Mit dem Smartphone auf Fahrradtour

Das Bild zeigt einen Fahrradradweg in der Eifel.

Mit dem Smartphone auf Fahrradtour

Es gibt unzählige Apps für Radfahrer: Sie zeigen die besten Radwege, lotsen die Radler fern vom Straßenverkehr ans Ziel, oder zeichnen die persönliche Route nach. Welche Apps sind empfehlenswert?

Für viele Fahrradfahrer hat die Saison wieder begonnen und vielleicht möchte der ein oder andere noch die Rest-Osterferien nutzen, um beispielsweise mit den Kindern ein kleine Radtour zu machen. NRW hat für Radfahrer sehr viel zu bieten. Egal, ob für Familien, Radfahr-Profis oder Amateure.

Familienfreundliche Wege

Damit der Nachwuchs mitkommt, bieten sich natürlich vor allem steigungsarme Strecken für den Familienausflug an. Beliebt sind die Flusstäler an Rhein und Ruhr, die auch landschaftlich sehr ansprechend sind. Aber auch das Münsterland oder Seen wie der Möhnesee sind für Familien empfehlenswert. Dabei gilt: Weniger ist oft mehr. Bei der Streckendistanz sollte man nicht zu ambitioniert vorgehen, sonst macht hinterher einer schlapp oder verliert die Lust.

Mt dem Smartphone auf Fahrradtour

WDR 2 Quintessenz | 20.04.2017 | 03:28 Min.

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Das Bild zeigt eine Fahrrad-Karte.

Radtouren über mehrere Tage

Mit kleineren Kindern sollte die Familie nicht zu viele Übernachtungsstopps einplanen. Das ist schlicht von der Logistik zu aufwendig. Lieber nur eine Unterkunft aussuchen und von dort aus sternenförmig Ausflüge unternehmen. Damit die Kinder bei Laune bleiben, sollte nicht nur geradelt werden. Schwimmbäder, Spielplätze oder andere Ausflugsziele bieten den Kindern neue Anreize für die Touren.

Tipps für Anfänger

Auch wer selten auf dem Fahrrad sitzt: eine Tagesstrecke von 40 – 50 Kilometern ist machbar, wenn eine Grund-Fitness vorhanden ist. Eine schöne Tour bietet beispielsweise der Ruhrtalradweg von Winterberg im Sauerland nach Duisburg ins Ruhrgebiet. Wer Zeit hat, kann die Gesamtstrecke (232 Kilometer) in mehreren Tagen fahren. Eine andere Option sind die Radwege auf NRWs alten Bahntrassen. Auch sie sind besonders für Anfänger geeignet, weil sie – technisch bedingt – nur eine Steigung von maximal drei Prozent haben. In den letzten zehn Jahren sind viele landschaftlich tolle Strecken dazugekommen.

Auch Profis kommen auf ihre Kosten

Vor allem die Mittelgebirge in NRW sind für ambitionierte Radfahrer ein geeignetes Ausflugsziel. Im Bergischen Land, Sauerland, in der Eifel oder im Teutoburger Wald gibt es herausfordernde Strecken. In NRW gilt bei den Radwegen mit Höhenmetern in der Regel das Sägeblattprinzip: Hier geht es permanent auf und ab, statt über längere Zeit nur bergauf. Nicht nur Rennradler kommen auf ihre Kosten, so ist unter anderen das Sauerland für Mountainbiker ein beliebtes Ziel: Hier gibt es in Winterberg und Brilon spezielle Trail-Parks.

Wer Lust auf ein zeitliches Kräftemessen hat, der findet - ebenfalls im Sauerland - eine interessante Option: Den StoppOmaten in Finnentrop-Rönkhausen, eine Messgerät für Bergzeitfahren. Ein Automat steht im Tal; der andere auf dem Berg. Der Radfahrer stempelt beim Start und dann noch einmal im Ziel. Seine persönliche Fahrzeit kann er dann in einem Internetportal nachlesen, im Ranking mit anderen Teilnehmern.

Nützliche Apps

Damit man auch in einer fremden Umgebung immer den richtigen Weg findet, gibt es zahlreiche Apps für I-Phone und Android-Smartphones. Manche sind kostenlos. Wir haben einige getestet:

Google Maps: Der Klassiker, ist gratis, aber nur bedingt empfehlenswert, weil er den Radler oft über stark befahrene Hauptstraßen führt, wo auch fahrradfreundliche Alternativen zum Ziel führen würden. Google Maps hat aber auch ein großes Plus: Im Gegensatz zu anderen Apps bietet es die Karten-Ansicht auch im Querformat an. Komoot: Diese App bietet immer gleich mehrere Streckenvorschläge an, angepasst an den jeweiligen Fahrradtyp, den man auswählen kann, also zum Beispiel Rennrad oder Mountainbike. Außerdem bekommt man gleich beim Öffnen der App, basierend auf dem eigenen Standort, Vorschläge für Touren. In diese Routenplanung werden auch Bus- und Bahnhaltestelle mit einbezogen, falls unterwegs mal die Puste ausgeht. Bei Komoot ist die erste Region kostenlos. Weitere müssen dazu gekauft werden. Naviki: Entwickelt von der FH Münster. Das Basis-Programm ist gratis. Extras, wie Sprachnavigation müssen dazugekauft werden. Auch Alternativ-Routen speziell für Rennrad oder Mountainbike kosten extra. Naviki bietet gerne Schleichwege an, also Strecken, fernab von vielbefahrenen Straßen.

Runtastic Road Bike: Runtastic gibt es mittlerweile nicht mehr nur für Jogger, sondern auch für jeden einzelnen Fahrradtypen. Die Probeversion ist kostenlos, wichtige Funktionen müssen erst freigeschaltet werden. Das kostet. Hier gibt es neben Streckeninformationen auch den Kalorienverbrauch   dazu (Schätzwert).

Bike Citizens: Speziell für die Fahrradnavigation in Großstädten. Bei der Routenberechnung kann man angeben, ob man mit dem Rennrad, dem City-Bike oder dem Mountainbike unterwegs ist. Die App versucht große und stark befahrene Straßen zu vermeiden, sucht Fahrradfreundliche Wege und Nebenstraßen. Kartenmaterial gibt es aber noch nicht für jede Stadt. Zudem sind viele Städte derzeit noch mit dem Hinweis „Beta“ versehen.

Worauf man achten muss:

  • Um das Smartphone am Lenker zu befestigen, braucht man eine Fahrradhalterung für das Smartphone. Es gibt Universalhalterungen und spezielle Handyhalterungen für bestimmte Handy-Typen
  • Gute Navi-Apps bieten die Möglichkeit, das kartenmaterial über die heimische WLAN-Verbindung herunterzuladen und auf dem Smartphone zu speichern. Damit geht man immer auf Nummer sicher, falls es mal keinen oder nur eingeschränkten Mobilfunk-Empfang gibt.
  • Um Fahrrad-Navi-Apps benutzen zu können, muss man die GPS-Funktion des Smartphones aktivieren. Das kostet viel Akku! Deshalb bei längeren Touren am besten eine Power-Bank mitnehmen.

Stand: 19.04.2017, 14:38