Fahrradfahren mit den Kleinsten

Fahrradfahrer mit Kindersitz und -anhänger

Fahrradfahren mit den Kleinsten

Von Nicole Albers

Radfahren mit Kindern wird immer populärer, die frische Luft und die Bewegung tun gut, es ist umweltfreundlich und spart Kosten. Es gibt viele Möglichkeiten, Kinder auf oder mit dem Rad mitzunehmen. Wichtiges Kriterium bei der Entscheidung: das Thema Sicherheit.

Fahrradanhänger liegen bei verschiedenen Tests dabei ganz vorn. Durch die räumliche Trennung vom Fahrrad selbst und dem tiefen Schwerpunkt bleibt der Anhänger auch standfest, wenn das Rad mal umkippt. Viele Modelle bieten außerdem ratsame Überrollbügel, sowie eine seitliche Abstützung des Kindes. Zu beachten sind außerdem Fünfpunkt-Sicherheitsgurte, die auch grundsätzlich genutzt werden sollten. Beim Thema Beleuchtung gibt es große Unterschiede. So raten Experten zu zwei Frontleuchten und zwei roten Schlussleuchten, die auch nachträglich montiert werden können. Vorteilhaft ist, dass einige Anhänger zu Joggern oder Kinderwagen umgebaut werden können. Außerdem sind viele zusammenklappbar.

Fahrradfahren mit den Kleinsten

WDR 2 Quintessenz | 16.02.2017 | 03:37 Min.

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Material auf Schadstoffbelastung prüfen

Allerdings fielen einige Modelle bei Tests negativ durch eine hohe Belastung mit Schadstoffen auf. Hier sollte man sich vorab über verwendete Materialien informieren und auch vorhandene Testberichte lesen. Auch die Wetterbeständigkeit der Schutzplanen ist ein Kriterium, das man beachten sollte. Hier gibt es große Unterschiede. Genauso wie beim Preis. Die Spanne reicht von etwa 150 Euro bis etwa 700 Euro.

Mit dem Kind im Blick

Deutlich teurer sind Lastenräder. Sie sind nicht unter 1.000 Euro zu haben, neu und je nach Ausstattung kosten sie um die 2.000 Euro. Bei den Lastenrädern ist der Sitzraum an der Vorderseite des Rades befestigt. Dort sind die Kinder angeschnallt, evtl. auch wettergeschützt, haben alles im Blick und direkten Kontakt zum Fahrer. Das Lastenrad kann auch gut zum Einkaufen genutzt werden. Allerdings ist das Gefährt länger als normale Räder, deutlich schwerer und dadurch etwas behäbiger in der Handhabung. Die Sitzkabine lässt sich in der Regel nicht so einfach abbauen. Einige Modelle sind auch als E-Bikes konstruiert.

Mutter mit Kinder neben einem Fahrrad-Kindersitz

Mutter fährt mit ihrem Kind in einem Kindersitz auf dem Fahrrad

Kindersitze: eine günstige Variante

Eine günstigere Variante ist der Kindersitz. Die Preisspanne reicht von 50 bis etwa 150 Euro. Modelle für die Vorderseite des Rades sind für Kinder bis etwa 15 Kilogramm geeignet. Von hier aus hat das Kind freie Sicht nach vorn und kann gut mit dem Fahrer sprechen. Allerdings ist es hier auch den Witterungsverhältnissen komplett ausgeliefert. Etwas geschützter sitzen die Kinder in Modellen, die am Heck des Rades befestigt werden. Diese sind je nach Modell mit bis zu 25 Kilogramm belastbar. Grundsätzlich sollten die Sitze sehr stabil sein und auch großen Belastungen standhalten. Ein Doppelständer bietet dem Rad zusätzliche Standfestigkeit, damit es beim Rein- und Rausheben des Kindes nicht umkippt.

Fahrrad mit Fahrradtrailer

Nichts für die Kleinsten

Fahrradtrailer sind im Grunde Kinderfahrräder ohne Vorderrad und Gabel. Diese stützen sich am Heck des Zugfahrrades ab. Der Vorteil: die Kleinen können kräftig mitstrampeln, ohne vom Weg abzukommen. Nachteil: für Kinder unter 4 Jahren ist so etwas ungeeignet, weil sie meistens noch nicht den Halt haben. Auch raten Experten von diesen Systemen eher ab, da die Kleinen so nicht lernen können, wie man sich im Straßenverkehr verhält. Hinzu kommt, dass sie müde werden und vom Rad kippen können. Der Umbau zu einem vollwertigen Kinderfahrrad ist nicht möglich. Anders bei Zugsystemen – diese Variante verbindet ein normales Kinderrad mit dem vorausfahrenden Fahrrad und bietet die Möglichkeit, auch längere Strecken mit den Kindern zurückzulegen. Grundsätzlich gilt: mit Kindern im Gepäck fährt es sich anders als ohne. Entsprechend macht es Sinn, zunächst ohne Kinder zu üben, und dann erst die Kleinen aufsitzen zu lassen.

Stand: 16.02.2017, 00:00