Urlaubs-Ärger: Wie erkenne ich Plagiate?

Auf einem Tisch liegen mehrere Handtaschen aus, die allesamt Plagiate darstellen.

Urlaubs-Ärger: Wie erkenne ich Plagiate?

Von Karolina Granitza

Teure Marken zum Spottpreis gibt es in den wenigsten Fällen. Und damit ist der Preis eines Produkts schon das erste Kriterium, an dem sich eine Fälschung leicht erkennen und somit der Ärger nach dem Urlaub vermeiden lässt.

Eigentlich weiß der Verstand oftmals schon, was der Bauch noch nicht so richtig wahrhaben will: dieses Produkt, auch wenn es noch so schön und günstig ist, kann nicht echt sein. Tatsächlich ist der Preis laut Verbraucherzentrale NRW der einfachste Indikator, um ein gefälschtes Produkt vom Original zu unterscheiden. Denn eine Sonnenbrille oder eine Handtasche, die sonst mehrere Hundert Euro kostet, gibt es in den wenigsten Fällen für einen Bruchteil dessen. Am besten vor dem Urlaub erkundigen, was das gewünschte Produkt aktuell im Urlaubsland kostet.

Gute Verarbeitung oder schlampige Produktion?

Auch die Optik und der Geruch verraten einiges über die Herkunft der Ware: welches Material wurde verwendet? Sind die Nähte sauber gearbeitet? Sitzt das Logo gerade? Wie ist das Produkt verpackt? Teure Hersteller achten auch auf eine hochwertige Verpackung, sagt der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM), und weist auch auf den Standort des Verkäufers hin: eine ausgebreitete Decke am Straßenrand, die, zum Beispiel bei einer Polizeikontrolle, schnell zusammengepackt werden kann, könnte auf einen Betrüger hinweisen.

Gute gemachte Plagiate sind kaum zu entlarven

Aber nicht jede Fälschung ist schlecht gemacht. Einige Fälschungen sind so gut – für Laien sind sie kaum vor Original zu unterscheiden. Umso ärgerlicher, wenn für eine Fälschung dann auch noch der Originalpreis gezahlt worden ist. Da hilft nur: vor dem Urlaub gut informieren, was das gewünschte Produkt ausmacht, so der APM. Einige Hersteller bieten dafür extra online Informationen an, anhand derer Käufer ein Originalprodukt erkennen und somit Ware selbstständig auf ihre Echtheit prüfen können. Auch das Scannen von Bar- oder QR-Codes ist möglich. Ansonsten tut es oft auch ein einfaches Googeln der Marke plus Artikelnummer, um diese schon mal auf Echtheit zu überprüfen. Bei Fußballtrikots findet sich manchmal auch ein extra Etikett mit eingearbeitetem Hologramm, was die Echtheit sicherstellen soll.

Kein Ärger am Zoll

Immerhin: Ärger mit dem Zoll braucht man in der Regel nicht fürchten. Solange die gefälschte Ware eindeutig für den privaten Gebrauch bestimmt ist, passiert einem am Zoll nichts. Die Ware darf in der Regel sogar behalten werden. Wer dabei von außerhalb der EU wieder nach Deutschland einreist, muss aber auf den Wert der Ware achten. Denn auch bei Plagiaten gilt eine Obergrenze von insgesamt 430 Euro bei Einreise auf dem Luft- oder Seeweg, beziehungsweise 300 Euro bei Einreise auf dem Landweg – für alle Mitbringsel addiert. Ist die Ware insgesamt mehr wert, werden Zoll, Einfuhrumsatz- und Verbrauchssteuern fällig. Die Verbraucherzentrale NRW rät daher von einem blinden, unüberlegten shoppen ab – denn das kann schnell teuer werden.

Urlaubs-Ärger: Wie erkenne ich Plagiate

WDR 2 Servicezeit | 10.08.2017 | 03:12 Min.

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Stand: 09.08.2017, 13:57