Tipps für den Gebrauchtwagenkauf im Netz

Tipps für den Gebrauchtwagenkauf im Netz

Wer ein gebrauchtes Auto kaufen möchte, findet meistens viele Angebote im Netz. Manche erscheinen geradezu traumhaft - da ist auf jeden Fall Vorsicht geboten. Auch bei Online-Auktionen sollte man vor dem finalen Klick einiges beachten.

Die Zeiten, als man samstags mit Kugelschreiber gewappnet den Automarkt der Zeitung auf der Suche nach einem günstigen Gebrauchtwagen durchforsten hat, sind längst vorbei. Heute reichen ein paar Klicks im Internet und man findet reichlich Angebote. Unverändert sind jedoch die Tücken beim Autokauf - mit dem Netz sind sogar neue Fallstricke hinzugekommen.

So wird der Autokauf nicht zum Desaster

Wer sein Traumfahrzeug im Internet gefunden hat, sollte das entsprechende Inserat nach Kontaktdaten des Verkäufers durchsuchen. Eventuell gibt es eine Homepage, auf der man sich über die Seriosität des Verkäufers vergewissern kann. Oder noch besser: Der Verkäufer hat eine Telefonnummer angegebenen, unter der man ihn erreichen und einen Besichtigungstermin vereinbaren kann.

Bewertungsprofil anschauen

Bei Auktionsplattformen wie Ebay sollte man als erstes das Bewertungsprofil prüfen: Seit wann ist der Verkäufer aktiv? Wie viele positive Bewertungen hat er? Welche Negativen? Vorsicht ist geboten, wenn das Ebay-Mitglied erst seit wenigen Tagen oder Wochen angemeldet ist. Vor dem ersten Gebot sollte man Kontakt mit dem Verkäufer aufnehmen. Bei Aussagen wie "ich verkaufe das Auto nur für einen Freund" sofort die Finger weglassen. Dahinter verbergen sich meistens Händler, die versuchen, die Gewährleistungspflicht zu umgehen.

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Vor dem Kauf auf jeden Fall besichtigen

Vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin und vergleichen Sie die Angaben zum Kilometerstand, Anzahl der Vorbesitzer und Angaben über Vorschäden mit den Daten aus dem Netz. Das Wichtigste dabei: Wenn man kein Fachmann ist, nimmt man entweder einen mit oder lässt das Fahrzeug prüfen. TÜV, GTÜ, ADAC, ACE und einige Werkstätten bieten für 35 bis 100 Euro solche Dienste an. Auf keinen Fall sich nur auf den Angebotstext verlassen. Auch unseriöse Verkäufer locken damit, dass man das Auto vorab besichtigen, Probe fahren oder begutachten kann.

Wenn man sein Auto gefunden hat

Bei Inseraten gilt: keine Anzahlung, nur Geld gegen Ware. Bei Ebay hat man mit jedem Gebot einen rechtsgültigen Kaufvertrag abgeschlossen - so lange, bis man überboten wird. Schließt man aber - wie oft üblich - bei der Übergabe einen neuen Kaufvertrag ab, ist dieser gültig und nicht mehr der Ebay-Kaufvertrag. Dies nutzen unseriöse Verkäufer, um auf Ebay gemachte Versprechen nicht halten zu müssen. Da werden dann beim neuen Vertrag einige Punkte weggelassen. Deshalb unbedingt Angebotstext und neuen Vertrag vergleichen.

Was in den Kaufvertrag gehört

In einem Kaufvertrag gehören alle Absprachen, bekannte Mängel und Besonderheiten. Das Protokoll der letzten Hauptuntersuchung, die Bescheinigung der AU und das Inspektionsscheckheft dokumentieren zudem die regelmäßige Wartung des Fahrzeugs. Aus dem Scheckheft lassen sich Informationen zum tatsächlichen Kilometerstand entnehmen.

Folgende Dokumente sollten beim Vertragsabschluss vorliegen:

  • Zulassungsbescheinigung Teil I
  • Zulassungsbescheinigung Teil II
  • Fahrzeuge, für die seit dem 1. Oktober 2005 keine neuen Dokumente ausgestellt wurden, benötigen den Fahrzeugbrief und dazu entweder den Fahrzeugschein oder die Anmeldebestätigung
  • Bescheinigung der letzten Haupt- und Abgasuntersuchung
  • Personalausweis des Halters (Überprüfen, ob die Daten mit denen im Fahrzeugbrief übereinstimmen)

Sicheren Übergabeort wählen

In der Regel holt der Käufer das Auto ab. Man sollte darauf achten, dass der Treffpunkt nicht abseits liegt, schließlich hat man viel Bargeld dabei. Wenn möglich sollte die Übergabe nicht im Dunkeln und bei Regen erfolgen, denn dann übersieht man leicht Mängel, Kratzer und Beulen. Am besten nimmt man noch eine Begleitperson mit.

Beliebte Betrugsmaschen

Grundsätzlich gilt: Ist ein Angebot so wahnsinnig gut, dass es kaum wahr sein kann, ist es meistens auch nicht wahr. Käufer sollten besonders dann skeptisch werden, wenn Anbieter um Vorkasse per Bargeldtransfer bitten. Die Betrüger wissen natürlich, dass die Geldsummen, um die es bei einem Autokauf geht, keinem Interessenten so leicht zu entlocken sind. Deswegen verlangen Sie beispielsweise zunächst nur die Transportkosten. Das ist wahrscheinlich auch nur ein Trick, um an Geld zu kommen. Die Empfänger sitzen in der Regel mit gefälschten Pässen im Ausland. Sobald das Geld abgehoben wurde, ist es unweigerlich verloren und kann auch nicht - wie etwa bei einer Lastschrift - zurückgeholt werden.

Keine Überweisung an Treuhandgesellschaft

In einer anderen Betrugsmasche spielen die Abzocker mit der Skepsis der Käufer. Der Verkäufer schlägt ein Transportunternehmen vor, welches das Geschäft treuhänderisch abwickeln soll. Das heißt: Der Kaufpreis wird vom Interessenten vorab an die Treuhandgesellschaft überwiesen und soll erst nach Überführung des Fahrzeugs an den Verkäufer übermittelt werden. Doch die Treuhandgesellschaft ist Teil der Betrugsmasche, auch wenn eine professionell gemachte Website mit Logos und Gütesiegeln dem Käufer Sicherheit vorgaukelt. Halten Sie sich daran: nur Ware gegen Geld!

Stand: 22.02.2016, 06:00