Die Abrechnung - Mobilität

Frau Tiedge mit ihren Kindern in einem Transportfahrrad

Die Abrechnung - Mobilität

Von Michael Lang

Wir sind viel unterwegs. Allein der durchschnittliche Arbeitsweg beträgt in Deutschland rund 17 Kilometer pro Strecke. Die meisten nehmen dafür das Auto. Aber es gibt oft auch andere, günstigere Verkehrsmittel.

Wann lohnt sich ein eigenes Auto?

Der durchschnittliche Arbeitsweg beträgt in Deutschland rund 17 Kilometer pro Strecke. Wer mit dem Auto fährt, zahlt schnell 500 Euro Spritkosten und mehr im Jahr. Hinzu kommen Tausende Euro für Fahrzeugunterhalt und Wertverlust.

Die Kosten für ein eigenes Auto kann man zum Beispiel mit einem Autokostenrechner im Internet berechnen. So lassen sich zum Beispiel die Ausgaben pro Kilometer bestimmen. Diesen Wert multipliziert man mit den gefahrenen Kilometern im Jahr und schon hat man einen konkreten Kostenüberblick. Ein normaler Mittelklassewagen kostet zum Beispiel rund 50 Cent pro Kilometer.

Die Abrechnung - Mobilität

WDR 2 Quintessenz | 10.01.2017 | 02:40 Min.

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Die Abrechnung - Mobilität Gespräch mit Mathias Dietz, ACE

WDR 2 Quintessenz | 11.01.2017 | 06:47 Min.

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Im zweiten Schritt berechnet man die Kosten für alle Alternativen mit denen das Auto ersetzt werden soll:

  • Wenn der Weg zur Arbeit unter 10 Kilometer liegt, könnte man vielleicht auch mit dem Rad fahren. Die Vollkosten für ein Fahrrad betragen geschätzt nur 10 Cent pro Kilometer. Also gerade mal ein Fünftel der Kosten für das Auto. Übrigens gibt es auch schon Arbeitgeber, die statt eines Dienstwagens ein Dienstfahrrad bereitstellen. Diese können auch privat genutzt werden, wenn man sie - wie Dienstwagen auch – in der Steuererklärung berücksichtigt.
  • Ein E-Bike wäre bei gleicher Laufleistung etwas teurer: Rund 20 Cent pro Kilometer. Aber das ist immer noch viel weniger als die Vollkosten für ein Auto. Auch ein moderner E-Roller könnte eine machbare Alternative sein. Natürlich muss man bei allen Zweirädern auch ein Budget für wetterfeste Kleidung mit einrechnen.
  • Im Vergleich ist auch eine Monats- oder Jahreskarte für Bus und Bahn oft erheblich günstiger, selbst wenn sie bei 80-90 Euro im Monat liegt. Voraussetzung ist natürlich, dass es eine geeignete Verbindung zwischen Wohnort und Arbeitsstelle gibt. Unter Umständen kann man von seinem Arbeitgeber ein kostengünstiges Jobticket bekommen. Das funktioniert wie eine Art Mobilitätsflatrate. Der Ticketkäufer kann beliebig viele Fahrten unternehmen, der Preis bleibt immer gleich. Im Unterschied dazu fallen beim Auto für jeden Kilometer zusätzliche Kosten an.
  • Auf ein Auto ganz verzichten muss man nicht. Die vielen neuen Carsharing-Angebote ermöglichen jederzeit die Anmietung von (Neu-)wagen. Die Fahrten werden minutengenau abgerechnet. Wer auf  das Auto verzichtet und deshalb mehrere tausend Euro einspart, kann dafür ziemlich häufig ein Carsharing-Auto, ein Taxi oder einen Mietwagen nutzen.
  • Auch Fahrgemeinschaften können attraktiv sein aus Kostenersparnis, aber auch für die bessere Umweltbilanz. Denn fahren drei oder vier Kollegen zusammen, sinken die CO2-Werte pro Kopf rapide.

Es lohnt sich, in jedem Fall genau nachzurechnen und sich vielleicht einfach mal trauen, die Alternativen zum Auto auszuprobieren.

Stand: 10.01.2017, 00:00