Messestart: 15 Trends für den Fahrrad-Frühling

Messestart: 15 Trends für den Fahrrad-Frühling

Von Andreas Sträter

Mitwachsende Räder, Trikes in Kaulquappen-Form und dicke Reifen für Sand und Schnee gibt es auf der Fahrrad-Messe in Essen zu sehen. Wir haben uns die Höhepunkte für Senioren, Familien und Aktive angesehen. Ein Rundgang in 15 Bildern.

Fahrradmesse Essen

Wer schwere Musikboxen transportieren will, benötigt nicht zwangsläufig ein Auto. Lastenräder als umweltfreundliche Alternative liegen voll im Trend, erklärt Fahrradexperte Lars Brode aus Münster. Auf der Fahrrad-Messe in Essen präsentiert er ab heute (25.02.2016) aber nicht nur solche "Cargo-Bikes". Bis Sonntag werden zur Messe, die parallel zur Reisemesse läuft, Veranstalterangaben zufolge etwa 80.000 Besucher erwartet. Die Schau mit 250 Ausstellern richtet sich auch an Endverbraucher und ist bis Sonntag (28.02.2016) geöffnet. Wir haben Trends für Verbraucher aus unterschiedlichen Altersklassen und mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen aufgespürt.

Wer schwere Musikboxen transportieren will, benötigt nicht zwangsläufig ein Auto. Lastenräder als umweltfreundliche Alternative liegen voll im Trend, erklärt Fahrradexperte Lars Brode aus Münster. Auf der Fahrrad-Messe in Essen präsentiert er ab heute (25.02.2016) aber nicht nur solche "Cargo-Bikes". Bis Sonntag werden zur Messe, die parallel zur Reisemesse läuft, Veranstalterangaben zufolge etwa 80.000 Besucher erwartet. Die Schau mit 250 Ausstellern richtet sich auch an Endverbraucher und ist bis Sonntag (28.02.2016) geöffnet. Wir haben Trends für Verbraucher aus unterschiedlichen Altersklassen und mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen aufgespürt.

Die Lastenräder werden von Postboten schon seit etlichen Jahren genutzt. Seit ein paar Jahren eignen sie sich die Cargo-Bikes für alle Verbraucher. "Weil sie viel leichter geworden sind", erläutert Brode. Die Fahrräder können bis zu 100 Kilogramm transportieren. "Der Stellenwert des Autos hat gesamtgesellschaftlich abgenommen, deshalb sind solche Räder aktuell so beliebt", ergänzt Brode. Ungewohnt ist, dass der Drehpunkt anders als bei normalen Fahrrädern sei. "Aber daran gewöhnt man sich schon nach zwei Kurven."

Wer nicht gleich auf ein Lastenrad umsteigen möchte, für den könnte sich ein Fahrrad-Einkaufstrolley eignen. Mit Omas Marktroller habe der Wagen allerdings nicht mehr viel gemeinsam, sagt Claudia Leppla von der Herstellerfirma aus Hagen. Zu dem Trolley gibt es eine Kupplung, die verschließbar ist. Je nach Ausführung sind die Shopper mit Extra-Fächern für Obst und Gemüse oder mit Thermo-Fächern für Tiefgefrorenes ausgestattet. "Die Idee ist, das Auto im Alltag zu ersetzen", erklärt Leppla.

Digitale Karten gewinnen auch für Radfahrer an Bedeutung, sagt Stephan Behrendt, Technik-Experte beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in NRW. Spezielle Karten seien für eine Radtour deshalb von Vorteil, weil Radfahrer auf diese Weise angenehme Radwege erkennen können. Wer Tablets oder Smartphones zum Navigieren nutzt, sollte auf eine stabile Lenker-Halterung und einen Regenschutz achten.

Stephan Behrendt vom ADFC probiert ein Liegedreirad aus. Trikes heißen die Räder in der Fachsprache und gehören zu den aktuellen Fahrradtrends. "Die Trikes eignen sich gerade für Senioren, weil man darin besonders sicher sitzt." Auch wer Probleme mit dem Gleichgewicht habe, sollte ein solches Dreirad mal ausprobieren. Die Kosten für ein Trike beginnen bei 1250 Euro, Kinderversionen sind ab etwa 500 Euro zu haben.

Liegedreiräder gibt es auch für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Händler Christoph Garsche aus Bad Hersfeld zeigt ein Trike mit einer Einhandbremse. So eignet sich das Rad auch für Menschen, die zum Beispiel nur einen Arm benutzen können. "Wenn das Trike mit einem Motor ausgerüstet ist, können auch Gehbehinderte damit fahren", ergänzt der Händler.

Barrierefreiheit ist generell ein großes Thema auf der Fahrradmesse. Für Kinder, ältere Menschen oder Gehbehinderte, die mit einem motorisierten Dreirad unterwegs sind, eignen sich zum Beispiel solche Halterungen, die den Fuß auf der Pedale fixieren.

Diese Reifen sind ganz schön dick. "Fat-Bikes" lautet der Fachbegriff für diese Räder mit extrem wuchtigen Reifen. Spielerei – könnte man denken. "Stimmt aber nicht", sagt Händler Christoph Garsche. "Die Räder eignen sich für Menschen mit einer Gleichgewichtsstörungen", sagt er und ergänzt: "Außerdem kann man mit diesen Rädern auf Schnee oder am Strand fahren."

Gregor Stabenow von einer Liegeradmanufaktur aus der Nähe von Frankfurt zeigt ein Dreirad, bei dem vorne zwei Räder montiert sind. "Diese Räder werden aufgrund ihrer Form auch als Kaulquappen-Räder bezeichnet." Der englischsprachige Fachbegriff lautet "Tad-Pole-Trike". Der Vorteil sei, dass der ungeübte Fahrer immer sehe, wie breit das Rad sei, erläutert ADFC-Technikexperte Behrendt. Der Schwerpunkt lagere bei dieser Art Rad vorne, wodurch sich das Fahren einfacher gestalte. Der Sitz ist dabei mit 57 Zentimeter etwa so hoch wie ein Bürostuhl. "Das macht es sehr komfortabel", erklärt Stabenow.

So komfortabel der Sitz ist, so schwierig kann älteren Menschen der Ausstieg aus einem Liegedreirad fallen. "Aber auch dafür gibt es eine Zusatzhilfe", erläutert Stabenow. "Mit so einer Aufsteh-Hilfe geht es wirklich einfacher." Stephan Behrendt vom ADFC erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass es für fast jeden Menschen ein passendes Fahrrad gebe. Manchmal sei allerdings das richtige Zubehör wichtig.

Kinder-Trikes gibt es natürlich auch – sowohl in Form einer Kaulquappe als auch in Form eines klassischen Dreiecks. Manche Kinder-Trikes können sogar wachsen, weil sich der Hauptrahmen ausziehen lässt. Und es gibt passendes Zubehör: Wie beim anfänglichen Fahren auf Stützrädern gibt es auch für Trikes extra Stangen, die in der Phase des Fahren-Lernens an der Seite befestigt werden. Die Eltern können so eingreifen und bremsen, wenn es zu Beginn auf dem Sattel noch nicht ganz so rund läuft.

Gefragt sind in diesem Fahrrad-Frühling auch so genannte Stufen-Tandems. Hinten wird getrampelt und gelenkt, vorne darf mitgetrampelt werden. "Das ist aber nicht zwingend erforderlich", sagt der Münsteraner Rad-Experte Lars Brode. Der vordere Sitz des Rades, für den es auch ein Gurtsystem gebe, eigne sich für Gehbehinderte ebenso wie für Demenzkranke.

Was beim Essen gilt, gilt auch fürs Radfahren: Das Auge "fährt" mit. Ein Trend in dieser Saison sind pastellfarbene Räder. Dazu gibt es natürlich – farblich aufeinander abgestimmt – die passenden Taschen und Hüllen für den Fahrradsitz.

Falls es mal regnet, so lässt diese Klingel den Fahrradlenker bei jedem Wetter scheinen. Vor allem Kinder mögen farbenfrohe Klingeln, sagt Olga Kremer aus Bochum. Ihre Firma hat sich auf die Herstellung von Fahrradklingeln spezialisiert. "Kinder mögen bunte Klingeln, bei Männern sieht das anders aus", sagt sie und ergänzt: "Die mögen es am liebsten dunkel und schwarz, nur laut muss die Klingel sein."

Auch eine hübsche Idee ist die Kaffeetasse in Klingelform. Ebenso beliebt seien Eulenmotive oder personalisierte Bildchen, sagt Kremer: "Ein ganz großes Thema werden in diesem Jahr Flamingo-Klingeln. Die gibt es zwar noch nicht – aber wir arbeiten daran."

Stand: 25.02.2016, 15:12 Uhr