Wenn die Fluggesellschaft pleite geht

Airbus A330 der Airberlin beim Start mit Hinweisschild Notausgang im Vordergrund

Wenn die Fluggesellschaft pleite geht

In den vergangenen Wochen wird viel über eine mögliche Pleite von Air Berlin spekuliert. Was würde eine Insolvenz für die Reisenden bedeuten?

Geht eine Fluggesellschaft in die Pleite, müssen Urlauber zwei Fälle unterscheiden: Haben sie eine Pauschalreise, zum Beispiel 14 Tage Mallorca inklusive Flug und Hotel gebucht, müssen sie sich keine Sorgen machen. Ihr Vertragspartner ist der Veranstalter der Pauschalreise, also beispielsweise TUI, Thomas Cook oder Alltours. Der muss für einen Ersatzflug sorgen.

Bei Pleite Geld futsch                                       

Leeres Portemonnaie

Anders sieht das aus, wenn ein Reisender nur einen Flug bei Air Berlin gebucht hat. Diesen Flug bezahlt er in der Regel direkt bei der Buchung, das Geld ist also längst in der Kasse der Fluggesellschaft gelandet. Geht die nach dem Bezahlen Pleite, ist das Geld futsch. Fluggäste können dann beim Insolvenzverwalter ihre Ansprüche geltend machen. Dass sie Geld bekommen, ist aber eher unwahrscheinlich.

Wenn die Fluggesellschaft pleite geht

WDR 2 Servicezeit | 14.06.2017 | 03:47 Min.

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Zukunftsaussichten von Air Berlin

Doch wie wahrscheinlich ist eine Pleite von Air Berlin überhaupt? Beobachter gehen davon aus, dass das Geld bei Air Berlin noch über den Sommer hinaus reicht. Zudem hat die Gesellschaft Bürgschaften beim Staat beantragt. Die Bundesregierung hat kein Interesse daran, dass tausende Arbeitsplätze verloren gehen und Hunderttausende Urlauber sauer sind, von daher scheint eine Pleite vor den Bundestagswahlen im September eher unwahrscheinlich.

Hilft die Konkurrenz?

Flugzeuge der Lufthanse und der Air Berlin stehen in Düsseldorf am Flughafen

Auch der Konkurrent Lufthansa und der Air-Berlin-Gesellschafter Etihad aus Abu Dhabi haben kein Interesse an der Pleite. Dann gingen wertvolle Start- und Landerechte in Deutschland und der ganzen Welt verloren. Andere Fluggesellschaften wie Ryanair oder Emirates könnten auf diese Landerechte zugreifen. Das ist nicht im Interesse der Lufthansa. Sie müsste noch mehr Konkurrenz befürchten. Deswegen wird die Lufthansa Experten zufolge alles daran setzen, dass ein solcher Fall nicht eintritt. Schon heute haben die Lufthansa und deren Tochter Eurowings zahlreiche Strecken von Air Berlin übernommen, weitere könnte folgen, um eine Pleite zu verhindern.

Folgen für Reisende

Wer also Air Berlin für den Herbst oder kommenden Winter gebucht hat, kann sich nicht sicher sein, dass er tatsächlich mit Air Berlin fliegt. Möglicherweise sitzt er in einem Flugzeug von Eurowings oder Etihad, Geld wäre in dem Fall aber nicht verloren.

Stand: 13.06.2017, 16:31