Hellas – Wiege europäischer Kultur

Hellas – Wiege europäischer Kultur

Von René Denzer

Blauer Himmel, blaues Meer, verträumte kleine Inseln, jede Menge alte Steine und leckeres Essen. Was zieht uns nach Griechenland und was mögen wir besonders? Im Rahmen unserer WDR 4 Ländertage holen wir ein Stück Griechenland zu Ihnen nach NRW.

Neoklassische Statue des antiken griechischen Philosophen Platon vor der Kunstakademie von Athen.

Homer, Sokrates, Platon, Aristoteles, Herodot und Hippokrates von Kos – Philosophen, Geschichtsschreiber, Naturwissenschaftler des antiken Griechenlands haben das heutige Verständnis von Politik, Kunst, Philosophie und Wissenschaft maßgeblich geprägt. Deswegen gilt Griechenland auch als Wiege der europäischen Kultur.

Homer, Sokrates, Platon, Aristoteles, Herodot und Hippokrates von Kos – Philosophen, Geschichtsschreiber, Naturwissenschaftler des antiken Griechenlands haben das heutige Verständnis von Politik, Kunst, Philosophie und Wissenschaft maßgeblich geprägt. Deswegen gilt Griechenland auch als Wiege der europäischen Kultur.

Nach dem Ende der Antike und dem Aufgehen in verschiedene Großreiche, folgte im 19. Jahrhundert im Zuge der griechischen Revolution die Unabhängigkeit und es entstand der griechische Staat. Dessen Nationalhymne, die "Hymne an die Freiheit", entstammt dem gleichnamigen, 1823 von Dionysios Solomos geschriebenen Gedicht aus 158 Vierzeilern. Gesungen wird heute jedoch nur die Vertonung der ersten beiden Strophen des Textes.

Über 3000 aller Inseln des Mittelmeers, also rund 82 Prozent, verwaltet Griechenland. Doch nicht nur Inseln, Küste und Meer prägen das Landschaftsbild des Landes, sondern auch die Berge. Griechenland hat einen Gebirgsanteil von rund 80 Prozent.

Nicht so hoch wie die Gebirge, aber von besonderer Bedeutung, ist die Akropolis. Sie ist im ursprünglichen Sinn der zu einer Stadt gehörige Burgberg samt Wehranlage. Die Akropolis in Athen ist die bekannteste Vertreterin dieser Stadtfestungen des antiken Griechenlands. Seit 1986 ist sie Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Kultur steckt in Griechenland in scheinbar jedem Stein. Das antike Olympia, die Kultstätte Epidauros, das Orakel von Delphi, der Knossos-Palast auf Kreta, aber auch die Bergfestung Mystras oder die Meteora-Klöster sind eine Reise wert. Die Klosteranlagen auf den steilen Steinfelsen waren zudem spektakulärer Drehort für Roger Moore in dem James-Bond-Film "In tödlicher Mission". Obwohl dem Film-Team eine Dreherlaubnis seitens der Regierung vorlag, waren Mönche der Agía Triáda (Kloster der Heiligen Dreifaltigkeit) nicht erfreut darüber und haben ihr Kloster mit riesigen Stofftüchern und Flaggen verkleidet.

Beim Thema Kultur darf eines nicht fehlen: das Essen. Die griechische Küche ist geprägt von den geographischen Gegebenheiten des Landes und hat viel mehr zu bieten als das Fleisch vom Spieß. Das wird als einfaches schnelles Gericht meist nur in Imbissen zubereitet. Restaurants servieren in Griechenland in der Regel kein Gyros. Fisch und Meeresfrüchte spielen eine große Rolle, ebenso Schaf- und Ziegenfleisch sowie Gemüse. Die typisch griechische Küche bevorzugt Hauptgerichte, die im Backofen zubereitet werden – wie Moussaka (Foto). Zu allen Gerichten wird Brot gegessen. Gekocht wird im Allgemeinen mit viel Olivenöl.

Das wird aus dem Fruchtfleich und aus dem Kern von Oliven gewonnen. In Griechenland gibt es mehr als 50 Olivensorten. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen auf der Peloponnes, Kreta, Lesbos und einigen anderen Inseln. Mit etwas über 200 000 Tonnen ist Griechenland nach Spanien und Italien laut Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2014 der drittgrößte Olivenölproduzent der Welt.

Weltbekannt ist nicht nur das Öl, sondern auch der Sirtaki. Bei dem Tanz stehen die Tänzer in einer langen Reihe nebeneinander und haben die Arme jeweils über die Schulter des Nachbarn gelegt und es wird abwechselnd das rechte und das linke Bein gehoben und einen Schritt weiter gehüpft. Erfunden haben soll ihn der Schauspieler Anthony Quinn in seiner Rolle des "Alexis Sorbas" im gleichnamigen Film von 1964. Die Entstehung der legendären Szene mit dem verschleppten Tanzstil, begründete Quinn mit einer Fußverletzung. Der Kalamatianós und Sirtós gelten als die "Nationaltänze".

Verletzungsfrei blieben die Kicker der griechischen Nationalmannschaft im Finale der Fußballeuropameisterschaft 2004 in Portugal. Gegen den Gastgeber setzte sich das Team vom deutschen Trainer Otto Rehagel mit einem 1:0 durch Angelos Charisteas durch und konnte erstmals den Pokal gewinnen. Trainer Rehagel (Foto) wurde daraufhin in Abwandlung des griechischen Heldennamens Herakles in "Rehakles" getauft und in den (Fußball-)Olymp gehoben.

Apropos Sport. Eng mit Griechenland verknüpft sind die Olympischen Spiele. In der Antike waren sie ein bedeutendes Sportereignis, das in Olympia ausgetragen wurde. An diese Tradition knüpften die Olympischen Spiele der Neuzeit (Einführung 1896) an. 2004 fanden sie wieder in Athen statt. Vom Glanz der Spiele ist Jahre danach nichts mehr zu sehen, die meisten Sportstätten rotten vor sich hin. Es fehlt das Geld. Sie sind zum Sinnbild der Finanzkrise in Griechenland geworden, die bis heute andauert.

Stand: 10.08.2017, 00:00 Uhr