Fliegen 2.0

Ein Privatjet

Fliegen 2.0

Von Dominik Krämer

Wer gerne fliegt, für den gibt es jetzt neue Angebote. Was auf der Autobahn schon lange klappt, soll mit der "Mitflugzentrale" auch über den Wolken funktionieren: einfach zusteigen und günstig von A nach B kommen. Teuer ist die "Flug-Flatrate", dafür fliegt man hier im Privatjet.

Mitflugzentralen – Im Kleinflugzeug von A nach B

Eine günstige Möglichkeit, mit einem kleinen Flugzeug abzuheben, bieten Mitflugzentralen im Netz. Die Plattform "Wingly" ist zum Beispiel Anfang des Jahres in Deutschland gestartet und bietet sowohl Rundflüge als auch Flüge im Kleinflugzeug von A nach B. Die Preise beginnen bei 10 Euro für kurze Rundflüge, längere Strecken, z.B. von Essen nach Sylt und wieder zurück, kosten schon mal 300 Euro. Die Vorteile: Flug-Fans bekommen ein tolles Erlebnis in einem ein- bis zweimotorigen Flugzeug und man ist in dreieinhalb Stunden vom Ruhrgebiet auf der Nordseeinsel.

Mitflugzentrale

WDR 2 Quintessenz | 27.07.2016 | 02:58 Min.

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Das "Air BnB" des Fliegens

Ganz ähnlich wie bei der Online-Wohnungsbörse muss man sich bei Wingly anmelden und kann dort dann die Profile der Piloten einsehen, welche Maschine sie fliegen und wie viele Flugstunden sie bereits gesammelt haben. Die Hobby-Flieger können bewertet werden und es gibt alle Infos rund um den geplanten Flug. Die Piloten müssen sich laut "Wingly" ebenfalls bei der Plattform registrieren, ihre Fluglizenz und mindestens 100 Flugstunden sowie ein Tauglichkeitszeugnis nachweisen. Bei den Flügen gilt immer "saftey first", deshalb können Flüge auch kurzfristig abgesagt werden, wenn zum Beispiel das Wetter nicht mitspielt. Auch für die Piloten hat diese Mitflugzentrale Vorteile: Sie können sich die Kosten für ihre Pflichtflugstunden mit den Passagieren teilen. Ohne eine gewisse Mindestanzahl an Flugstunden bekommt man als Flieger nämlich seine Lizenz nicht verlängert.

Die Flug-Flatrate

Wer es exklusiver möchte – und einen dicken Geldbeutel hat – für den gibt es ab 2017 die Flug-Flatrate. Dann will ein kalifornisches Unternehmen die Luftfahrt-Branche aufmischen: "Surf Air" Europe bietet eine Flatrate für Flüge an. Wirklich günstig ist das Angebot allerdings nicht, das Unternehmen verlangt eine einmalige Aufnahmegebühr von 1.300 Euro und dann einen monatlichen Beitrag von 3.250 Euro.

Komfort im Privat-Jet

Klar, dass man für so viel Geld auch einiges geboten bekommt. Reisen im Privat-Jet und keine Wartezeiten beim Check-Inn oder bei den Sicherheitskontrollen zum Beispiel. Flughäfen haben in der Regel für die Klein- und Business-Flieger eigene Check-Inn-Bereiche, an denen man wesentlich schneller abgefertigt wird. Geplant sind ab Oktober erst mal Verbindungen zwischen Zürich, London, Genf und Cannes. Im nächsten Jahr sollen weiter Ziele dazukommen, unter anderem auch in Deutschland. Die Auswahl der Destinationen sagt dabei schon viel über die potentiellen Kunden der Flatrate-Airline aus: Vor allem für vielfliegende Geschäftsleute könnte das Angebot interessant sein – der "08/15"-Fluggast hat bei den Preisen keine wirklichen Vorteile.

Stand: 26.07.2016, 15:34