Handys bestellen im Netz: Wie erkenne ich seriöse Händler?

Einkaufstüten hinter einem Laptop und rote Würfel mit Prozentzeichen

Handys bestellen im Netz: Wie erkenne ich seriöse Händler?

Von Katja Scherer

Moderne Handys sind teuer: Top-Modelle von Markenherstellern kosten oft mehrere hundert Euro. Im Internet können Käufer mit etwas Glück gute Angebote finden. Aber Vorsicht: Manchmal entpuppen sich vermeintliche Schnäppchen als Falle. Mit ein paar Regeln können sich Verbraucher vor Fehlkäufen schützen.

Moderne Handys sind teuer: Top-Modelle von Markenherstellern kosten oft mehrere hundert Euro. Im Internet können Käufer mit etwas Glück gute Angebote finden. Aber Vorsicht: Manchmal entpuppen sich vermeintliche Schnäppchen als Falle. Mit ein paar Regeln können sich Verbraucher vor Fehlkäufen schützen.

Aufs Impressum achten

Wer ein Handy online kauft, sollte zunächst prüfen, ob der Online-Shop professionell gestaltet und aufgebaut ist: Rechtschreibfehler etwa sollten auf der Seite nicht zu finden sein, die Produktinformationen sollten vollständig sein. Zudem lohnt sich ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Steht dort drin, dass der Shopbetreiber Kundendaten an Dritte weitergibt oder sind die AGBs nur in einer Fremdsprache zu finden – Finger weg. Auch das Impressum ist wichtig. Name, Anschrift und Kontaktinfos sollten dort zu finden sein. Idealerweise sollte der Anbieter seinen Firmensitz in Deutschland oder zumindest in der EU liegen. Das garantiert, dass die Ware EU-Standards entspricht und macht eine rechtliche Verfolgung bei Lieferproblemen zumindest nicht völlig unmöglich. Auch Informationen zum Widerrufsrecht, Rückgaberecht und der Kaufpreisrückerstattung sollten vorliegen. Zudem sollten Online-Shopper Preise vergleichen und gerade bei verlockenden Schnäppchen den Anbieter besonders genau prüfen.

Siegel als Wegweiser

Siegel etwa vom TÜV SÜD, vom Handelsinsitut EHI oder von Trusted Shops bieten einen guten Anhaltspunkt, ob ein Shop seriös ist oder nicht. Allerdings zeigen die meisten Siegel nur eine Momentaufnahme. Der TÜV SÜD etwa prüft ausgezeichnete Shops nur einmal im Jahr. Und auch Anbieter wie Trusted Shops können teils erst nach der Zertifizierung erkennen, ob ein Shop seriös ist oder nicht. So beispielsweise beim Online-Shop Beelara.de, gegen den derzeit das LKA Berlin ermittelt: Der Shop bekam am 13. Juni das Trusted Shops-Zertifikat verliehen; einen Tag später wurde ihm das Zertifikat wieder entzogen. Der Grund laut Trusted Shops: Der Shopbetreiber hatte deutlich mehr Kunden als er im Voraus bei Trusted Shops angegeben hatte. Kunden, die sichergehen wollen, dass ein Shop zertifiziert ist, haben bei Trusted Shops zwei Möglichkeiten. Einerseits können sie auf das im Shop abgebildete Siegel klicken und sollten dann automatisch auf das entsprechende Zertifikat weitergeleitet werden. Andererseits können sie auf der Internetseite von Trusted Shops nach einzelnen Shops suchen. Ist ein Shop dort nicht zu finden, ist er auch nicht zertifiziert. Bei anderen Siegeln gibt es ähnliche Verfahren.

Siegel und Bewertungssysteme nicht verwechseln

Einige Organisationen wie Trusted Shops oder das Handelsinstitut EHI bieten Bewertungssysteme an, die Onlinehändler für ihre Shops nutzen können. So wollen die Organisationen sicherstellen, dass Kunden fälschungsfreie, zuverlässige Bewertungen bekommen. Aber Achtung: Nur weil ein Online-Shop ein solches Bewertungssystem nutzt, heißt das noch lange nicht, dass er offiziell zertifiziert ist! Manche, seriöse Shops können sich die teils mehrere tausend Euro teuren Zertifikate einfach nicht leisten und nutzen daher nur die Bewertungssysteme. Andere, unseriöse Shops versuchen dagegen gezielt durch den Verweis auf die Siegel das Vertrauen der Kunden zu gewinnen – obwohl sie niemals zertifiziert werden würden.

Die richtige Zahlungsweise wählen

Um ganz sicher zu gehen, dass sie im Internet keine Ware bezahlen, die sie später nicht erhalten, sollten Kunden eines auf keinen Fall machen: Per Vorkasse bezahlen. Anbieter, die nur diese Zahlungsweise anbieten, sind in aller Regel unseriös. Die sicherste Zahlungsweise ist per Rechnung zu bezahlen, diese Zahlungsart wird allerdings nur selten angeboten. Gängiger und immer noch recht sicher ist dagegen die Zahlung per Lastschrift, die acht Wochen lang widerrufen werden kann. Alternativ können Kunden auch über Portale oder Zahlungsmittel buchen, die einen integrierten Käuferschutz bieten – also einspringen, falls ein Händler das Geld nicht zurück erstattet. Beispiele dafür sind Ebay oder Paypal.

Handys bestellen im Netz: Wie erkenne ich seriöse Händler?

WDR 2 Servicezeit | 11.08.2017 | 02:36 Min.

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Stand: 10.08.2017, 15:06