Mautverwirrung in Europa

Mautverwirrung in Europa

Autobahnmaut in Frankreich, Wochenvignette in Slowenien und Jahresvignette in der Schweiz. Dazu x verschiedene Regelungen, wie und wo bezahlt wird. Da kann man schnell den Überblick verlieren.

Warum es oft Maut-Knöllchen gibt

  • Laut ADAC kommen aus Österreich und Italien besonders oft Bußgeld- und Maut-Nachforderungen. In Österreich klebt das "Pickerl" oft an einer falschen Stelle – zum Beispiel auf dem Tönungsstreifen. In Italien ist das Maut-Bezahlsystem oft so kompliziert, dass Touristen es nicht schaffen, zu bezahlen. Außerdem ist das Bezahlen ohne Kreditkarte an manchen Mautstationen in Frankreich, Italien und Spanien gar nicht mehr möglich. Eine Kreditkarte hat aber nicht jeder Urlauber.
  • Auch die zunehmende Digitalisierung der Mautsysteme trifft viele Touristen unvorbereitet, beispielsweise die Umweltplakette für Paris. Wer mit dem Auto in der französische Metropole unterwegs ist, muss mindestens drei Wochen vor Reiseantritt online eine Umweltplakette bestellen.


  • Ebenso gibt es in England, Irland und Norditalien Strecken, für die man sich schon vor der Durchfahrt im Internet registrieren muss.
  • Portugal und Polen setzen auf verschiedenen Streckenabschnitten auch auf elektronische Bezahlsysteme. Sie erfassen die gefahrenen Kilometer über einen zu erwerbenden Transponder.
  • Für Ungarn, Rumänien und die Slowakei hingegen benötigen Autofahrer eine E-Vignette.

  • In Frankreich gibt es zudem oft Probleme mit der richtigen Klassifizierung der Fahrzeuge. Die wird nämlich unter anderem nach der Fahrzeughöhe vorgenommen. Feste Aufbauten zählen mit – aber zum Beispiel keine Dachboxen. Und das führt bei automatischen Mautstellen oft zu falschen Höhenmessungen. Der Tipp deshalb: Gucken, in welcher Kategorie das eigenen Auto gelandet ist. Und wenn das nicht stimmt, das Mautpersonal rufen. Laut ADAC können die fehlerhaften Buchungen aber auch gegen Vorlage der Quittung und einer Kopie des Fahrzeugscheins später reklamiert werden.

Mautstrecke oder nicht?

  • Am besten informiert man sich schon vor der Fahrt in den Urlaub über die Vignetten- und Mautkosten, sowie die Zahlungsmodalitäten auf der Strecke. Das geht unter anderem auf den Webseiten des ADAC oder des AvD.

  • Dabei kann man sich auch alternative Routen und Strecken ohne Mautstraßen anzeigen lassen. Nur wird die Reise dadurch oft deutlich länger. Ein Beispiel: Von Dortmund an die französische Cote d’Azur braucht man auf der schnellsten Route – das sind rund 1.200 Kilometer - knapp 13 Stunden. Allerdings werden für einen PKW rund 80 Euro an Maut- und Vignettenkosten fällig. Wo die Autobahnfahrer abkassiert werden, kann man natürlich auch auf die Landstraße ausweichen. Das ist auch nicht weiter - aber dauert knapp 18 Stunden.

Unterschiedliche Regeln für Wohnwagengespanne

  • Mindestens genauso vielfältig wie die Mautregeln sind die Regeln für die Straßengebühren von Wohnwagengespannen:  In der Schweiz muss man zum Beispiel eine extra Vignette für den Wohnwagen kaufen, also zweimal 38 Euro zahlen. In Dänemark und Schweden ist die Maut doppelt so hoch, wie bei einem PKW. In Italien richtet sich die Maut laut ADAC nach der Achszahl.
  • Deshalb auch hier der Tipp: Schon vor der Fahrt informieren, welche Regelung auf der Urlaubsstrecke gilt.

Stand: 13.07.2017, 14:59