Balu im Frachtraum? Fliegen mit dem Hund

Ein Hund sitzt in einem geöffneten Lederkoffer

Balu im Frachtraum? Fliegen mit dem Hund

Bei den meisten Fluglinien kann man Hunde auf den Flug mitnehmen – kleine in der Kabine, größere im Frachtraum. Gerade im Frachtraum bedeutet das Fliegen für Hunde aber großen Stress.

Frühzeitig informieren

Flugzeug in der Luft

Die Mitnahme eines Hundes im Flieger erfordert viel Recherche. Informieren Sie sich frühzeitig, denn die Fluggesellschaften haben sehr unterschiedliche Bestimmungen für die Mitnahme von Tieren. Bei einigen sind etwa nur Hunde bis zu einem Gewicht von 6 Kilo in der Kabine erlaubt, bei anderen darf das Tier 8 oder 10 Kilo wiegen. Bei vielen Airlines sind auf bestimmten Destinationen keine Tiere zugelassen. Manchmal werden auch bestimmte Rassen abgelehnt, zum Beispiel so genannte Kampfhunde oder stumpfnasige Rassen wie Bulldogge, Mops oder Pekinese, weil die bei Hitze oder Stress schnell zu Atemnot neigen. Ryanair und Easyjet transportieren überhaupt keine Tiere, bis auf Blindenhunde. Auch zu der Transportbox oder -tasche gibt es unterschiedliche Vorschriften. Einen guten ersten Überblick bietet das Online-Flugportal Skyscanner.de. Vergessen Sie auch nicht, sich über die Einreisebestimmungen des Ziellandes für Tiere zu informieren!

Fliegen mit dem Hund

WDR 2 Servicezeit | 16.06.2017 | 02:41 Min.

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Bei der Planung nach dem Hund richten

Eine Frau spaziert mit ihrem Golden Retriever bei strahlendem Sonnenschein an einem Rapsfeld entlang

Richten Sie sich bei der Planung Ihrer Flugreise so weit wie möglich nach Ihrem Hund: Muss das Tier in den Frachtraum, buchen Sie unbedingt einen Direktflug. Jedes Umladen bedeutet zusätzlichen Stress und birgt Risiken. Für den Hund ist es besser, wenn Sie eventuell noch eine Autofahrt an den Flug anhängen, um Ihr eigentliches Ziel zu erreichen. Vermeiden Sie Flughäfen mit einem besonders heißen Klima. In den USA etwa kann das Klima regional stark variieren. Auch hier gilt: Besser zusätzlich noch ein Stück Auto oder Zug fahren. Wählen Sie die Abflugzeit so, dass Sie vorher mit dem Hund noch einen langen Spaziergang machen können, und Sie selber möglichst ohne Stress am Flughafen ankommen - Ihre Stimmung überträgt sich auf das Tier.

Gefahr beim Verladen

Ein Beagle sitzt in in einer Transportbox an einem Flughafen

Manchmal kommt es beim Transport von Tieren zu Verletzungen oder sogar zu Todesfällen. Dabei lauert die Gefahr meist nicht im Frachtraum, in dem eine konstante Temperatur herrscht, sondern auf dem Rollfeld. Wenn etwa die Gepäckverladung ins Stocken gerät, kann es passieren, dass auch das Tier längere Zeit bei Hitze oder Kälte in seiner Transportbox auf dem Rollfeld steht, warnt der Tierschutzverband NRW. Hohe Temperaturen können bei einem Hund dann schnell zu einem Hitzschlag führen. Wenn die Maschine lange auf dem Rollfeld festhängt oder es ein Problem bei der Gepäckverladung gibt, sollten Hundehalter deshalb energisch darauf bestehen, dass man sich um ihr Tier kümmert.

Vorsicht mit Beruhigungsmitteln

Bunte Mischung aus verschiedenen Tabletten

Gerade wenn der Hund in den Frachtraum muss, liegt es nahe, ihm den Flug mit einem Beruhigungsmittel zu erleichtern. Damit sollte man allerdings vorsichtig sein: Beruhigungsmittel können Kreislaufprobleme oder andere Nebenwirkungen verursachen. Wenn das während des Fluges passiert, ist kein Tierarzt zur Stelle. Solche Mittel sollten daher nur nach gründlicher Absprache mit dem Arzt verabreicht werden. Und am besten sollte man schon zuhause testen, ob der Hund sie verträgt.

Die Preise für das Hundeticket

Geldscheine mit Münzen

Die Preise für den Hund an Bord variieren stark, und sind oft auch noch nach Größe des Tieres oder nach Flugstrecke gestaffelt. Die Mitnahme eines kleinen Hunde in der Kabine kostet mindestens 20 Euro, meist aber eher 40 bis 50. Der Transport eines großen Hundes im Frachtraum schlägt mit 100 bis 400 Euro zu Buche.

Überlegen Sie, ob der Flug mit dem Hund nötig ist

Boxer Greta liegt im Hundehotel "World of Animals 4 Pfoten Resort" nahe Bad Birnbach auf einem Liegestuhl

Einen Flug in der Passagierkabine nehmen die meisten Vierbeiner gelassen hin. Anders sieht das für größere Hunde aus, die in den Frachtraum müssen; sie sind von ihrem Besitzer getrennt und deshalb der Aufregung bei Lärm, Start und Turbulenzen allein ausgesetzt. Zudem kann diese Form des Reisens auch gefährlich für sie sein. Hundehalter sollten sich deshalb genau überlegen, ob ihr Liebling unbedingt mit muss, oder ob er nicht bei Freunden oder in einer guten Tierpension besser aufgehoben ist. Liegt das Reiseziel in Europa, sollten Sie überlegen, ob es nicht auch mit dem Auto erreichbar ist. Die meisten Hunde vertragen selbst lange Autofahrten gut.

Stand: 16.06.2017, 13:37