Geschönte Zahlen in der Einkommenssteuer

Geschönte Zahlen in der Einkommenssteuer

Von Immo Mäueler

Pfuschereien werden vom Finanzamt schnell entlarvt, weil mittlerweile fast papierlos gearbeitet wird und die elektronischen Daten schnell überprüft und Quervergleiche mit anderen Ämtern vorgenommen werden können. Folgende Punkte sollten Sie deshalb bei Ihrer Steuererklärung beachten.

Mehr Arbeitstage - mehr Pendelkosten?

Wie viele Werktage hat eigentlich ein Jahr? 220, 260, vielleicht sogar 300? Je mehr Arbeitstage man in der Steuererklärung angibt, desto mehr Geld gibt es für die Fahrtkosten zurück. Und woher soll das Finanzamt schon wissen, wer wann arbeitet, denkt sich vielleicht mancher.

Die schlechte Nachricht: Auch das Finanzamt weiß, dass an Feiertagen, Urlaubtagen, Krankheitstagen, während einer Kur oder während einer Fortbildung keine Pendelkosten anfallen.

Fast alle diese Faktoren sind heute irgendwo elektronisch erfasst, sei es im Computer des Arbeitgebers oder bei der Krankenkasse. Wenn das Finanzamt Beweise fordert, kann es unangenehm werden. Bis zu 220 Arbeitstage erkennt das Finanzamt ohne Prüfung an. Wer mehr arbeitet, muss das begründen und oft auch belegen.

Eingang eines Finanzamtes

Die meisten machen ihre Steuererklärung mittlerweile elektronisch.

Kilometer schinden?

30 Kilometer, 32 oder sogar 40? Geschummelt wird oft auch bei der Wegstrecke vom Wohnort zur Arbeitsstelle.

Elektronische Routenplaner machen es den Sachbearbeitern im Finanzamt leicht, kleine Lügen auffliegen zu lassen. Das Finanzamt kontrolliert die Strecke, lässt aber auch Routen zu, die länger sind als der kürzeste Weg, wenn es eine gute Begründung gibt. Der Umweg kann zum Beispiel nachvollziehbar sein, weil er im Berufsverkehr schneller zum Ziel führt.

Generell gilt: 30 Cent werden pauschal pro Kilometer anerkannt. Auch wer mit der Bahn oder dem Fahrrad fährt, darf wie ein Autofahrer 30 Cent pro Kilometer angeben. Allerdings darf die Fahrt nur einmal pro Tag angesetzt werden, sprich: es zählt die einfache Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsstätte.

Im Finanzamt werden die Kilometerangaben mittels Routenplaner überprüft.

Im Finanzamt werden die Kilometerangaben oft mittels Routenplaner überprüft.

Renovieren und Steuern sparen?

Wer etwas verschönern, modernisieren oder reparieren lässt, der kann dies steuerlich absetzen. Wenn also der Maler die Wände streicht , der Elektriker den Fernseher repariert oder der Gärtner den Rasen mäht, lohnt es sich, das anzugeben, denn bis zu 1.200 Euro weniger Steuern sind möglich.

Materialkosten fallen allerdings ebenso raus wie Neuanschaffungen (dazu gehören zum Beispiel ein Garagen-Neubau oder der Ausbau eines Dachgeschosses). 20 Prozent von den Lohnkosten, Anfahrtskosten sowie Maschinenstunden sind ansetzbar. Die Belege werden in der Regel geprüft. Voraussetzung: Der Handwerker hat eine Rechnung erstellt, die per Überweisung beglichen worden ist.

Das Finanzamt  erkennt bei Mietern auch Teile der Betriebskostenabrechung (Nebenkostenabrechnung) an, wenn der Vermieter die Kosten bescheinigt, zum Beispiel Lohnkosten für den Schornsteinfeger oder Hausmeister.

Bewusste Falschangaben können übrigens teuer werden: Neben der Geldstrafe muss man die Steuern plus Zinsen zurückzahlen.

Stand: 29.02.2016, 17:00