Spaziergang durchs Lampertstal zu den Wacholderhügeln der Eifel      

Spaziergang durchs Lampertstal

Spaziergang durchs Lampertstal zu den Wacholderhügeln der Eifel      

Von Hilde Herzog

Im südlichsten Zipfel Nordrhein-Westfalens, in der Eifel bei Blankenheim, verbreiten schlanke Wacholderbäume mediterranes Flair. Die dunkelgrünen Säulen erinnern an die Zypressen der Toskana.

Im Schluckloch verschwindet der Bach

Der Weg zu den Wacholderhügeln führt nahezu eben durch das stille Lampertstal. Unterwegs passiert der Spaziergänger das sogenannte "Schluckloch", eine Bachschwinde, die bei niedrigem Wasserstand den gesamten Lampertsbach verschluckt: Sein Wasser verschwindet in Rissen und Fugen des Kalkgesteins. Weiter bachaufwärts kommt es dem Wanderer murmelnd und gluckernd entgegen.

Schafe sorgen für den Erhalt der Landschaft

Der ebene Weg führt zum kleinen Bauernort Alendorf, der von malerischen Wacholderhängen umgeben ist. Die dunkelgünen Säulen erinnern an mediterrane Zypressen, sodass die Alendorfer Hänge auch "die Toskana des Nordens" genannt werden. Weidende Schafe halten die Grasflächen kurz. So können sich die Wacholderpflanzen auf den "Kalkmagerrasen" konkurrenzlos entwickeln.

Das Naturschutzgebiet ist Heimat zahlreicher Pflanzen und Tiere

Im Naturschutzgebiet Lampertstal wächst eine Vielzahl von Pflanzen, die in anderen Regionen bereits ausgestorben sind: Weit über 20 Orchideenarten, Küchenschellen, Schlüsselblumen, Herbstzeitlose, Enzian und sogar das Spatelblättrige Greiskraut gedeihen auf dem Kalkmagerrasen. Wanderer können auch zahlreiche Vogel- und Schmetterlingsarten, Eidechsen und Heuschrecken beobachten.

Kalvarienberg mit Panoramablick

Ein kurzer, steiler Kreuzweg führt durch den Wacholder hinauf zum Kalvarienberg. Die Bildstöcke aus rotem Sandstein stammen fast alle aus dem 17. Jahrhundert. Auf dem Gipfel finden Spaziergänger gemütliche Ruhebänke und einen phantastischen Rundblick über die Wacholderhügel bis zu den hohen Vulkanbergen der Eifel.

Zypressen des Nordens erinnern an die Toskana

Am Ende des Spaziergangs durch das Lampertstal zu den Wacholderhügeln der Eifel wird eine fantastische Aussicht über den Vulkankegel geboten.

Spaziergang durchs Lampertstal

In der Eifel bei Blankenheim verbreiten schlanke Wacholderbüsche mediterranes Flair. Die dunkelgrünen "Zypressen des Nordens" säumen den Kreuzweg hinauf zum Alendorfer Kalvarienberg.

In der Eifel bei Blankenheim verbreiten schlanke Wacholderbüsche mediterranes Flair. Die dunkelgrünen "Zypressen des Nordens" säumen den Kreuzweg hinauf zum Alendorfer Kalvarienberg.

Ein nahezu ebener Wiesenweg führt durch das stille Lampertstal nach Alendorf. Aufmerksame Wanderer finden am Wegrand zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, von denen manche andernorts schon ausgestorben sind.

Zahlreiche Eidechsenarten leben auf den Kalk-Magerböden des Lampertstals. Einige wissen sich perfekt zu tarnen.

Der Verlauf des kleinen Lampertsbachs ist auch in Trockenzeiten gut im Wiesental zu erkennen. Er verschwindet in regenarmen Zeiten in einem Schluckloch im Kalkgestein, wo er unterirdisch weiterfließt.

Eine Informationstafel klärt auf: Im Kalkgestein der Eifel bilden sich durch Verwitterung Risse, Fugen und Klüfte. Es entstehen Hohlräume, in denen der Bach in Trockenzeiten verschwindet. Das Schluckloch wird auch Bachschwinde genannt.

Der Talweg zu den Wacholderhügeln steigt sanft an. Der erste Wacholderhügel kommt in Sicht. Die dunklen Wacholdersäulen erinnern an die Zypressen der Toskana.

Alendorf ist von Wacholderhügeln umgeben. Einmal im Jahr findet hier das Wacholderfest mit Wacholderkraut, Wacholderschinken und natürlich auch Schnaps aus Wacholderbeeren statt.

Wacholderbeeren werden gerne zu Schnaps gebrannt.

Ein kurzer steiler Anstieg führt hinauf zum Kalvarienberg. Die Kreuze aus rotem Sandstein stammen aus dem 17. Jahrhundert.

Das Gipfelkreuz ist erreicht. Auf 525 Höhenmetern ist der Rundblick über die alten Vulkankegel der Eifel fantastisch.

Spaziergang durchs Lampertstal zu den Wacholderhügeln der Eifel

WDR 4 Spaziergang | 01.10.2017 | 02:35 Min.

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Anfahrt

Start ab Wanderparkplatz zwischen Dollendorf und Ripsdorf

Autobahn A1, Abfahrt Blankenheim, B 51 nach Blankenheim, B 258 Richtung Ahrhütte, Abzweig nach Dollendorf, in Dollendorf Richtung Ripsdorf, Hinter der (kaum erkennbaren Straßen-) Brücke über den Lampertsbach rechts zum Wanderparkplatz "Wacholderweg" abzweigen. Hier informiert eine Wandertafel.

Hinter der Straße nach Ripsdorf öffnet sich das Wiesental. Immer am Lampertsbach entlang geht es nach Alendorf und zum Kalvarienberg. Auf dem Rückweg lohnt ein Abstecher über Ripsdorf mit Einkehr (5-7 Kilometer).

Auskunft

Bürger- und Verkehrsbüro Blankenheim
Informationen zu geführten Themen-Wanderungen im Lampertstal
Rathausplatz 16
53945 Blankenheim
Tel.: 02449/870

Einkehr

Gasthof Breuer
Hauptstraße 74
53945 Ripsdorf (Gemeinde Blankenheim)

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Stand: 29.09.2017, 13:37