Gartengeheimnis Hortensien

Gartengeheimnis Hortensien

Von Anja Koenzen

Die Hortensie hat ihr verstaubtes Image längst abgeschüttelt. Durch viele faszinierende Neuzüchtungen liegen Hortensien sogar wieder richtig im Trend. Sie sind pflegeleicht und vielseitig einsetzbar, da sie sich im Zimmer genauso wohl fühlen wie in Gärten, im Kübel, auf Balkonen oder Terrassen.

Ungeahnte Artenvielfalt

Botanisch gesehen bilden die unterschiedlichen Hortensienarten eine eigene Pflanzenfamilie. Am populärsten ist die "Macrophylla", eher bekannt als Bauernhortensie. Aber diese ist nur eine von vielen faszinierenden Hortensienarten. Wie unterschiedlich die Hortensien sind, zeigt sich in Farbe und Form von Blüten oder Blättern, aber auch im Wuchs. Manche sind klein und buschig, andere bilden eine Stamm und werden strauchhoch bis hin zu Baumgrößen. Die Rispenhortensie z.B. geht in die Breite und kann bis zu 7 Meter hoch werden. Bauernhortensien erreichen eine Höhe von ein bis zwei, die Samthortensie bis zu vier und die Kletterhortensie kann ganze Hauswände begrünen.

Da jede Art ihre ganz eigenen Bedürfnisse hat, sollten Sie beim Kauf unbedingt darauf achten, wie viel Platz sie haben und welche Wuchsvorlieben ihre Wunsch-Hortensie.

Die bekanntesten Hortensienarten sind:

  • Baum- oder Waldhortensien wie "Annabelle" oder "Schneeballhortensie"
  • Bauern- oder Gartenhortensien wie "Endless Summer"
  • Rispenhortensien wie "Grandiflora"
  • Tellerhortensien wie die "Acuminata"
  • Eichenblatthortensien, wie "Alice" oder "Snowflake"
  • Samthortensien, wie "Hot Chocolate"
  • Kletterhortensien, wie Hydrangea petiolaris

Die Farbpallette all dieser Hortensienarten reicht von weiß oder rosa über pink, violett und grün bis hin zum tiefsten blau.

Hortensien

Das sind die bekanntesten Arten.

Das Bild zeigt Baum- oder Waldhortensien.

Baum- oder Waldhortensien wie "Annabelle" oder "Schneeballhortensie"

Baum- oder Waldhortensien wie "Annabelle" oder "Schneeballhortensie"

Bauern- oder Gartenhortensien wie "Endless Summer"

Rispenhortensien wie "Grandiflora"

Tellerhortensien wie die "Acuminata"

Eichenblatthortensien, wie "Alice" oder "Snowflake"

Samthortensien, wie "Hot Chocolate"

Kletterhortensien, wie Hydrangea petiolaris

Unser Sorten-Tipp: "Endless Summer"

Fast alle Hortensien blühen nur einmal – und zwar an einem älteren Trieb, der im letzten Jahr gebildet worden ist. Die "Endless Summer" dagegen blüht und blüht und blüht......bis in den Oktober hinein. Sie hat die Fähigkeit schon an den jungen Trieben Blüten zu bilden. So setzt sie den ganzen Sommer bis zum Frost immer wieder neue Blüten an. Selbst wenn sie ihre Zweige stark beschneiden, treibt sie neu aus und trägt auch noch im aktuellen Jahr Blüten.

Auch für die Sonne geeignet

Generell bevorzugen Hortensien einen Platz im Halbschatten, der windgeschützt ist. Doch einige Arten vertragen auch gut Sonne, wenn sie genug Wasser bekommen.

Das Geheimnis der Farbe liegt im Boden

Hortensien werden auch "Hydrangea" genannt. Der lateinische Name bedeutet übersetzt "Wasserschlürferin" und steht für den enormen Wasserbedarf, den Hortensien haben. Gerade im Topf oder Kübel ist die Wassergabe überlebenswichtig - einmal ausgetrocknet sind Hortensien nur schwer zu retten. Generell bevorzugen Hortensien einen humosen und lockeren Boden mit einem niedrigen PH-Wert. Neben spezieller Hortensien-Erde eignen sich auch Rhododendron- oder Azaleenerde. Die erhalten sie im Gartenfachhandel. Der ideale Boden sollte die Eigenschaft haben, Wasser zu speichern ohne Wasser zu stauen. Und sauer sollte er sein. Um den PH-Wert eines solchen sauren Boden zu erhalten ist es gerade bei Kübelhortensien wichtig, nur Regenwasser oder sehr weiches Wasser zu verwenden.

Übrigens: Entscheidend für die Blütenfarbe ist der pH-Wert des Bodens. So blühen einige Hortensien auf saurem Aluminium-haltigen Boden blau, während sie auf neutralem Boden zurück ins rosa gehen. Unser Tipp: mit ph-Wert und Aluminium lässt sich die Farbe der Blüte steuern. Um das blau zu erhalten sollte der ph-Wert sauer oder alkalisch sein. Einfach in der Apotheke oder dem Gartenfachhandel Alaun besorgen. Bei Topfpflanzen ins Gießwasser geben, bei Freilandhortensien um die Pflanze auf die Erde streuen. Am besten im April und im August jeweils 20g pro Quadratmeter ausbringen.

Blaue Hortensien benötigen einen pH-Wert von 4,0 - 4,5 damit das blau erhalten bleibt. Weiße und rein-rote Hortensien werden nie blau. Sie behalten Ihre Farbe, egal welcher pH-Wert der Boden hat.

Auch der Dünger sorgt für den Erhalt des ph-Wertes: Hortensien brauchen einen Dünger mit hohem Stickstoffgehalt und geringem Phosphoranteil. Wie bei der Erde können sie Dünger nehmen, der auch für Azaleen oder Rhododendren geeignet ist. Einfach im Frühjahr und im Frühsommer den Hortensien was zum futtern geben - sie danken es ihnen mit Blütenpracht.

Das Bild zeigt Hortensienstecklinge

Zwischen Juli und September lassen sich die Hortensien über Stecklinge einfach vermehren.

Schnitt für relaxte und emsige Gärtner/Innen

Rückschnitt ist bei den meisten Hortensiensorten nicht notwendig. Es kann eher dazu führen, dass im folgenden Jahr die Blüte ausbleiben kann. Bei den meisten Hortensien reicht es vertrocknete Blüten und abgestorbene Triebe mit der Hand zu entfernen. Waldhortensien dagegen vertragen einen kräftigen Rückschnitt. Dabei ca. 10 cm oberhalb des Bodens radikal abschneiden. Das fördert die Bildung von großen Blütendolden, die gerade bei Sorten wie der „Annabel“, sehr beliebt sind.

Dem Nager zu Leibe rücken

Hortensien sind bei guter Pflege kaum anfällig für Schädlinge oder Krankheiten. Nur ein Plagegeist - der ist hartnäckig: die Wühlmaus. Sie hat es vor allem auf Rispenhortensien abgesehen und frisst deren Wurzeln komplett ab. Wenn sie keine Wieselarten oder Greifvögel im Garten haben, helfen nur Lebendfallen, Ultraschall oder feinmaschiger Draht.

Tipp: Das verzinkte Drahtgeflecht ins Grabeloch einfügen, Erde drüber und die Hortensie einpflanzen. Wichtig: zum Abschluss das Drahtgeflecht Richtung Stämmchen umbiegen, damit die Wühlmäuse nicht von oben inden Hortensienfeinkostladen einsteigen. Von Gas oder Giftködern raten wir ab, weil auch andere Kleintiere dabei sterben könnten.

Einfach selbst vermehren

Hortensien lassen sich ganz einfach über Stecklinge vermehren. Zwischen Juli und September mit einem scharfen Messer 10-15 cm lange Triebe ohne Blüte schneiden. Unter einem Blattpaar glatt abschneiden, das Blattpaar entfernen und die darüber liegenden Blätter halbieren, damit sich die Verdunstungsfläche verringert.

Auch die Triebspitze entfernen. So regen Sie die Pflanzen-Hormone an, Richtung Schnittstelle zu wandern und dort das Wurzelwachstum anzuregen. In ein Anzuchtgefäß stecken, die Erde fest andrücken und immer schön feucht halten. Im geschützten Halbschatten entweder mit Folie bedecken oder im Gewächshaus halten. Nach nur 3-4 Wochen, bilden sich erste Wurzeln. Sind genug Wurzeln da - umtopfen. Wenn Sie ihre Stecklinge geschützt über den Winter gebracht haben, können Sie sie schon im nächsten Jahr locker ins Freie pflanzen.

Stand: 19.06.2017, 09:46