Luftverpackungen – Wenig Inhalt in überdimensionalen Verpackungen

Luftverpackungen

Luftverpackungen – Wenig Inhalt in überdimensionalen Verpackungen

Von Dina Dada

Teure Luft in Tüten und zu viel Verpackungsmüll. Das Phänomen "Luftverpackung" ist in Supermärkten nach wie vor fest etabliert.

Mogelpackung: Süßigkeiten

Vor allem Süßwarenhersteller mogeln mit viel Hohlraum in Verpackungstüten. Das Ärgernis offenbart sich oft erst nach dem Öffnen der Packung. Dieses Beispiel ist nur zur Hälfte mit Schokolade gefüllt – 2011 genau wie beim aktuellen Nachfolgeprodukt.

Luftverpackungen

Leider wollte sich der Hersteller dazu nicht äußern. Bleibt zu hoffen, dass sich die Verbraucherbeschwerden letztlich auszahlen.

Auch diese laut Hersteller "empfindliche Gebäckpraline"  kommt in Relation zum Inhalt in einer überdimensionalen Tüte.

Giotto

Wieso? Laut Herstellerantwort muss der Beutel "ein ausreichendes Volumen haben" , um die Süßigkeit beim Transport zu schützen. Notwendig ist die Luft aber doch nur aufgrund der Tütenverpackung. Wieso hat man sich hier nicht für eine klassische Pralinenschachtel entschieden?

Gesetzliche Regelung

Wieso wird so viel Luft in Beuteln überhaupt offiziell genehmigt? Das Problem: Das Eichgesetz ist in dieser Sache mehr als schwammig formuliert. "Fertigpackungen müssen so […] befüllt sein, dass sie keine größere Füllmenge vortäuschen, als in ihnen enthalten ist." §7 Absatz 2

Die Eichdirektionen in Deutschland haben sich zwar auf einen maximalen Hohlraum von 30 Prozent pro Verpackung verständigt. Einen gesetzlich festgelegten Grenzwert gibt es aber nicht. Die Hersteller reizen diesen Graubereich aber gerne aus, um den Verbrauchern weniger teuren Inhalt zu verkaufen. Luft gibt’s gratis. Verbraucherschützer ärgert das. Aber wie so oft sitzt hier bisher die Lebensmittellobby am längeren Hebel.

Stand: 12.09.2017, 17:00