Gartengeheimnis Pflaumen

Gartengeheimnis Pflaumen

Von Charlotte Schwalb und Anja Koenzen

Pflaumen sind lecker, gesund und einfach anzubauen. Zwischen Juni und Oktober kann man sie ernten. Botanisch zählen sowohl Zwetschgen als Mirabellen und Renekloden zu den Pflaumen. Während bei den gelben Mirabellen und grünen Renekloden die alten Sorten besonders schmackhaft sind, hat sich bei den blauen Pflaumen und Zwetschgen in der Züchtung viel getan.

Pflaumenchutney-Rezept

Das Bild zeigt die Zutaten für das Pflaumenchutney-Rezept.

Pflaumen schmecken nicht nur frisch gut. Besonders lecker sind sie auch, wenn sie zu einem Chutney verarbeitet werden. Gewürze sorgen dabei für den richtigen Pepp.

Die besten blauen Pflaumensorten für eine lange Ernte

"Katinka" ist eine Sorte, die besonders früh – meist in der dritten Juliwoche - reif wird. Sie ist robust, mittelstark wüchsig und bildet dunkelviolette bis blau gefärbte Früchte aus. Ihre Früchte schmecken sehr gut roh, eignen sich aber auch prima zum Backen. Qualitativ gilt sie als beste Frühsorte auch wenn ihre Früchte eher klein sind.

Die Zwetschgen-Sorte "Cakcaks Fruchtbare" gibt es seit den 1980er Jahren in Deutschland. Ihr Name stammt von der damals jugoslawischen Forschungsstation Cakcak, die im heutigen Serbien liegt.Geschmacklich finden viele diese Sorte besser als die vielleicht bekanntere "Cakcaks Schöne". Beide Sorten sind echte Massenträger. Hier empfiehlt es sich, im Frühsommer Früchte auszudünnen, um das optimale Aroma zu erhalten.

Als späte Sorte ist "Jojo" optimal, denn sie ist die bislang einzige völlig gegen das Scharka-Virus resistente Sorte. Ihre Früchte reifen spät, sind mittelgroß und sehr lecker.

Acht beliebte Pflaumensorten

Im September ist Pflaumenzeit. Die Sorten sind vielfältig. Geschmacklich und optisch gibt es jede Menge Unterschiede - auch was den Anbau und die Erntezeit angeht . Wir stellen die beliebtesten Sorten vor.

Das Bild zeigt die Mirabelle von Nancy.

1. Mirabelle von Nancy
Die Mirabelle von Nancy ist eine alte, weit verbreitete und zu Recht sehr empfehlenswerte Sorte. Ihr Geschmack ist süß und sehr aromatisch. Da die Blüten frostgefährdet sind, ist ein geschützter sonniger Standort sinnvoll. Die Sorte stammt aus Frankreich, wo sie seit 1490 angebaut wird.

1. Mirabelle von Nancy
Die Mirabelle von Nancy ist eine alte, weit verbreitete und zu Recht sehr empfehlenswerte Sorte. Ihr Geschmack ist süß und sehr aromatisch. Da die Blüten frostgefährdet sind, ist ein geschützter sonniger Standort sinnvoll. Die Sorte stammt aus Frankreich, wo sie seit 1490 angebaut wird.

2. Reneklode "Große grüne Reneklode"
Die Reneklode ist wie die Mirabelle eine Unterart der Pflaume. Einige Sorten sind grün, andere gelblich oder auch pflaumenblau. Sie schmeckt besonders süß und saftig. Der Stein lässt sich meist nicht so gut lösen. Der perfekte Standort ist sonnig, warm, windgeschützt und wenig spätfrostgefährdet. Am besten gedeihen die Bäume in nährstoffreichen, humosen und relativ feuchten Böden.

3. Pflaume "Jojo"
"Jojo" ist die einzige Pflaume, die komplett resistent gegenüber dem von Blattläusen übertragenen Scharka-Virus ist. Die Sorte wurde 1981 an der Universität in Hohenheim gezüchtet. Die Früchte reifen spät und sind mittelgroß und in reifem Zustand stark bereift.

4. Zwetschge "Katinka"
Katinka ist eine besonders früh reife Zwetschge. Sie kann meist schon in der dritten Juliwoche geerntet werden. Ihre Früchte sind eher klein, dafür aber geschmacklich im Vergleich zu anderen frühen Zwetschgensorten besonders gut.

5. Zwetschge "Cackacs Fruchtbare"
Diese Zwetschge ist eine besonders schmackhaft und ist ein wahrer Massenträger. Für den optimalen Geschmack kann es sich empfehlen, Früchte rechtzeitig auszudünnen. Sie ist im Laufe des Augusts erntereif.

6. Reneklode "Graf Althans"
Die Sorte „Graf Althans“ färbt sich mit zunehmender Reife dunkler. Das Fruchtfleisch ist süß und löst sich für eine Reneklode recht gut vom Stein. Graf Althans wurde zwischen 1850 und 1860 in Böhmen als Sämling der „Großen grünen Reneklode“ gezogen. Sie wird meist Mitte August bis Anfang September reif. Der Baum ist selbststeril, somit muss man mindestens einen weiteren Pflaumenbaum zwei Bäume pflanzen, um Früchte zu erhalten. Als Befruchter kommen die „Große grüne Reneklode“, „The Czar“ aber auch die „Bühler Frühzwetschge“ oder die „Mirabelle von Nancy“ in Frage.

7. Gelbe Pflaumen
Große gelbe rundfrüchtige Pflaumen werden in Deutschland meist nicht richtig reif. Ihnen fehlt meist ausreichend Sonne. Zudem kämpfen sie meist mit verschiedenen Pilzerkrankungen. Die im Handel angebotenen Früchte stammen meist aus südlicher gelegenen Ländern.

8. Japanische Pflaume
Japanische Pflaumen werden beim Obsthändler angeboten, stammen aber meist nicht aus Deutschland. Sie sind sehr beliebt aufgrund ihres großen Fruchtanteils und kleinem Kern. Für den Anbau im eigenen Garten benötigt man wohl eher ein mildes Weinbauklima und einen extrem geschützten Standort mit optimalem nährstoffreichem humosen Boden.

Renekloden und Mirabellen

Reneklosen und Mirabellen sind Unterarten der Pflaumen. Sie sind besonders saftig und unübertroffen im Geschmack. Bei den grünen Renekloden sind die alten Sorten "Graf Althans" und "Große Grüne" besonders köstlich. Bei den Mirabellen ist vor allem die alte Sorte "Mirabelle von Nancy" zu Recht beliebt.

"Aprimira" – die Aprikosenmirabelle

Auch wenn häufig geschrieben wird, dass es sich bei der Aprimira um eine Kreuzung aus Aprikose und Mirabelle handelt – dem ist nicht so! Bei den köstlichen zwetschgenähnlichen Mirabellenfrüchten handelt es sich um einen Zufallssämling der Muttersorte "Mirabelle von Herrenhausen". Die Früchte sind gelb bis orange, haben ein schönes Aroma und punkten vor allem auch darin, dass sich die Steine recht leicht auslösen lassen. Wer Lust hat, diese recht neue Sorte auszuprobieren sollte beim Einkauf kritisch sein. Es gibt unter dem Namen "Aprikosenmirabelle" eine verwandte Sorte mit nicht so schmackhaften Früchten!

Das Bild zeigt Aprikosenmirabellen.

"Aprimira" – die Aprikosenmirabelle ist ein Zufallssämling der Muttersorte "Mirabelle von Herrenhausen".

Scharkakrankheit

In Nordrhein-Westfalen tritt dieses Problem eher selten auf, in Süddeutschland dagegen hat die Krankheit schon zahlreiche Pflaumenbäume vernichtet. Die Scharkakrankheit wird durch einen Virus verursacht, der über Blattläuse übertragen wird. Anders als bei pilzlichen Krankheitserregern verbreitet sich diese Krankheit im ganzen Baum. Es beginnt mit Blättern, die wolkenartige bzw. ringförmig verwaschene Aufhellungen aufweisen. Die Früchte sehen vernarbt aus und haben oft pockenartige Verformungen. Das Fruchtfleisch ist rötlich verfärbt, gummiartig zäh und ungenießbar.

Befallene Bäume sollten sofort gerodet werden, damit das Virus nicht weiter um sich greifen kann. Wer in einer Gegend lebt, wo das Virus aufgetreten ist, sollte am besten nur absolut scharkaresistente Pflaumensorten wie die oben genannte "Jojo"-Pflanzen. Bei den toleranten Sorten wie Katinka können die Früchte verzehrt werden, auch wenn das Blattwerk befallen ist.

Pflanzung eines Pflaumenbaums

Pflaumenbäume sollten wie jeder andere Obstbaum auch so sonnig wie möglich stehen. Der beste Pflanztermin ist der Herbst. Wer einen Pflaumenbaum im Topf kauft, sollten den Baum genauso tief in der Erde setzen wie er auch im Topf saß.


Wichtig: vor dem Pflanzen einen ausreichend dicken stabilen Pflanzpfahl in die Erde schlagen. Den Baum daneben pflanzen und mit einer Hohlschnur festbinden. Die Hohlschnur hat den Vorteil, dass sie elastisch ist und nicht in die Rinde des Baumes später einschneidet. Die Schnur in Form einer Acht um den Stamm und den Pflanzpfahl binden. Bäume über 1,60 Höhe am besten mit zwei Schnüren am Pfahl befestigen. Nach der Pflanzung gut angießen.

Das Bild zeigt eine Pflaumenplantage.

Der beste Pflanztermin für Pflaumenbäume ist der Herbst.

Pflaumenbaum auf dem Balkon

Auch auf Balkonen können Pflaumen geerntet werden. Voraussetzung dafür ist ausreichend Sonne, Platz für einen großen Kübel und ein Pflaumenbaum, der auf eine schwachwüchsige Unterlage veredelt wurde. Dazu ist auf eine ausreichende Wasserversorung zu achten udn gleichzeitig Staunässe zu vermeiden. Dann steht einer Balkonernte der süßen Früchte nichts mehr im Wege.

Schnitt

Wer reichlich Pflaumen ernten möchte, der sollte seinen Baum regelmäßig schneiden. Pflaumenbäume entwickeln meistens an den zwei-bis dreijährigen Ästen Früchte. Es gibt nur wenige Pflaumensorten, bei denen an den einjährigen Zweigen Blütenknospen ausgebildet werden. Ältere Zweige dagegen vergreisen. Daher ist es günstig, den Baum regelmäßig zur Bildung von neuem Fruchtholz anzuregen. Dies macht man am besten durch einen jährlichen Rückschnitt nach Laubfall.

Grundsätzlich gilt die Regel, dass man durch einen Pflaumenbaum einen Hut werfen können müsse. Das heißt, dass der Baum so geschnitten wird, dass die Äste genügend Licht bekommen und nasse Blätter schnell abtrocknen können. Perfekt dafür ist ein ein pyramidialer Aufbau: mit einem senkrechten Leitast und etagenförmig sich verzweigenden Nebenästen.

Stand: 30.08.2017, 10:55