Gold "versilbern" – zum guten Preis

Gold "versilbern" – zum guten Preis

Von Miriam Torbeck

Der Goldpreis ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Viele überlegen, Schmuck, Münzen und Zahngold zu Geld zu machen. Wer an den falschen Ankäufer gerät, bekommt aber im Zweifel viel zu wenig für’s Gold.

In Währungs- und Finanzmarktkrisen wird Gold vielerorts als Geldanlage mit goldenem Boden gepriesen. Und an beinah jeder Straßenecke machen "Top-Tagespreise" beim Goldankauf Glauben, dass das Edelmetall ein goldener Anlagetipp ist. "Anlagemünzen und Barren aus Gold sind für viele der Schlüssel zum Glück. Denn schließlich hält man das Gold dann in den eigenen Händen", warnt die Verbraucherzentrale NRW vor trügerischer Sicherheit: "Egal, in welches Produkt investiert wird: Gold ist eine risikoreiche Geldanlage!" Angesichts der Goldgräberstimmung in Krisenzeiten sind die folgenden Tipps eine sichere Bank:

Gold "versilbern" - zum guten Preis

WDR 2 Quintessenz | 16.03.2017 | 03:13 Min.

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  • Kauf: Gold ist angesichts der boomenden Nachfrage inzwischen relativ teuer - der weitere Preisanstieg ist jedoch nicht garantiert. Und allgemeine Euphorie um eine Anlageform sind selten gute Zeiten, um in diese zu investieren. Zudem fallen, je nach Anbieter, unter Umständen erhebliche Gebühren beim Kauf an. Für Goldbarren können durchaus auch mal zehn Prozent der Kaufsumme oder mehr als Aufschlag auf den offiziellen Goldpreis fällig werden. Der Kauf kleiner Mengen (ein bis fünf Gramm) rechnet sich nicht, weil hier die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs besonders hoch ist.
  • Aufbewahrung: Das teure Edelmetall zu Hause im Wäscheschrank zu lagern, bedeutet ein hohes Risiko und ist nicht zu empfehlen. Stattdessen hinterlegen Anleger das Gold in der Regel in einem Schließfach bei der Bank. Kostenlos ist das aber nicht zu haben. Außerdem muss geklärt sein, bis zu welcher Summe der Inhalt des Schließfachs versichert ist. Im Falle eines Falles reicht diese Deckung vielleicht nicht aus und eine zusätzliche Schließfachversicherung wird nötig. Auch das sind laufende Kosten, die der Goldanleger tragen muss.
  • Währungsrisiko: Gold wird in US-Dollar gehandelt. Daher wirken sich Währungsschwankungen auf den Gegenwert in Euro aus. Fiktiv erhält der Goldverkäufer nämlich zunächst US-Dollar, die er dann in Euro umtauschen muss. Ein ungünstiger Umtauschkurs kann dann den Gewinn schmälern oder sogar Verlust bedeuten – obwohl der Goldkurs in Dollar gestiegen ist. Falls der Dollar aufgewertet wird, wirkt sich dies dann wieder positiv auf die Anlage aus.
  • Weder Zinsen noch Dividenden: Gold an sich ist nicht produktiv, denn es erarbeitet keine Gewinne wie ein Unternehmen, in das deren Aktionäre investieren. Und es zahlt keine Zinsen wie Banken und Staaten, denen die Käufer von Anleihen oder Besitzer von Festgeldkonten und Sparbriefen ihr Geld leihen. Es liegt einfach nur da, glänzt und wartet darauf, gekauft oder verarbeitet zu werden. Gewinne sind nur zu erzielen, wenn der Goldpreis steigt. Übersetzt heißt das: Anleger müssen hoffen, dass die Nachfrage nach Gold auch in der Zukunft anhält. Sollte die zurückgehen, fällt der Kurs. In der Vergangenheit waren starke Kursschwankungen keine Ausnahmen, sondern die Regel.
  • Goldene Anlageprodukte: Wer in stark nachgefragte Rohstoffe wie Gold investieren will, muss nicht unbedingt physisches Gold kaufen. Als Alternative bietet sich an, Aktien von Unternehmen aus der Goldbranche zu erwerben oder nach speziellen Investmentfonds aus dem Geldsektor Ausschau zu halten. Hände weg von Anlageprodukten, die man nicht versteht!

Die Verbraucherzentrale NRW bietet in ihren Beratungsstellen anbieterunabhängige Beratung zum Thema Geldanlage. Adressen unter www.vz-nrw.de/beratungsstellen. Auch ist hier der kostenlose Flyer "Gold – der sichere Hafen in Krisenzeiten?" erhältlich. Das Info-Material wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert.

Stand: 16.03.2017, 14:00