Facebook Marketplace

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Von Fabian Schmitz

Facebook ist überall. Über 2 Milliarden Menschen nutzen die verschiedenen Dienste des Sozialen Netzwerkes. Mit Facebook Marketplace startet das Unternehmen jetzt einen Angriff auf Ebay-Kleinanzeigen, Kalaydo und Co.

Wie finde ich den Facebook Marketplace?

Mit einer für Facebook erstaunlich nüchternen Pressemeldung gab das Unternehmen aus Kalifornien bereits vor zwei Wochen bekannt, dass der Facebook Marketplace nun auch für den europäischen Markt ausgerollt wird. Kein Wunder also, dass bisher nur die allerwenigsten  Nutzer Kenntnis vom neuen Kleinanzeigenportal genommen haben. Zurzeit ist der Marketplace nur über den PC nutzbar. Eine Einbindung in die App wird aber in den nächsten Wochen erfolgen. Auch sind noch nicht alle Nutzer für den Facebook Marketplace freigeschaltet. Der Soziale Netzwerk-Riese rollt neue Produkte immer in Wellen aus. Das heißt, die Nutzer werden nach und nach freigeschaltet. In NRW können im Moment rund Zweidrittel aller User den Marketplace besuchen. Wenn sie ihn denn finden. Denn der Zugang ist relativ unprominent in der Seite integriert. Oben links in der Ecke, im Reiter unter Name und Bild, findet man den Zugang. Ein neues Symbol, das ein Geschäft mit einer Markise zeigt - klickt man da drauf, ist man im Marketplace.

Facebook Marketplace

WDR 2 Servicezeit | 29.08.2017 | 03:14 Min.

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Wie funktioniert der Marketplace?

Das ist leicht zu beantworten: exakt so wie jedes andere Kleinanzeigen-Portal auch. Als Verkäufer lädt man ein Bild des Artikel hoch, den man verkaufen möchte, beschreibt den Artikel, legt einen Preis fest: fertig. Interessenten können direkt über den hauseigenen Facebook Messenger mit dem Verkäufer in Kontakt treten. Auch das Kaufen ist nicht innovativ. Hier kann man über die Suchmaske Artikel finden, indem man Schlagwörter eingibt oder in Kategorien eingrenzt. Der einzige Unterschied zu anderen Kleinanzeigenportalen ist die "Browse" Funktion. Klickt man auf Browse, schlägt Facebook Artikel vor, die einem gefallen könnten. Dabei nutzt Facebook das Wissen, das man dort über die User hat. Menschen, die sich für Autos und Motorräder interessieren und vielen Gruppen oder Seiten auf Facebook  mit dem Thema Motorsport folgen, bekommen in der "Browse" Funktion vor allem Artikel aus diesem Bereich angezeigt.

Lohnt sich der Marketplace schon?

Bisher noch nicht. Noch ist das Angebot im Facebook-Kleinanzeigen Markt relativ dünn. Als Verkäufer gibt es deutlich weniger Interessenten als beim großen Konkurrenten Ebay. Auch beim Kaufen sind die anderen Kleinanzeigenportale vorne. Das Angebot von Ebay-Kleinanzeigen ist mehr als zehnmal so groß.

Warum macht Facebook das eigentlich?

Facebooks Haupteinnahmequelle ist Werbung. Mit dem Marketplace erhält Facebook relevante Daten, die seine eigene Werbung für Kunden noch interessanter machen. Möchte man zum Beispiel ein neues Smartphone über den Facebook Marketplace kaufen, weiß Facebook nach der Suche genau, welches Smartphone der Nutzer haben möchte und was er bereit ist, dafür auszugeben. Diese Informationen kann das Unternehmen nutzen, um dem User personalisierte Werbeangebote zu zeigen. Zum Beispiel die Werbung eines Telefonunternehmens, das dieses Smartphone mit Vertrag im Angebot hat.

Außerdem plant Facebook, seinen eigenen Bezahldienst auszuweiten. Über den Facebook Messenger können sich Nutzer relativ simpel gegenseitig Geld zuschicken. In Deutschland wird diese Funktion allerdings noch fast überhaupt nicht genutzt. Das liegt vor allem daran, dass die Einrichtung relativ kompliziert ist und für das Nutzen der Zahlfunktion eine amerikanische Kreditkarte notwendig ist. Facebook plant aber, diesen Dienst für den europäischen Markt auszuweiten und hat bereits entsprechende Lizenzen gekauft. In Zukunft wird man also bei Käufen im Facebook Marketplace bargeldlos über den Messenger bezahlen können. Das schafft einen Anreiz, sich als Nutzer einen Account für den Bezahldienst zuzulegen. Dauerhaft könnte Facebook so also auch Unternehmen wie Paypal angreifen. Ab wann der Bezahldienst in Deutschland auch ohne amerikanische Kreditkarte funktioniert, ist allerdings noch nicht bekannt.

Wird der Marketplace noch erfolgreich?

Wirklich wissen kann man so etwas natürlich nicht, es spricht allerdings viel dafür. Schon jetzt werden rund 550 Millionen Artikel über Facebook verkauft. Das passiert aber momentan noch in Gruppen wie "Nettwerk", die es in jeder Stadt gibt. Das Potenzial ist also durchaus da.

Stand: 29.08.2017, 14:00