Fahrverbote für Diesel-PKW: Was tun?

Aus einem Autoauspuff kommt viel dreckige Luft.

Fahrverbote für Diesel-PKW: Was tun?

Von Frank Wörner

Die Debatte über Fahrverbote für Diesel-PKW verunsichert Autobesitzer. Viele fragen sich, ob sie ihren Wagen lieber verkaufen sollten, bevor er irgendwann praktisch nichts mehr wert ist. Was könnte man aber alternativ kaufen?

Diesel-PKW - behalten oder verkaufen?

Eine gute Frage - die sich leider bisher kaum beantworten lässt! Wer seinen Diesel-PKW behält, geht das Risiko ein, dass die Preise in der Zukunft deutlich fallen. Wer den Wagen jetzt verkauft, bekommt aber eventuell auch schon einen geringeren Preis, weil auch potenzielle Käufer verunsichert sind - eine seriöse Vorhersage der Wertentwicklung von Diesel-PKW ist derzeit leider nicht möglich! Hintergrund sind die unklaren Pläne für Fahrverbote von Diesel-Fahrzeugen. Bisher gibt es nur in Stuttgart einen konkreten politischen Beschluss - aber auch hier ist nicht im Detail geklärt, welche Fahrzeuge zu welchen Zeiten aus der Stadt ausgesperrt bleiben. In Nordrhein-Westfalen gibt es zwar auch Diskussionen über Fahrverbote, bisher sind dazu aber noch keine konkreten Beschlüsse gefallen.

Fahrverbote für Diesel-PKW: Was tun?

WDR 2 Quintessenz | 16.03.2017 | 03:15 Min.

Download

Für welche Diesel-Autos drohen Fahrverbote?

Grundsätzlich drohen die Fahrverbote für alle Diesel-PKW, die nicht die Abgasnorm Euro 6 erfüllen - also auch für relativ junge Fahrzeuge. Denn verpflichtend für alle Neuwagen ist die Norm erst seit September 2015! Eine Nachrüstung ist technisch sehr aufwändig und damit praktisch so gut wie ausgeschlossen - die Situation ist also anders als bei der Einführung der Umweltzonen, als viele Diesel-Fahrzeuge mit Partikelfiltern nachgerüstet werden konnten und so eine bessere Plakette bekamen.

Sind nur Diesel-PKW betroffen?

Das lässt sich nicht genau sagen. Fakt ist, dass auch moderne Benziner einen verhältnismäßig hohen Feinstaub-Ausstoß haben – jedenfalls, wenn der Motor mit der so genannten Direkteinspritzung arbeitet. Deshalb kann es sein, dass solche Benziner ebenfalls aus den Städten verbannt werden. Freie Fahrt hätten dann tendenziell nur noch ganz neue Autos - und ein Teil der älteren Benziner. Da die Politik eine weitere Plakette für die Umweltzonen neben den bisherigen (rot, gelb, grün) bisher aber abgelehnt hat, bleibt im Unklaren, welche Fahrzeuge möglicherweise von künftigen Fahrverboten betroffen sein könnten.

Stand: 16.03.2017, 00:00