Genähte Weihnachtskarten

Genähte Weihnachtskarten

Die Adventszeit naht und damit auch die Weihnachtspost! Wie wäre es dieses Jahr mit einer ganz besonderen und persönlichen Weihnachtskarte? Nämlich selbstgenäht! Hobby-Näherin Karin Moslener zeigt, wie es geht.

Frei-Hand nähen mit der Nähmaschine – so wird jede Karte ein Unikat. Der Stoff wird zur Leinwand, die Nähmaschine zum Pinsel. Die Schritte dazu zeigt uns Hobbyschneiderin Karin Moslener - Step by Step!

Anleitung selbstgenähte Weihnachtskarten

Schritt für Schritt zur persönlichen, selbstgenähten Weihnachtskarte

Die genannten Materialien liegen auf einem Tisch

Sie benötigen: - Fertige blanko Weihnachtskarten (oder Pappe, aus der Sie Karten zuschneiden können) - Stoffreste in verschiedenen Farben aus Webware - Eine Schere - Passendes Nähgarn - Papierkleber und evtl. Sprühkleber

Sie benötigen: - Fertige blanko Weihnachtskarten (oder Pappe, aus der Sie Karten zuschneiden können) - Stoffreste in verschiedenen Farben aus Webware - Eine Schere - Passendes Nähgarn - Papierkleber und evtl. Sprühkleber

Zunächst werden aus den Stoffen vier Dreiecke, ein kleines Rechteck und ein Stern ausgeschnitten (Evtl. auch noch die Karte aus Pappe). Dabei kommt es nicht darauf an, dass alles besonders ordentlich ist. Ganz im Gegenteil! Gerade das macht am Ende jede Karte so einzigartig!

Nun muss die Nähmaschine umgebaut werden. Eigentlich hat fast jede Nähmaschine ein sogenanntes „Stopffüßchen“ im Zubehörfach. Dieses bitte nach der Betriebsanleitung einbauen!

Danach muss der „Transporteur“ der Maschine versenkt werden, damit der Stoff, bzw. das Papier nicht mehr von der Nähmaschine transportiert wird, sondern frei verschoben werden kann. Bei vielen Maschinen kann man den Transporteur aber nicht versenken, dann muß eine Stichplatte aufgeschraubt werden. Sie verdeckt den Transporteur und verhindert somit den Transport des Stoffes/Papieres. Auch hier bitte unbedingt in der Betriebsanleitung nachlesen!

Nun wird genäht. Die einzelnen Stoffteile werden in Schichten gearbeitet. In meinem Beispiel wird zunächst das kleine Rechteck - das ist mein Baumstamm - ganz unten auf die Karte genäht. Für Anfänger ist es hilfreich, wenn der Stoff vorher mit Sprühkleber auf der Karte fixiert wird. So kann nichts verrutschen. Das ist aber nicht unbedingt notwendig! Durch den abgesenkten Transporteur kann nun die Karte mit dem Stoff beim Nähen in alle Richtungen geschoben und gezogen werden. Man „malt mit der Nähmaschine“. Besonders schön sieht es aus, wenn jede Linie (Naht) mindestens drei mal mit der Maschine „gemalt“ (genäht) wird.

Auf die gleiche Weise wird Schicht um Schicht ein Dreieck - mein Baumzweig - nach dem anderen „aufgemalt“ (genäht). Gerade durch die Unregelmäßigkeit der Stiche sieht es nun wirklich wie gezeichnet aus!

Wenn nun auch noch der Stern seinen Platz gefunden hat, sollte das fertige Motiv auf eine Karte geklebt werden. Jetzt können auf die Rückseite die Weihnachtsgrüße geschrieben werden.

Mit ein wenig Fantasie entstehen so sehr individuelle und einzigartige Weihnachts-Grußkarten.

Malen mit der Nähmaschine

Freihand-Nähen bezeichnet man auch als Malen mit der Nähmaschine. Dabei wird das zu bestickende Stoffteil unter die Nähmaschine gelegt. Für das Freihand-Nähen braucht man die Oberfadenspannung. Die entsteht aber erst, wenn bei der Nähmaschine der Nähfuß heruntergelassen wird. Mit heruntergelassenem Nähfuß lässt sich der Stoff aber nicht frei bewegen.

Zwei Hände nähen ein Stück Stoff mit Hilfe einer Nähmaschine in der Nahaufnahme

Nähfuß

Hier kommt der Freihand-Nähfuß, bzw. Stopffuß zum Einsatz. Er ist so konstruiert, dass er während des Nähvorgangs die Oberfadenspannung immer wieder für einen Moment freigibt. Das schafft Bewegungsfreiheit und lässt trotzdem eine Naht entstehen. Der Fuß hält den Stoff nicht mehr fest, man kann ihn in alle Richtungen bewegen. Es ist ein bisschen so, wie wenn man beim Malen das Papier bewegt, während der Stift fest sitzt.

Freebook zum Download: Anleitung

Tipps & Tricks zum Freihand-Nähen

Stoffkunde:

Nur Webware eignet sich zum Malen. Keine Schlingenware und elastische Stoffe dafür benutzen. Stoffreste eignen sich sehr gut.

Motiv:

Damit das Motiv schön zur Geltung kommt, sollte man immer Kontraste schaffen. Das bedeutet, man arbeitet entweder mit bunten, gemusterten Stoffen auf einem unifarbenen Untergrund oder umgekehrt, auf einem bunten, gemusterten Untergrund mit unifarbenen Stoffresten.

Stopffuß:

Fast jede Nähmaschine hat ein sogenanntes „Stopffüßchen“ im Zubehörfach. Damit kann man mit der Nähmaschine mit etwas Übung malen und schreiben. Der „Transporteur“ der Maschine muss versenkt werden, damit der Stoff oder wie bei uns das Papier, nicht mehr von der Nähmaschine transportiert wird, sondern frei verschoben werden kann. Stopffüßchen nach Betriebsanleitung einbauen!

Malen ohne Stopffuß:

Die Nähmaschine näht Fäden an ein braunes Stück Stoff

Exakt Nähen mithilfe des Transporteurs

Bei einigen Maschinen kann man den Transporteur aber nicht versenken, dann muss die Stichplatte aufgeschraubt werden. Sie verdeckt den Transporteur und verhindert somit den Transport des Stoffes/Papieres. Auch hier bitte unbedingt in der Betriebsanleitung nachlesen! Bei dieser Art von Nähen muss man besonders vorsichtig sein. Man kann sich sehr leicht in die Finger nähen.

Umgang mit Stoffkanten:

Wer ordentlich arbeitet, bekommt gerade Kanten. Dies ist beim Malen mit der Nähmaschine aber nicht erwünscht. Das Gegenteil ist gefragt, denn gerade ungerade und eher fransige Kanten machen jede Karte so einzigartig und geben die persönliche Note.

  • Lieber mit der Reisskante des Stoffes arbeiten - sie wirken weich und gleichmäßig.
  • Eventuell Kettfäden aus den Stoffkanten herauszupfen, um sie besonders fransig zu machen.
  • Wer trotzdem genaue Kanten haben möchte, kann die Kanten mit der Stoffschere genau nachschneiden.

Metallgarn:

Metallgarn ist gerade total angesagt, setzt wunderbare Akzente und passt zum „Glitzer-Stofftrend. Es wird generell so verwendet wie normales Garn, nur dass dieses Garn etwas rauher ist und eventuell leichter reißt. Hier sollte man die Stickgeschwindigkeit reduzieren.

Tipp

Sprühkleber:

Für Anfänger ist es hilfreich, wenn der Stoff vorher mit Sprühkleber auf der Karte fixiert wird. So kann nichts verrutschen. Das ist aber nicht unbedingt notwendig.

Universal-Nähnadel:

z.B. Stärke 90.

Stoffschere:

Eine spezielle Stoffschere ist beim Nähen unerlässlich. Bei ihr liegt die untere Schneidekante auch während des Schneidens flach auf der Arbeitsfläche, so dass der Stoff nicht angehoben wird. Diese Scheren dürfen ausschließlich Stoff schneiden, und nicht zum Schneiden von Papier verwendet werden, sonst stumpft die Schere ab und beim nächsten Stoffzuschnitt kann sie Fäden ziehen.

Noch mehr Näh-Ideen von Karin Moslener

Stand: 24.11.2016, 06:00