Wir lassen Drachen steigen

Kinder lassen auf einer Wiese Drachen steigen

Wir lassen Drachen steigen

Von Daniel Chur

Wenn der Wind im Herbst uns jetzt immer mehr um die Ohren weht, dann wollen viele Kinder wieder raus aufs Feld und bunte Drachen in verschiedenen Formen steigen lassen.

Den Klassiker wird es wohl immer geben: Der berühmte Drachen in Rautenform mit aufgedrucktem Bussard. Die Welt der Drachen ist aber unglaublich vielfältig: Allein in der klassischen Raute, der sogenannten "Eddy-Form", gibt es Motive vom süßen Käfer über den gern genommenen Regenbogen bis hin zu Figuren aus aktuellen Trickfilm-Blockbustern.

Wir lassen Drachen steigen

WDR 2 Quintessenz | 13.09.2017 | 03:41 Min.

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Drachen in vielen Formen

Es gibt aber mehr als nur die Raute: Vor allem die oft deltaförmigen Lenkdrachen an zwei Leinen, mit denen man schöne Pirouetten fliegen kann, haben viele Freunde. Ebenso die sogenannten "Kasten-Drachen". Dabei handelt es sich um Drachen, die nicht flach sind, sondern praktisch in 3D-Form etwa die Form eines Flugzeugs oder eines Windspiels haben. Aus der Drachenszene haben sich aber auch beliebte Sportarten wie das Kite-Surfen entwickelt. Derzeit liegt vor allem im Trend, sich ähnlich wie beim Kite-Surfen auf Longboards von speziellen Drachen über Wege und Straßen ziehen zu lassen.

Verschiedene Drachen

Preis und Größe beachten

Will man aber ganz klassisch nur Drachen steigen lassen, zum Beispiel mit Kindern, muss man einiges beachten. Zunächst wäre da der Preis: Zwar bekommt man schon für wenige Euro fertige Drachen in Discountern. Für einen guten Drachen sollte man aber schon 50 bis 60 Euro ausgeben, sagt Profidrachenflieger Thomas Mehler, der mehrfach Deutscher Meister war.

Er weist auch darauf hin, dass die Drachen – gerade für Anfänger – nicht zu klein sein sollten: "Kleine Drachen sind relativ hibbelig und nervös beim Fliegen. Man sollte besser Drachen mit einer Spannweite von einem bis 1,50 Meter nehmen, damit das Ding auch satt in der Luft liegt. Dennoch sollten Erwachsene bei solchen Drachen immer eine Hand mit an der Leine haben."

Der richtige Ort

Wichtig auch die Frage: Wo lasse ich meinen Drachen fliegen? Bevor man ihn in die Luft steigen lässt, sollte man bei der Umgebung beachten, möglichst keine Bäume oder Stromleitungen in der Nähe zu haben. Vor allem aber sollten sich keine Menschen oder Tiere in der Nähe aufhalten. Ein versehentlich abstürzender Drachen kann gut mal 50 bis 60 Stundenkilometer schnell sein. Gute Orte sind gerade jetzt im Herbst die abgeernteten Felder. Vorher sollte man aber schon beim Bauern vor Ort nachfragen, ob man das Feld betreten darf. Im Ruhrgebiet sind die alten begehbaren Halden beliebt zum Drachenfliegen, am Rhein die Uferwiesen.

Selber basteln macht Spaß

Was bleibt, ist noch die Klassiker-Frage: Den Drachen lieber fertig kaufen oder selber basteln? Zumindest qualitativ spricht nichts gegen das Selberbauen. Für Bastler gibt es zum Teil sehr gute Sets mit hochwertigem Material. Genau wir beim Surfen oder Segeln auf dem Wasser wird für die Drachen in den Bastelsets oft sehr robustes Spinnaker verwendet. Und wer nicht alleine basteln mag. In vielen Städten gibt es sogenannte Drachen-Werkstätten, in denen nicht nur Drachen repariert werden, sondern in denen auch spezielle Drachen-Bastelkurse angeboten werden.

Stand: 19.09.2017, 00:00