Tipps und Kniffe fürs Bahnfahren

Zugbegleiter kontrolliert Bahnfahrkarten

Tipps und Kniffe fürs Bahnfahren

Mehr Ruhe im Waggon, Sitzplatz ohne Reservierung, preiswerte Tickets – Tipps und Tricks, die das Bahnfahren komfortabler machen.

Bahnfahren soll Spaß machen. Das hat auch die Bahn inzwischen entdeckt und will ihren Kunden das Reisen so angenehm und leicht wie möglich machen. Die neueste Verbesserung: Die App „DB Navigator“, mit der man Tickets buchen oder zum Beispiel Plätze reservieren kann, hilft jetzt auch, wenn es am Bahnsteig wieder heißt: "Dieser Zug verkehrt heute in umgekehrter Wagenreihung."

Bislang hat diese Nachricht beim Einfahren des Zuges oft für Chaos am Bahnsteig gesorgt. Weil all jene, die zu ihren reservierten Platznummern wollten oder in eine bestimmte Klasse, plötzlich begonnen haben auf dem Gleis den Zug entlang zu spurten. Oder sich durch die Abteile zu wursteln. Jetzt meldet die App schon früh, wenn die Reihenfolge der Waggons nicht mehr stimmt. Und zeigt an, in welchem Gleisabschnitt welcher Waggon nun tatsächlich hält. Das sorgt schon einmal für ein entspanntes Einsteigen.

Auch die richtige Platzwahl im Waggon verschafft Entspannung und Ruhe

Worauf muss ich also achten? Ein ruhiges Abteil erkennt man an einem Schild mit durchgestrichenem Handy. Hier darf nicht telefoniert werden. Und selbst wer über Kopfhörer laut Musik hört, wird schief angesehen. In einem normalen Waggon sollte man Folgendes beachten: Bei älteren Zügen am besten die Mitte des Wagons meiden, weil dort die Achsen ordentlich rumpeln. Bei neuen Zügen ist es genau umgekehrt. Wer ein sensibles Gehör hat, hört die Räder unter dem Drehgestell vorne und hinten im Wagen - in der Mitte ist es stiller. Ruhiger, weil eben auch oft am leersten, ist es am Ende des Zuges. Dort gibt es auch nicht so viel Durchgangsverkehr.                

Platz finden ohne Reservierung

Auch hier der Tipp: ganz hinten einsteigen – oder eben ganz vorne. Dort ist am wenigsten los. Da lohnen sich also ein paar Schritte mehr am Bahnsteig. Wenn man keinen Platz gefunden hat: Schon bei der Einfahrt in den nächsten Bahnhof gucken: Wo ist Bewegung, wo wird was frei. Wer sich freitags oder sonntags an einem der großen Hauptbahnhöfe in Deutschland in einen ICE drängeln muss, wird ohne Reservierung kaum Chancen auf einen Sitzplatz haben. Hier sollte man überlegen, lieber - wenn möglich - eine Station früher einzusteigen, statt am Hauptbahnhof.

Preiswerte Tickets

Die wichtigste Regel für Sparfüchse lautet: so früh wie möglich buchen. Die Bahn schaltet ihre Sparpreis-Tickets inzwischen schon sechs Monate im Voraus frei. Die Fahrt in der zweiten Klasse kostet dann auch im ICE nur 29 Euro, für kurze Strecken unter 250 Kilometer sogar nur 19 Euro. Für die Fahrt von München nach Hamburg zahlt man 29 Euro. Bahncard-Besitzer bekommen zusätzlich ihre abonnierten Prozente, zahlen also weniger. Allerdings: Spontan einen anderen Zug zu nehmen, ist bei Sparpreisen nicht erlaubt. Außerdem ist das Kontingent begrenzt und für Stoßzeiten oft schnell vergriffen. Für Fahrten unter der Woche - früh am Morgen oder spät abends - gibt es dagegen oft auch kurzfristig noch günstige Tickets.

Sparpreisfinder der Bahn nutzen

Wer nicht auf einen Reisetag festgelegt ist, kann besonders preiswerte Tickets bekommen. Dazu sollte man den Sparpreisfinder der Bahn nutzen. Manchmal gibt es dort auch noch Angebote, die über die normale Suchmaske nicht mehr zu finden sind. Über den Sparpreisfinder lässt sich auch das Europa Spezial-Ticket buchen, wenn man "Start oder Ziel außerhalb Deutschlands" auswählt. Damit kann man für 39 Euro in der zweiten Klasse in viele europäische Städte reisen.

Und dann noch das: Frische Luft schnappen oder Beine vertreten

Wer sich auf längeren Strecken die Beine vertreten oder frische Luft schnappen will, hat dazu die Gelegenheit, wenn der Zug einen kurzen Zwischenstopp macht, weil zum Beispiel ein Waggon abgekoppelt wird.

Tipps und Kniffe fürs Bahnfahren

WDR 2 Servicezeit | 17.08.2017 | 03:27 Min.

Download

Stand: 17.08.2017, 11:30