Es muss nicht immer das Neueste sein

Checkliste: Gebrauchte Smartphones kaufen

Es muss nicht immer das Neueste sein

Von Jens Gerke

In Deutschland wurden nach Schätzungen allein 2015 mehr als 25 Millionen Smartphones verkauft. Oft werden die Geräte nach nur zwei Jahren gegen neuere Modelle ausgetauscht. Das bietet Schnäppchen-Jägern eine Chance. Doch beim Kauf sollte man auf 6 Dinge besonders achten.

6 Dinge, auf die Sie achten sollten:

  • Kratzer oder Risse: Sind die Kratzer im Display zu tief, sollten Sie das Gerät nicht kaufen. Auch Risse im Display dürfen nicht sein. Ist der Rahmen des Smartphones deutlich eingedrückt oder verbogen, kann das Gerät einen hefigen Sturz erlitten haben, auch dann lassen Sie lieber die Finger davon.
  • Wichtigste Funktionen prüfen: Dazu sollten Sie sich am besten über die Schwachstellen des Geräts im Vorfeld informieren. Beispielsweise ist beim iPhones 4S häufig das WLAN defekt und/oder der Home-Button. Informationen über die Schwachstellen findet man im Netz. Auch der Anruf bei einer Reparaturwerkstatt kann Erhellendes bringen.
  • Netz- oder SIM-Karten-Sperre checken: Nehmen Sie Ihre SIM-Karte mit und legen Sie sie ins Gerät ein. Prüfen Sie, ob Sie sich im Netz einbuchen können. Achten Sie darauf, dass Ihre SIM-Karte auch in das neue Gerät passt. Während die „Standard“-Größe kaum noch verwendet wird, haben die neueren Geräte meist Micro- oder Nano-SIM-Karten.
  • Akku überprüfen: Bitten Sie den Verkäufer, den Akku des Geräts im Vorfeld voll aufzuladen. Starten Sie einige Apps und stellen Sie das Display auf maximale Helligkeit. Nutzen Sie das Mobiltelefon für einige Minuten, so dass der Prozessor arbeiten muss und das Display maximal leuchtet. Sollte sich der Akku in wenigen Minuten schon deutlich entladen, ist ein Austausch bald fällig. Von Vorteil ist hier, wenn der Akku wechselbar ist. Fest verbaute Akkus sind zwar auch oft in Reparatur-Werkstätten wechselbar, kosten aber dafür auch mehr.
  • Für Kleinanzeigenportale aus dem Internet gilt: Nehmen Sie vor dem Kauf Kontakt mit dem Verkäufer auf. Vereinbaren Sie einen Treffpunkt an einem neutralen und belebten Ort. So schließen Sie unseriöse Anbieter aus. Auf keinen Fall sollten Sie per Vorkasse oder Überweisung bezahlen, ohne das Gerät gesehen zu haben.
  • Original-Verpackung und Original-Zubehör: Sind oft ein Indiz dafür, dass die Geräte pfleglich behandelt wurden. Werden sie mitangeboten, ist das ein Pluspunkt.

Servicezeit vom 05.01.2016

Wo Kaufen - online oder im Laden?

Sowohl Kleinanzeigen-Portale im Internet als auch Handy-Läden vor Ort bieten gebrauchte Geräte an. Hinter den meisten Kleinanzeigen stecken private Verkäufer. Hier hat der Käufer kein Rückgaberecht und auch keinen Gewährleistungsanspruch. Daher sollte man nur Angebote aus der Region heraussuchen und sich das Gerät vor dem Kauf genauer ansehen – am besten man trifft sich an einem neutralen und belebten Ort mit dem Verkäufer.

Eine Frau schaut in ein Schaufenster, in dem Handys ausgestellt sind.

Sowohl Kleinanzeigen-Portale im Internet als auch Handy-Läden vor Ort bieten gebrauchte Geräte an.

Das Schnäppchen-Potenzial ist dafür allerdings sehr hoch. Dies hat zwei Gründe: Ersten sind es oft keine „Profis“, die einen maximalen Marktpreise austarieren und zweitens ist das Angebot oft sehr groß. Bei den Handy-Läden ist das Schnäppchen-Potenzial nicht ganz so hoch, denn die Profis wissen genau, wo der Marktwert liegt. Besonders bei den beliebten Modellen werden noch hohe Preise verlangt. Im Gegensatz zum privaten Verkäufer ist der Handyladen-Verkäufer verpflichtet mindestens ein Jahr Gewährleistung auf das Gerät zu geben

Kostenpflichtiger Check

Bei Geräten, die gebraucht auch noch einige hundert Euro kosten, lohnt sich eventuell ein kostenpflichtiger Check bei einer Handy-Reparaturwerkstatt. Sie schlagen mit 20 bis 30 Euro zu Buche, fördern aber oft Unerwartetes zu Tage. Allerdings muss ein Privatverkäufer auch bereit sein, nach einer Überprüfung das Gerät eventuell auch wieder zurückzunehmen oder es für die Prüfung zur Verfügung zu stellen.

Anders sieht es bei den Handy-Läden aus: Hier gilt das verkürztes Gewährleistungsrecht von einem Jahr. Zusätzlich sollte  ein 7- oder 14-tägiges Rückgaberecht vereinbart werden. Das geht beispielsweise handschriftlich auf dem Kassenbon, der Rechnung oder der Quittung.

Stand: 05.01.2016, 13:00