Tipps für Mietwagen-Versicherungen

Mietwagen-Verleih in Griechenland

Tipps für Mietwagen-Versicherungen

Von Nico Rau

Ein Mietwagen für den Urlaub ist einfach über Vergleichsportale zu buchen. Aber welcher Versicherungsschutz ist der richtige? Was ist mit Zusatzversicherungen, die vor Ort angeboten werden?

Vollkasko oder Teilkasko

Eine Vollkaskoversicherung deckt auch die Schäden ab, die der Fahrer selbst am Mietwagen verursacht hat. Sie ist daher unbedingt zu empfehlen. Allerdings ist die für das Ausland angebotene Vollkasko häufig nicht vergleichbar mit einer deutschen Vollkaskoversicherung. Bestimmte Teile des Fahrzeugs sind oft nicht mitversichert und das kann hohe Kosten bei einem Unfall verursachen. Deshalb lohnt es sich, Zusatzversicherungen für Unterboden, Glas, Reifen und Dach mitabzuschließen, die nur wenige Euro pro Tag mehr kosten.

Tipps für Mietwagen-Versicherungen Teil 1

WDR 2 Servicezeit | 20.07.2017 | 02:52 Min.

Tipps für Mietwagen-Versicherungen Teil 2

WDR 2 Servicezeit | 24.07.2017 | 02:29 Min.

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Selbstbeteiligung

Häufig werden Vollkaskoversicherungen mit einer Selbstbeteiligung in Höhe von bis zu 1.250 Euro angeboten. Allerdings kann schon ein Schaden an der Windschutzscheibe Kosten in Höhe von 1.000 Euro und mehr verursachen. Dazu weist Uwe Schmidt-Kasparek, Versicherungsexperte vom Auto Club Europa darauf hin: "Wenn man einen Leihwagen fährt, dann hat man das Risiko, dass man ein unbekanntes Fahrzeug fährt, das heißt das Risiko steigt hier einfach. Deshalb muss man versuchen, das Schadensrisiko sozusagen total zu reduzieren und dazu gehört auch die Null-Euro-Selbstbeteiligung." Das ist nicht bei allen Angeboten möglich, in solchen Fällen sollte man lieber nach einem etwas teureren Angebot suchen, welches dafür einen umfänglichen Schutz bietet. Das Vergleichsportal billiger-mietwagen.de hat errechnet, dass man mit durchschnittlich 12 Prozent vom Gesamtmietpreis zusätzlich für einen Ausschluss der Selbstbeteiligung rechnen muss. Der komplette Ausschluss einer Selbstbeteiligung hat auch den Vorteil, dass man das lästige Checken aller Mini-Schäden bei Abholung und Abgabe des Wagens wesentlich entspannter angehen kann.

Versicherungen vor Ort

Wer online einen Mietwagen gebucht hat, erlebt häufig vor Ort, dass der Autovermieter ihm weitere Versicherungen andrehen will. In manchen Fällen ist das eine Masche, um mehr zu verdienen. Zum Beispiel, wenn der Vermieter trotz Vollkasko ohne Selbstbeteiligung dem Mieter eine "Extra-Absicherung" dafür verkaufen will. In anderen Fällen hat es mit der komplizierten Struktur des Mietwagen-Marktes zu tun. Als Beispiel: Der Kunde sucht über ein Vergleichsportal online nach Mietwagen. Angezeigt werden ihm dabei Angebote von so genannten Mietwagenbrokern wie Dertour, Drive FTI oder CarDelMar. Diese Broker besitzen keine eigene Fahrzeugflotte, sondern buchen große Kontingente von klassischen Autovermietern vor Ort wie Hertz, Avis oder Europcar.

Rabatte der Mietwagenbroker

Die Broker erhalten Rabatte von den eigentlichen Autovermietern und sind deshalb in der Lage, günstigere Mietpreise für den Endkunden anzubieten. Der Kunde, der online auf der Suche ist, schließt auch mit diesem Mietwagenbroker den Vertrag ab – zum Beispiel mit einer Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung. Fliegt er dann in den Urlaub und holt das Auto vor Ort am Schalter ab, steht er aber vor dem Büro eines klassischen Autovermieters. Der weiß aber unter Umständen gar nicht, dass der Kunde mit einem Mietwagenbroker einen Vertrag mit Ausschluss der Selbstbeteiligung abgeschlossen hat und will ihm so einen Ausschluss verkaufen. In solchen Fällen sollte der Kunde natürlich unbedingt standhaft bleiben. Kommt es zu einem Unfall, dann übernimmt der Mietwagenbroker die Selbstbeteiligung des Autovermieters vor Ort, wie vertraglich vorher auch vereinbart.

Zusatzfahrer

Wer zusammen in den Urlaub fährt und sich dafür einen Mietwagen buchen möchte, der stellt sich spätestens am Schalter der Autovermietung die Frage: Wer fährt eigentlich? Wenn nicht nur einer die ganze Zeit am Steuer sitzen möchte, wird in der Regel ein Zuschlag für den Zusatzfahrer auf die Mietgebühr fällig. Es ist aber unbedingt zu empfehlen, den Zusatzfahrer offiziell eintragen zu lassen, rät Uwe Schmid-Kasparek vom Auto Club Europa: „Also die Autovermieter sind hier sehr streng. Für sie ist ein Autofahrer, der nicht eingetragen ist, ein unberechtigter Fahrer. Und da schreibt ein großer Autovermieter in den Anmietbedingungen: Jeder im Rahmen des Mietvertrags vereinbarte Schutz entfällt, wenn ein unberechtigter Fahrer das Fahrzeug gebraucht.“

Versicherungsschutz kann entfallen

Wer also ein Auto mietet und dann den nichteingetragenen Partner ans Steuer lässt, riskiert einiges. Baut der einen Unfall, dann nützt auch eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung nichts mehr. Der Versicherungsschutz erlischt und der Mieter muss den Schaden am Mietauto aus der eigenen Tasche bezahlen. Das gilt allerdings nicht für Drittschäden. Wenn bei dem Unfall ein anderer Autofahrer betroffen ist, dann kann der Unfallgegner sich in jedem Fall an die Kfz-Haftpflichtversicherung des Autovermieters wenden und darüber seinen Schaden regulieren lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob am Steuer des anderen Fahrzeugs ein Fahrer saß, der nicht im Vertrag angegeben ist. Die Kfz-Haftpflicht zahlt in jedem Fall, das sagt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Regressforderungen

Der GDV gibt darüber hinaus aber zu bedenken, dass die Versicherung auf den Fahrer zukommen und von ihm die Schadenssumme zurückfordern könnte. Solche Regressansprüche sind in Deutschland bei 5000 Euro gedeckelt. Die Regelungen dazu sind jedoch in jedem Land unterschiedlich. Zudem könnte es auch zu einer Vertragsstrafe kommen, die der Autovermieter dem Mieter in Rechnung stellt. Hier kommt es also jeweils auf die rechtlichen Bestimmungen der verschiedenen Länder und die Vertragsinhalte an. Deshalb sollte man also lieber auf Nummer sicher gehen und den Zusatzfahrer eintragen lassen. Das kostet je nach Anbieter zwischen drei und sechs Euro am Tag. Am günstigsten ist es, bei den Vergleichsportalen direkt zu Beginn der Suche diese Option mitanzugeben. So lässt sich das beste Angebot herausfinden.

Stand: 20.07.2017, 00:00