt mehrere Sim-Karten.

Prepaid-Tarife

Von Jessica Sturmberg

Auf den ersten Blick sind Prepaid-Tarife genau das Richtige für diejenigen, die eher selten mit dem Handy telefonieren oder ein Zweithandy besitzen. Doch auf den zweiten Blick können die Tarife auch nicht passend sein für den jeweiligen Zweck.

Bei Prepaid gibt es grundsätzlich zwei Varianten: Entweder eine auf Zeit begrenzte Flatrate, d.h. man bezahlt einen bestimmten Betrag und kann dann innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums unbegrenzt telefonieren oder ein bestimmtes Datenvolumen in dieser Zeit nutzen. Oder man zahlt einen Betrag und kann diesen abtelefonieren bzw. das Datenvolumen verbrauchen. Letzteres wird vor allem von Verbrauchern gewählt, die das Handy nur selten oder punktuell brauchen. Beispielsweise auch im Ausland. Allerdings besteht die Gefahr, dass der Tarif zu selten genutzt wird, die Nummer dann vom Anbieter deaktiviert wird und man sich das Restguthaben aktiv wieder zurückholen muss.

Prepaid-Tarife

WDR 2 Quintessenz | 04.05.2017 | 03:33 Min.

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Bei der Gültigkeitsdauer gibt es keine einheitlichen Standards

Es gibt in Deutschland aktuell 23 Prepaid-Anbieter, die alle zurückgehen auf die drei bekannten Netze - der Deutschen Telekom, Vodafone und O2/E-Plus. Sie alle bieten unterschiedliche Tarifmodelle an mit unterschiedlichen Konditionen. Es gibt also keine einheitlichen Standards, wie lange eine Prepaid-Nummer gültig bleibt und was der Verbraucher tun muss um die Gültigkeit zu erhalten. Neben den Tarifpreisen sollte man daher auch auf solche Vertragsdetails achten. Die Gültigkeitsdauer variiert zwischen 3 und 24 Monaten. Bei manchen Anbietern reicht es, regelmäßig die Prepaidkarte mit einem kleinen Betrag aufzuladen. Bei anderen muss zusätzlich auch immer wieder telefoniert werden. Gerade hier sollten Verbraucher zunächst die Tarifdetails prüfen, bevor sie eine Prepaidkarte kaufen – besonders dann, wenn die Nummer erhalten bleiben soll und absehbar nicht viel oder selten telefoniert wird. Das Problem ist oft, dass diese Tarifdetails nicht so leicht zu finden sind. Die Anbieter verstecken solche Konditionen gerne auf den hinteren Webseiten oder irgendwo in den AGBs. Hier hilft nur, sich durchzuklicken oder konkret bei den Hotlines danach zu fragen.

Was tun, wenn die Nummer nicht mehr funktioniert?

Wurde das Handy bzw. die Prepaidkarte zu wenig genutzt und die Nummer funktioniert nicht mehr, muss man zunächst beim Anbieter checken, ob die Nummer eventuell passiv gestellt wurde und wieder reaktivierbar ist. Passiv heißt, die Nummer kann noch angerufen werden, aber man kann selber nicht mehr raustelefonieren, auch wenn noch Guthaben auf der Karte ist. In diesem Fall lässt sich die Karte durch einen Anruf beim Anbieter zumeist wieder freischalten. Eventuell muss man die Karte allerdings auch aufladen. Um das zu verhindern, verschicken einige Anbieter vorher eine "Warn-SMS", sodass der Verbraucher reagieren kann. Wer das jedoch nicht macht und auch in der Phase der Passivstellung keine Reaktion zeigt, bei dem gehen die Anbieter davon aus, dass die Nummer nicht mehr weiter genutzt wird und deaktivieren sie. In diesen Fällen ist die Nummer unwiederbringlich weg.

Was passiert mit Restguthaben?

Nicht weg ist dagegen das Guthaben. Dieses können sich die Kunden auszahlen lassen. Sie haben gemäß einem BGH-Urteil von 2011 das Recht auf die Auszahlung des Restguthabens. Hierbei dürfen die Anbieter auch keine Hürden in den Weg stellen. Wem es dennoch von seinem Anbieter schwer gemacht wird, beispielsweise durch einen außergewöhnlich hohen bürokratischen Aufwand, das Einfordern von Sim-Kartennummern oder Gebühren, kann sich an die Verbraucherzentralen oder die Bundesnetzagentur wenden.

Prepaid im Ausland

Das BGH-Urteil zum Restguthaben gilt nur für Deutschland. Es gibt dazu keine EU-weite Regelung und ebenso keine für Länder außerhalb der EU. Daher sollten Verbraucher bei Prepaid-Tarifen im Ausland nicht allzu große Guthaben einzahlen. Auch hier gilt, auf die Tarifdetails zu achten und hinsichtlich Aktivitätsdauer und Guthabenaufladung, den passenden Tarif für sich auszuwählen. In der EU, sowie Norwegen, Liechtenstein und Island stellt sich ohnehin die Frage, ob sich bei begrenzter Aufenthaltsdauer ausländische Prepaidkarten noch lohnen, weil hier ab dem 15. Juni die Roaminggebühren wegfallen.

Stand: 04.05.2017, 11:30