Die 5 größten Fallen für Autofahrer

Die 5 größten Fallen für Autofahrer

Von Tobias Spelz

Ines Imdahl, Psychologin und Hans-Josef-Vogel, Servicezeit-Rechtsexperte analysieren und kommentieren die größten Verkehrs-Aufreger.

Falle 1: Geisterfahrer

Hinweisschild gegen Falschfahrer bei Autobahnausfahrt

Rund 3000 Falschfahrer werden jedes Jahr bundesweit gemeldet

Es ist die Situation, die kein Autofahrer erleben möchte. Rund 3000 Falschfahrer werden jedes Jahr bundesweit gemeldet. Ein Grund ist zum Beispiel das falsche Linksabbiegen auf die Autobahn-Auffahrt. Auch an Autobahnkreuzen, Raststätten und Zubringern kommt es zu Falschfahrten.

Und leider gibt es tatsächlich auch Menschen, die darauf wetten, erfolgreich eine Ausfahrt lang als Geisterfahrer durchzustehen. Wird die Fahrt im Radio gemeldet, gilt die Wette als gewonnen. So wird das eigene Leben und das der anderen Verkehrsteilnehmer riskiert.

Doch wie verhält man sich richtig, wenn ein Geisterfahrer auf der Strecke ist? Der ADAC rät, die Geschwindigkeit zu verringern, die Warnblinkanlage anzuschalten und auf den äußeren rechten Fahrstreifen oder, wenn möglich, auf den nächsten Parkplatz zu fahren oder die nächste Abfahrt zu nehmen. Außerdem den Verkehrsfunk aufmerksam hören, um zu erfahren, wann die Gefahr vorüber ist.

Wenn man selbst versehentlich zum Geisterfahrer wird, wird geraten, sofort Licht und Warnblinkanlage einzuschalten, an den nächstgelegenen Fahrbahnrand zu fahren, das Auto an der Schutzplanke abzustellen, vorsichtig auszusteigen und sich hinter die Schutzplanke zu stellen. Dann die Polizei rufen und auf Hilfe warten. Auf keinen Fall sollte man versuchen zu wenden!

Falle 2: Unfallflucht

Zettel an Windschutzscheibe informiert über Unfall

Ein Zettel an der Windschutzscheibe reicht bei einem Unfall nicht aus.

Vielen ist es unklar: wer nach einem kleinen Parkrempler einfach wegfährt, begeht eine Straftat. Die Folgen können drastisch sein: Geldstrafen, Punkte in Flensburg, Fahrverbot und möglicherweise sogar Haftstrafen. Denn allzu oft bleiben Unfallgegner auf dem Schaden sitzen, weil der Unfallverursacher – absichtlich oder unabsichtlich – den Tatort verlässt, ohne identifiziert werden zu können.

Generell gilt: wer einen Unfall verursacht, muss entweder warten, bis der Fahrer des anderen Autos kommt, oder er informiert die Polizei, die den Schaden aufnimmt und den Halter benachrichtigt. Laut ADAC muss man, wenn man kein Handy dabei hat, mindestens 30 Minuten am Ort des Geschehens warten, bis man zu einer Telefonzelle oder zur Polizei gehen kann. Eine Visitenkarte hinter den Scheibenwischer zu hängen, um den Fahrer des anderen Autos über den Unfall zu informieren, reicht im Übrigen nicht aus.

Falle 3: Kfz-Versicherung

Zu- und Abschläge bei Kfz-Versicherungen nach Altersklassen

Der Gesamtverband der Versicherer empfiehlt seinen Mitgliedern unverbindlich, die Preise ab einem Alter von 68 Jahren anzuheben.

Die Höhe der Kfz-Versicherung berechnet sich nach vielen unterschiedlichen Faktoren: zum Beispiel wie viele Kilometer fährt man pro Jahr? Wie ist das Auto untergestellt? Um was für eine Typklasse handelt es sich?

Doch auch das Alter des Fahrers spielt eine entscheidende Rolle. Stichproben der Servicezeit bei drei Kfz-Versicherern zeigten, dass die Prämien bei Fahrern ab 60 Jahren teilweise deutlich steigen. Bei einer Versicherung zahlte man mit 61 Jahren schon 6 % mehr als noch mit 60 Jahren. Mit 65 Jahren fanden sich Aufschläge von bis zu 11 %, mit 70 Jahren Aufschläge von bis zu 28 % und mit 75 Jahren zahlte man bis zu 65 % mehr als noch mit 60 Jahren.

Generell gilt: Der Gesamtverband der Versicherer empfiehlt seinen Mitgliedern unverbindlich, die Preise ab einem Alter von 68 Jahren anzuheben. Das ergebe sich aus dem errechneten Schadenbedarf. Vergleichen lohnt sich hier also jedes Jahr aufs Neue, da man die Kfz-Versicherung jährlich wechseln kann. Das kann sich lohnen. Denn nicht jeder Versicherer erhöht seine Preise im Alter gleich.

Falle 4: Urlaubsknöllchen

Ein französischer Strafzettel klemmt an einer Windschutzscheibe.

Bußgeldbescheide aus dem Ausland können in Deutschland nur vom Bundesamt für Justiz vollstreckt werden.

Der Urlaub ist vorbei, doch Wochen oder Monate danach flattert ein unangenehmes Andenken in den Briefkasten. Ein Knöllchen aus dem Ausland kann teuer werden. Falsch geparkt in Holland kostet zum Beispiel mindestens 90 Euro, eine Geschwindigkeitsüberschreitung in Frankreich bis zu 1500 Euro.

Doch was viele nicht wissen: Bußgeldbescheide aus dem Ausland können in Deutschland nur vom Bundesamt für Justiz vollstreckt werden. Hier gehen allerdings nur verhältnismäßig wenige Anfragen aus dem Ausland ein, kein Wunder: bleibt das Geld doch dann in Deutschland. Deshalb verschicken viele Länder die Knöllchen lieber direkt an die Verkehrssünder, auch wenn sie so eigentlich nicht vollstreckbar sind.

Dennoch ist es ratsam, die Knöllchen auch dann zu begleichen, wenn sie nicht vom Bundesamt für Justiz kommen, denn: reist man noch einmal in das Land ein, in dem man einen unbezahlten Bußgeldbescheid hat, kann es passieren, dass man bei einer Kontrolle festgesetzt wird, in extremen Fällen kann hier das Auto sogar beschlagnahmt werden.

Falle 5: Parkservice

Ein leerer Parkplatz

Wer sein Auto am Flughafen länger abstellen will, ist auf seriöse Parkplatz-Anbieter angewiesen.

Wer in Urlaub fliegt und mit dem eigenen Auto am Flughafen anreist, ist auf seriöse Parkplatz-Anbieter angewiesen, bei denen man den Wagen ein oder zwei Wochen unterstellen kann. Leider tummeln sich hier schwarze Schafe auf dem Markt, die anders mit den Autos umgehen als gewünscht.

In Düsseldorf gab es Fälle, in denen Autos wochenlang im Landschaftsschutzgebiet abgestellt oder für Spritztouren missbraucht wurden. Ein Kunde fand nach seinem Urlaub eine Hundeleine im Fußraum seines Wagens, außerdem waren 1000 Kilometer mehr auf dem Tacho.

Das Problem: Die Internet-Auftritte der Firmen sind oft professionell gestaltet, deshalb sollte man im Vorfeld unbedingt auf mögliche Bewertungen im Internet achten und das Unternehmen genau unter die Lupe nehmen. Auch hier gilt: das günstigste Anbieter ist nicht automatisch immer der Beste.

Stand: 18.08.2017, 15:48