Gartengeheimnis: Kakteen und andere Sukkulenten

Gartengeheimnis: Kakteen und andere Sukkulenten

Von Charlotte Schwalb

Kakteen sind die bekanntesten Pflanzen unter den Sukkulenten. Diese Pflanzengruppe ist ideal für den modernen Nomaden, der arbeitsbedingt viel unterwegs ist und es trotzdem gerne grün zu Hause hat. Kaum eine andere Pflanze braucht so wenig Pflege und Aufmerksamkeit, ist gleichzeitig so dekorativ.

Sukkulente - Meisterin der Vielfalt

Wo wenig Regen fällt sind Sukkulenten zu Hause. Sie sind wahre Überlebenskünstler, denn sie speichern Wasser in Blättern, Stämmen oder Wurzeln und benötigen darum auch als Zimmerpflanze nur wenig Pflege. Man unterscheidet Sukkulenten mit Hilfe ihres spezifischen Speicherortes: Die Blatt-, Stamm- sowie die Wurzelsukkulenten.

Blattsukkulente Agave Parry

Blattsukkulenten
Sie erkennt man an ihren dickfleischigen kleinen, kugeligen oder walzenförmigen Blättern und ihrer oft gedrungenen Form. Damit verringern sie ihre Verdunstungsoberfläche und kommen mit wenig Wasser klar. Oft sind die Blätter von einer Wachsschicht oder Kork überzogen. Andere haben eine haarige oder dornige Oberfläche. Die Kakteenart Rhipsalis bildet statt Dornen genau solche wolligen oder borstigen Haare aus und ist auf Grund der Wuchsform ideal für Hängeampeln geeignet.

Blattsukkulenten
Sie erkennt man an ihren dickfleischigen kleinen, kugeligen oder walzenförmigen Blättern und ihrer oft gedrungenen Form. Damit verringern sie ihre Verdunstungsoberfläche und kommen mit wenig Wasser klar. Oft sind die Blätter von einer Wachsschicht oder Kork überzogen. Andere haben eine haarige oder dornige Oberfläche. Die Kakteenart Rhipsalis bildet statt Dornen genau solche wolligen oder borstigen Haare aus und ist auf Grund der Wuchsform ideal für Hängeampeln geeignet.

Stammsukkulenten
Ihr bekanntester und artenreichster Vertreter sind die Kakteen. Sie besitzen dicke und saftige Sprossen. Beliebt sind sie vor allem deshalb, weil sie optisch ein kleines natürliches Kunstwerk darstellen. Ihre Vielfalt an Formen lässt sich kaum überschauen. Man geht alleine von etwa 2000 Gattungen mit mehreren tausend Arten und Züchtungen aus. Von der Miniausgabe bis zum hohen Baum reicht ihre Bandbreite.

Wurzelsukkulente
Sie haben den Großteil ihres Pflanzenkörpers in die Erde verlegt, um die Verdunstung zu reduzieren und Fressfeinde abzuwehren. Ihre bekanntesten Vertreter sind Caudifloren, wie der Elefantenfuß oder die Discoreen, die auch als Yamswurzeln bekannt sind.

Pflegeleichte Überlebenskünstler

Das Pflegeeinmaleins für Sukkulenten ist wirklich simpel, da sie nur selten gegossen und gedüngt werden müssen. Auch schneiden oder zurückschneiden ist bei den meisten kein Thema. Lediglich verblühtes sollte beseitigt werden, um Krankheiten vorzubeugen. Beachten sollte man die Wachstums- und Ruhezeiten der Pflanzen.

Bis auf ganz wenige Ausnahmen (wie weiß bereifte, ganz hellgrüne Arten oder Aloen) mögen sie einen hellen, sonnigen Standort und vertragen in den warmen Jahreszeiten auch gut ein Plätzchen im Freien. Einen ungünstigen Standort zeigt die Pflanze ihnen durch unnatürlich verlängerte Triebe an.

Zur Bewässerung eignet sich Regenwasser eher als Leitungswasser. Mit wenigen Ausnahmen beginnt ihre Wachstumsphase im Frühjahr, ab Anfang März oder wenn die Pflanzen aus dem Winterquartier kommen. Etwa eine Woche später kann mit dem wässern angefangen werden. Bei größeren Vertretern ihrer Art alle zwei Wochen, bei kleineren einmal die Woche. Dabei sollte die Erde einmal richtig durchfeuchtet werden, aber ohne dass Staunässe entsteht, da sonst die Wurzeln faulen können. Dabei ist ein Abflussloch und als Drainage eine Tonscherbe über dem Abflussloch hilfreich. In der Ruhephase, also im Winter, reicht es, die Sukkulenten einmal im Monat zu gießen.

Unser Tipp: Dass eine Pflanze unterversorgt ist, merkt man meist daran, dass ihre Blätter oder ihr Stamm anfangen zu schrumpeln oder die Blätter fallen lässt. Einfach kräftig durchfeuchten. Meist regeneriert sich die Pflanze dann innerhalb von nur wenigen Stunden und sieht aus, wie eh und je.

Ihr Geheimnis liegt im Boden verborgen

Alle Kakteen sind Sukkulenten, aber nicht jede Sukkulente ist eine Kaktee. Dementsprechend haben sie auch unterschiedliche Bodenvorlieben, auch wenn die Basis für alle die gleiche ist: ein eher sandiger Boden. Spezielle Erde können sie im Handel kaufen oder selbst herstellen.

Kakteen mögen lieber eine rein mineralische Erde, in der kleinere Anteile von Bims, Quarzsand und normalem Sand enthalten ist. Also auf jeden Fall kein Humus.

Eine Draufsicht auf einen Blumentopf, der mit Erde gefüllt ist.

Sukkulenten haben unterschiedliche Bodenvorlieben, auch wenn alle einen sandigen Boden bevorzugen.

Bei den anderen Sukkulenten eignet sich ein Substrat aus Sand, Bims und Einheitserde. Eine grobe Faustregel empfiehlt: Zwei Anteile Erde und ein Anteil Sand.

Kinderleichte Vermehrung

Die einfachste Vermehrung ist die von Blattsukkulenten. Da bricht schon mal ein Blättchen ab oder sonst trennen Sie einfach eins ab. Dann einfach ein paar Tage trocknen lassen und in Anzuchterde legen. Schon nach wenigen Wochen bilden sich Wurzeln und Keimblätter und damit eigenständige Pflänzchen.

Die meisten Sukkulenten bilden Nebensprosse, sogenannte Kindel. Die lassen sich leicht abtrennen. Wichtig dabei: lassen Sie die Schnittstelle erst mal abtrocknen. Viele Sukkulenten-Freunde empfehlen auch, die Schnittstelle mit Zimt oder Asche zu desinfizieren. Das kann man, muss man aber nicht.

Mehrere Sukkulentenblätter liegen in einem Blumentopf

Getrocknete Blätter von Blattsukkulenten kann man zur Vermehrung einfach auf Anzuchterde legen.

Eine getrocknete und saubere Schnittstelle ist vor allem bei Kakteen wichtig, damit sie sich keine Bakterien einfangen. Sie können die dornigen Vertreter sogar solange liegen lassen oder aufhängen, bis sie Wurzeln bilden und dann erst eintopfen. Gepflegt wird der Nachwuchs wie die "Großen".

Sukkulenten richtig umtopfen

Ist die Erde zu alt, die Wurzeln zu groß oder wächst ihre Sukkulente einfach gut ist die Zeit zum Umtopfen gekommen. Schnell wachsende werden einmal im Jahr, langsam wachsende im Abstand von 2 - 5 Jahren in ein etwas größeres Pflanzgefäß umgetopft. Ein idealer Zeitpunkt ist, wenn der Topf schon vollständig durchwurzelt ist. Je nach Bedarf wird so viel frisches Substrat nachgefüllt, dass die Basis der Sukkulente genauso tief sitzt wie zuvor.

Tipp: Beim Umtopfen von Kakteen sollten sie auf jeden Fall Handschuhe benutzen oder sich mit Styropor behelfen, um schmerzhafte Begegnungen mit ihrem Liebling zu vermeiden.

Besonders aufpassen sollten sie bei Kakteen, die zu der Gattung der Opuntien gehören. Sie „spucken“ bei Berührung gerne ihre Dornen in der Gegend herum. Und die Dornen sind besonders fein, kaum zu sehen. Einmal in der Haut verhakt sind sie nur schwer zu entfernen. Meist hilft nur ein Tauchbad in heißem Wasser mit Gallseife oder Warten und Herauseitern lassen.

Sukkulenten als Heil- und Genussmittel

So schmerzhaft die Dornen der Opuntien sind, so lecker sind ihre Früchte. Die Kaktusfeige hat es inzwischen sogar in die Rezeptbücher geschafft. Das Fruchtfleisch der Kaktusfeige, auch Opuntia Ficus Indica, enthält viele Vitamine und schmeckt süß-säuerlich, wie eine Mischung aus Melone und Birne. Selbst ihre Samen und ihre Blätter sind für den Verzehr geeignet. Ihre Blätter werden gerne gegrillt. Die Früchte werden gerne frisch verzehrt, als Chutney zubereitet und eignen sich super für Obstsalate oder im Risotto.

Aloe Vera

Der Saft der Aloe Vera hilft bei Verbrennungen und wirkt entzündungshemmend.

Tipp: Vor der Zubereitung sollten sie Blätter wie Früchte sorgsam von ihren Dornen befreien und das am besten nicht mit bloßen Händen, sondern immer mit Handschuhen oder einer Grillzange anpacken. Ob selbst gepflückt oder gekauft - es bleiben immer ein paar ihrer feinen Dornen übrig. Sicherheitshalber vorher auf jeden Fall mit einer Bürste in einem Topf Wasser mit Eiswürfeln abschrubben und dann erst die Haut abschälen.

Sollten doch ein paar Dornen in Ihrer Haut stecken geblieben sein - pflanzen sie einfach eine Aloe Vera an. Ihr Pflanzensaft verschafft Linderung bei möglichen Entzündungen, Hautunreinheiten und vor allem nach Verbrennungen. Ob sie zu lange in der Sonne gelegen haben oder sich verbrannt haben. Es gibt auch Aloe Vera-Fans, die schwören auf ihre innere Heilwirkung.

Das ist jedoch wissenschaftlich nicht bewiesen und weder ihr Geruch, ihr Geschmack noch die gelartige Konsistenz des Pflanzensaftes machen einen Selbstversuch empfehlenswert.

Sukkulenten als lebende Deko für Zuhause

Ihre bizarre Optik und ihr genügsames Wesen machen Sukkulenten zur lebenden Deko für Zuhause. Sie wirken von sich aus wie Kunstwerke mit ihren mal zackigen, mal weich fließenden Formen und können nach Belieben arrangiert werden. Da sie kaum Erde brauchen, reizen sie geradezu zum formschönen Experimentieren.

Wenn man beachtet, dass sie Sonne brauchen und keine Staunässe vertragen, eignen sie sich für jedes Gefäß oder Objekt. Sie werden in Weinkorken, auf Wurzeln, Steinen, alten Schuhen, in Dosen oder Marmeladengläser gepflanzt. Manche bauen ganze Landschaften mit ihnen.

Tipp: Wenn Ihnen der Platz ausgehen sollte, einfach in die Höhe gärtnern.

Pflanzen-Hängeampel selber basteln

Pflanzenampel selbstgemacht

Retro ist wieder in und damit die gute alte Makrameetechnik. In einer Hängeampel werden Sukkulenten und andere Pflanzen so zu einem richtigen Hingucker. Und dabei können Sie sogar noch alte T-Shirts upsyceln.

Stand: 04.01.2017, 16:57