Autokissen selbst genäht

Autokissen selbst genäht

Ferienzeit ist Reisezeit. Viele Menschen fahren mit dem eigenen Auto in den Urlaub und da hängt die gute Laune unterwegs auch von Bequemlichkeiten ab. Karin Moslener hat da eine prima Idee für ein kuscheliges Autokissen mit Handyfach zum Nachnähen.

Karin Moslener

Ein Kissen für Groß und Klein zum Schlafen oder Chillen. Bei uns gibt’s die Schritt-für-Schritt-Anleitung. Bloggerin und Hobbyschneiderin Karin Moslener zeigt wie es geht.

Anleitung: Autokissen selber nähen

In acht Schritten zum selbstgemachten Autokissen. Karin Moslener zeigt Ihnen, wie es geht.

Autokissen

Sie benötigen:
- Fleecestoff oder Samtstoff oder Breitcord - Baumwollwebware
- Füllwatte oder altes Federkissen
- passendes Nähgarn
- Stecknadeln
- Maßband oder Lineal
- Schere oder Rollschneider

Sie benötigen:
- Fleecestoff oder Samtstoff oder Breitcord - Baumwollwebware
- Füllwatte oder altes Federkissen
- passendes Nähgarn
- Stecknadeln
- Maßband oder Lineal
- Schere oder Rollschneider

Zunächst die Stoffe zuschneiden. Es werden zwei Stücke Fleece (oder Samt oder Breitcord) in der Größe 52 x 52 cm und ein Stück Baumwollwebware für eine kleine Tasche in der Größe 12 x 17 cm zugeschnitten

Die kleine Tasche nun an allen Seiten mit einem Zickzack-Stich versäubern und alle Kanten einen cm breit umbügeln. Nur die obere Kante absteppen. Danach die Tasche in einem Abstand von vier cm vom Rand entfernt auf ein Kissenteil aufnähen.

Im nächsten Schritt die beiden Fleecestoffe rechts auf rechts aufeinander stecken und an drei Seiten - wie auf dem Bild zu sehen - zusammenstecken und danach steppen. An der vierten Seite - hier auf dem Bild unten - nur in der Mitte ca. 10 cm breit zusammensteppen. Die Ecken

Die Ecken einkürzen und das Kissen wenden.

Nach dem Wenden zwei Nähte rechts und links von der Mittelnaht steppen.

Nun die beiden so entstandenen Kammern mit Watte füllen.

Im letzten Schritt die beiden Öffnungen von Hand oder mit der Nähmaschine schließen.

Das fertige Kissen sollte nun so aussehen:

Schon ist das Autokissen fertig! Jetzt nur noch ins Fahrzeug steigen, das Kissen unter den Gurt schieben und es sich als Beifahrer während der Fahrt gemütlich machen. :-)

Tipps & Tricks

Fleece

Fleece

Fleece.

Fleece besteht überwiegend aus Kunstfasern und gehört zu den Maschenwaren - das sind Textilien, bei denen die Fäden als Schlingen miteinander verwoben sind. So entsteht eine kuschelweiche, dichte Optik.  Das Material ist knitterarm, wärmeisolierend, wasserabweisend und leicht waschbar. Fleece gibt es auch als Baumwoll-Ware, das ist teurer als Polyester-Fleece. Baumwoll-Fleece ist hochwertig, hat eine glatte Innenseite und fühlt sich von außen flauschig kuschelig an.

Beim Zuschneiden von Fleece stumpft die Schneiderschere schneller ab. Der Grund: Durch den Kunststoff im Gewebe entsteht beim Schnitt mehr Reibung, wodurch die Klingen eher ihre Schärfe verlieren. Am besten verwendet man für Fleece eine Jerseynadel.

Samt

Früher gab es Samt aus Seide und gehörte damit zu den kostspieligen Stoffen. Heute wird Samt auch aus Baumwolle, Viskose und Synthetik hergestellt. Samt hat eine Strichrichtung.

Fürs Zuschneiden ist es wichtig, dass alle Schnittteile in gleicher Strichrichtung ausgeschnitten werden. Wenn Sie entlang der Webkante gegen den Strich streichen, sträuben sich die Härchen. Streichen Sie mit dem Strich, legen sich die Härchen widerstandslos.

Breitcord

Cord lässt sich unkompliziert verarbeiten und ist daher auch für Nähanfänger geeignet. Es besitzt eine Strichrichtung. Daher sollte beim Zuschnitt und beim Nähen darauf geachtet werden, dass alle Teile in die gleiche Richtung ausgelegt werden. Das Material ist sehr widerstandsfähig, reißfest und angenehm zu tragen.

Nicki

Dieser Stoff hat den Vorteil, dass er dehnbar ist. Nicki gehört zur Maschenware. Es ist ein Plüsch, dessen Schlingen aufgeschnitten sind. Auf der Vorderseite hat man die weiche samtige Oberfläche und auf der Rückseite kann man die dehnbaren Maschen erkennen.

Nadeln stecken

Stecknadeln sind unerlässlich, um zu verhindern, dass sich der Stoff während des Nähens verzieht. Die goldene Regel: Stoff vor dem Nähen vorbereiten! Erst stecken, dann nähen. Denn diese Vorbereitung erleichtert es, falsch Genähtes wieder aufzutrennen. Die Fertigstellung wird so akkurater. Stecknadeln werden im rechten Winkel und mit eher wenig Abstand in die Stoffkante hineingesteckt. Bei kleineren und kniffeligen Projekten werden die Nadeln viel enger gesteckt – auch bei Rundungen und Ecken. Bei der Verwendung von Stecknadeln mit Plastikköpfen sollte man vorsichtig bügeln, sie schmelzen nämlich. Glaskopfstecknadeln können überbügelt werden. Die Nadeln müssen beim Maschinenähen immer entfernt werden, da die Nähnadel beim darüber Nähen brechen oder sich verbiegen kann.

Immer den Kopf der Nadel so stecken, dass man sie mit der rechten Hand aus dem Stoff entfernt.

Ecken einkürzen

Damit die Ecken später schön spitz aussehen, müssen sie schräg abgeschnitten und nach dem Wenden ausgearbeitet werden. Dazu z.B. mit einem Essstäbchen oder ähnlichem durch die Wendeöffnung von der inneren Seite den Stoff vorsichtig die Ecken ausarbeiten. Keine scharfen oder spitzen Gegenstände nehmen, die den Stoff beschädigen können.

Wendeöffnung

Eine Wendeöffnung kommt zum Einsatz, wenn Objekte gefüllt oder gefüttert werden sollen. Eine ausreichend große Öffnung ist wichtig, so dass die Hand in, bzw. durch die Öffnung passt. Den Start und das Ende der Naht durch Vernähen sichern. Eventuell Nahtzugabe abschrägen.

Zaubernaht auch Leiterstich oder Matratzenstich, ist eine unsichtbare Naht. Sie wird immer dann verwendet, wenn Werkstück einige Zentimeter offen gelassen werden müssen.

Füllwatte wird auch Bastelwatte genannt. Sie besteht aus Polyester und ist waschbar bis 40° C. Statt Bastelwatte eignen sich auch Federn, zum Beispiel aus einem alten Kopfkissen. Federn sind auch waschbar.

Wenn Sie bei der Wäsche einen Tennisball zugeben, verhindert dieser, dass das Material verklumpt. Die Federn bleiben schön fluffig.

Rollschneider

Beim Zuschneiden mit dem Rollschneider spart man viel Zeit und Nerven. Außerdem gelingt der Schnitt immer exakt gerade. Auch mehrere Lagen Stoff durchtrennt er problemlos. Eine Plastikkappe schützt die scharfe Klinge.

Stand: 02.08.2017, 06:00