Übersicht: Energiesparen im Haushalt

Ein Zettel mit Energieeffizienzklassen klebt an einem Kühlschrank.

Übersicht: Energiesparen im Haushalt

Von Nico Rau

Stromsparen ist gut für die Umwelt. Und bringt bares Geld ein, wenn am Ende des Jahres die Stromrechnung ins Haus trudelt. So hört man das immer. Aber es stellt sich die Frage: Wie spare ich denn effektiv Strom in meinem Haushalt?

Viele Verbraucher wissen schlicht nicht, was bei ihnen zuhause wie viel Strom verbraucht. Eine Möglichkeit ist, den Stromverbrauch der Geräte und Lampen in den eigenen vier Wänden mit einem Strommessgerät zu testen. Ein Anbieterwechsel kann zudem bares Geld sparen, denn die Preise auf dem Strommarkt unterscheiden sich zum Teil erheblich.

Stromverbrauch selber messen

Allein die Messung des Stromverbrauchs führt nach den Erfahrungen der Energieberater oft schon dazu, dass Verbraucher ihr Verhalten ändern. Denn den wenigsten ist bewusst, was da alles den Stromzähler zum Rotieren bringt. Bei alten Kühl- und Gefrierschränken kann die Messung sogar eine einfache Entscheidungshilfe sein. Denn oft verbrauchen die alten Geräte so viel, dass sich die Investition in ein neues, energieeffizientes Gerät, schon nach wenigen Jahren rechnet.

Strommessgerät kaufen oder mieten

Einfache Strommessgeräte gibt es ab zehn Euro im Handel. Viele Energieversorger und die meisten Beratungsstellen der Verbraucherzentralen in NRW verleihen solche Geräte gegen Kaution.

Standby-Verlust messen

Der Standby-Verbrauch lässt sich sofort mit einem Messgerät ermitteln. Da die Geräte in den einfacheren Ausführungen bei Verbräuchen von unter einem Watt oft ungenau sind, macht es Sinn, mehrere Geräte - etwa einer TV-Anlage - zusammen im Standby-Modus zu messen. Beispiel: Ein Fernseher samt Sat-Reciever und DVD-Recorder hängt an einer Steckerleiste. Schließt man diese Steckerleiste komplett an ein Strommessgerät an, wird der Verbrauch aller Geräte zusammen angezeigt. Am besten ein bis zwei Minuten warten, bis alle Geräte nach der kurzen Stromunterbrechung wieder im Standby-Modus sind. Wenn dann zum Beispiel ein Verbrauch von 10 Watt angezeigt wird, bedeutet das: 10 Watt mal 24 Stunden mal 365 Tage ergibt den Gesamt-Standby-Verbrauch pro Jahr. In dem Beispiel: 87,7 Kilowattstunden, das sind ca. 25,16 Euro.

Verbrauchs-Strom messen

Den Verbrauch von Geräten in Betrieb misst man am besten über mehrere Tage. Beispiel Kühlschrank: Strommessgerät zwischen Stecker und Steckdose schalten, die Zeitmessung des Geräts aktivieren, oder Datum und Uhrzeit notieren und dann bei ganz normalem Gebrauch der Geräte eine Woche lang messen lassen. Multipliziert man das Messergebnis mit 52, erhält man den Gesamtverbrauch des Gerätes pro Jahr. Zu Schwankungen in der Messung kommt es natürlich, wenn Verhalten und Umstände über das Jahr variieren. So braucht die Gefriertruhe im Sommer mehr Strom, wenn die Umgebungstemperatur höher ist.

Stromverbrauch vergleichen

Die Energieagentur NRW bietet einen Strom-Check an, mit dem sich leicht errechnen lässt, ob der heimische Stromverbrauch dem Durchschnittsverbrauch entspricht oder etwa zu hoch ist.

Alt versus neu

Vor allem Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner sind Stromfresser. Umso mehr, je älter sie sind. Allerdings muss vor dem Austausch eines alten, aber noch funktionstüchtigen Geräts bedacht werden, dass Herstellung des neuen und Entsorgung des alten Geräts wiederum Energie verbrauchen und die Umwelt belasten. Bei einem Neukauf sollte man sich an zwei Dingen orientieren: Erstens, welches Gerät zu den eigenen Bedürfnissen passt – wie viel Kühlschrankvolumen wird wirklich benötigt? Und zweitens, welche Energieeffizienz das Gerät aufweist – also wie effektiv das Gerät Strom in Leistung umwandelt.

Orientierung bei Neukauf

Das EU-Energielabel hilft bei der Orientierung. Die Farbskala auf dem Label reicht von Dunkelgrün für die sparsamsten bis hin zu Tiefrot für die größten Stromfresser. A +++ ist hier die beste Energieeffizienzklasse. Dazu sollte der Verbraucher aber auch auf den exakten Stromverbrauch in Kilowattstunden pro Jahr achten, der ebenfalls auf dem Label angegeben ist. Denn die Effizienzklassen sind breit gefasst und so unterscheidet sich der Energieverbrauch von Gerät zu Gerät - auch in derselben Effizienzklasse - mitunter deutlich. Geräte mit hoher Effizienzklasse sind deutlich teurer, als andere Maschinen. Ob sich das lohnt, ist nicht pauschal zu beurteilen. Grundsätzlich amortisiert sich so ein Gerät umso schneller, je häufiger es in Betrieb ist.

Anbieterwechsel

Preise vergleichen

Mit den Zahlen aus der letzten Stromabrechnung und der eigenen Postleitzahl lässt sich über Vergleichsportale im Internet leicht errechnen, welche Anbieter zu welchem Preis Strom liefern. Dabei kann nur ein Cent Unterschied pro Kilowattstunde schon etwas ausmachen. Bei einem Verbrauch von 4.000 kWh im Jahr sind das nämlich bereits 40 Euro. Allerdings sollte man immer mehrere Vergleichsportale nutzen, denn keines der Portale listet alle Angebote und ist dazu komplett objektiv.

Billiger nicht immer am besten

Viele Anbieter locken mit erheblichen Rabatten bei Vorauskasse, langen Vertragslaufzeiten oder festen Strommengen. Alles Punkte, die Verbraucherschützer kritisch sehen. Insbesondere von festen Strommengen ist abzuraten. Wer die gebuchte Menge nicht abnimmt, zahlt trotzdem - und zwar für etwas, das er gar nicht genutzt hat. Auch sollten Verbraucher vor einem Wechsel checken, ob und wie der neue Anbieter zu erreichen ist. Bei einer teuren Hotline können sich sonst die Kosten bei eventuellen Fragen oder Problemen schnell läppern.

Wechsel in der Regel problemlos

Wird die Kündigungsfrist beim alten Anbieter eingehalten, ist der Wechsel meist einfach. Die meisten Formalitäten übernimmt dabei der neue Anbieter. Trotzdem macht es selten Sinn, alle paar Monate den Anbieter zu wechseln. Aber: Einmal im Jahr kann man schon kontrollieren, wie teuer oder billig der eigene Stromversorger ist.

Versorgungssicherheit

Anders als beim Wechsel des Telefon- oder Internetanbieters kann es beim Stromanbieterwechsel nicht passieren, dass der Kunde plötzlich für mehrere Wochen ohne Strom dasteht. Im Notfall übernimmt der lokale Anbieter die Versorgung.

Umwelt schonen mit grünem Strom

Mittlerweile tummeln sich zig Anbieter auf dem Markt des grünen Stroms. Auch viele alteingesessene Energieversorger bieten heute Ökotarife an. Und der Strom aus regenerativen Energien muss nicht unbedingt teurer sein als herkömmlicher Strom. Beim Umstieg auf grünen Strom sind zwei Aspekte wichtig: Achten Sie auf eine gute Zertifizierung, etwa vom TÜV, von ok-Power-Label, EcoTopTen oder Grüner Strom Label e.V. Allgemein gilt: Auch wenn nach dem Umstieg auf Ökostrom in der eigenen Leitung noch der gleiche Strom ankommt wie zuvor, sorgt der Umstieg dafür, dass die entsprechende Menge an Ökostrom ins Netz eingespeist wird und sich somit die Nachfrage nach grünem Strom erhöht. Diese Nachfrage muss von den Versorgern gedeckt werden. Ein weiteres Kriterium für die Auswahl das Anbieters: Einige Ökostromanbieter verpflichten sich, einen Teil ihrer Umsätze in neue Anlagen für erneuerbare Energien zu investieren.

Stand: 25.10.2016, 13:26