Angeberwissen für die Wiesn

Angeberwissen für die Wiesn

Das Oktoberfest gehört zu München? Früher vielleicht. Heute muss man nicht mehr nach Bayern fahren, um in Dirndl und Lederhose Bier zu trinken. Damit's aber auch an Rhein und Ruhr authentisch zünftig wird, haben wir Tipps und Angeberwissen für die Exil-Wiesn zusammengetragen.

Mats Hummels mit Cathy Fischer beim Oktoberfest Besuch des FC Bayern Muenchen am 02.10.2016.

Mode auf der Wiesn

Ein absolutes Muss für jeden, der "authentisch" auf die Wiesn starten will: Dirndl beziehungsweise Lederhose - so, wie Bayern-Star Mats Hummels und seine Ehefrau Cathy beim Oktoberfest 2016. Was gar nicht geht sind Seppelhut und Turnschuhe.

Mode auf der Wiesn

Ein absolutes Muss für jeden, der "authentisch" auf die Wiesn starten will: Dirndl beziehungsweise Lederhose - so, wie Bayern-Star Mats Hummels und seine Ehefrau Cathy beim Oktoberfest 2016. Was gar nicht geht sind Seppelhut und Turnschuhe.

Was trägt Frau?

Natürlich trägt das Dirndl ein Dirndl. Geblümt, kariert, schlicht oder knallbunt: Die Auswahl an Dirndln ist auch in NRW riesig. Als Faustregel für die Länge gilt: Der Saum gehört einen Maßkrug breit über den Boden. Etwas kürzer ist auch erlaubt, verpönt sind aber Mini-Dirndl.

Was hat es mit der Schleife auf sich?

Die Symbolik der gebundenen Dirndl-Schleife gilt es in jedem Fall zu beachten. Wird die Schleife auf der rechten Seite gebunden, signalisiert das: Die Trägerin ist vergeben. Singles tragen die Schleife links. Wenn die Schleife hinten gebunden ist, ist die Frau entweder verwitwet oder Kellnerin.

Was trägt Mann?

Hemd, Lederhose, Loferl (Stulpen) und Haferl-Schuhe – das sind die vier Basics für den Herren im Festzelt. Wichtig dabei: Die Lederhose sollte tatsächlich aus Leder sein und kein Polyester-Exemplar aus dem Karnevalsfundus. Die Loferl wärmen die Waden der Herren und sollten immer symetrisch an beiden Waden auf einer Höhe sitzen. Über den ursprünglichen Grund, warum sie getragen wurden, streiten sich die Experten. Manche sagen, sie sollten die Beine warmhalten. Andere behaupten: Sie sollten vor allem die Wadenmuskeln dicker erscheinen lassen.

Darf ich auf dem Tisch tanzen?

Tanzen und schunkeln nicht nur erlaubt sondern ausdrücklich gewünscht – allerdings nicht auf dem Tisch. Gern gesehen und gehört wird auch kräftiges Mitsingen – unter einer ausgeprägten Blasmusik- oder Schlager-Allergie sollte man allerdings nicht leiden, wenn man auf die Wiesn geht. Faustregel: Alles was am Ballermann und auf der Skihütte für Stimmung sorgt, landet auch irgendwann im Bierzelt.

Was trinke ich da eigentlich?

In München dürfen sechs Brauereien das Oktoberfest mit Bier versorgen. Ausgeschenkt wird ein Bier, das etwas stärker ist als das normale Helle. Getrunken wird aus der Maß. Und es heißt immer DIE Maß – und nicht der oder das Maß. Ist die Maß fast leer, hat man noch ein "Noagerl" im Glas – einen letzten Rest. Den trinkt man entweder aus, lässt ihn stehen oder füllt ihn in die neue Maß um. Die für dieses Jahr von der CSU geforderte "Bierpreisbremse" mit Deckel bei 10,70 Euro pro Maß wurde vom Münchener Stadtrat übrigens nach heißer Diskussion abgelehnt. Die SPD nannte den Vorschlag "populistisch und beifallheischend". Was bleibt: Um 22.30 Uhr gibt’s die letzte Runde - dann wird der Bierhahn bis zum nächsten Mittag hochgedreht.

Woher stammt die Tradition des Oktoberfests?

Am 17. Oktober 1810 wurde zum ersten Mal am damaligen Stadtrand von München gefeiert. Der Grund war die Hochzeit von König Ludwig I. und Therese von Bayern, zu deren Ehren ein Pferderennen ausgerichtet wurde. Der Name für diese "Wiese" wurde übrigens damals von der Braut übernommen und seitdem heißt sie Theresienwiese. Aus dem einmaligen Spektakel wurde eine Festtradition – die mittlerweile weltweit ihre Nachahmer findet.

Wie sicher ist das Oktoberfest?

Weniger Angeberwissen, aber dennoch gut zu wissen: Wegen der gestiegenen Terrorgefahr und nach Anschlägen wie in Nizza und Berlin werden die Sicherheitsvorkehrungen in diesem Jahr zumindest bei der Münchener Wiesn deutlich verstärkt. Die Kosten für mehr Videoüberwachung, Sicherheitspersonal oder Lastersperren seien im Vergleich zum Vorjahr um 400 Prozent gestiegen, so die Stadtverwaltung. Die Ausgaben werden auf Wirte, Schausteller und Marktkaufleute umgelegt - und könnten sich so auch auf die Maß-Preise auswirken.

Stand: 12.09.2017, 06:00 Uhr