Schutzbrief: Wer hilft bei der Autopanne?

Schutzbrief: Wer hilft bei der Autopanne?

Von Jens Gerke

Wenn man mit dem Fahrzeug liegen bleibt, hilft nicht nur der ADAC. Doch welcher Anbieter ist der beste und für wen lohnt sich ein Schutzbrief?

Regelmäßig testen Fachzeitschriften und auch die Stiftung Warentest die verschiedenen Schutzbriefe für Fahrzeuge. Und die meisten kommen zu dem Ergebnis: Legt man vor allem Wert auf das „kostenlose“ Abschleppen und die Pannenhilfe, dann gibt es preiswertere Alternativen zum ADAC. Um bei den unterschiedlichen Anbietern den passenden Schutzbrief zu finden, sollte man vorher wissen und prüfen, welche Risiken man abdecken möchte und was man benötigt.

KFZ-Schutzbriefe

WDR 2 Quintessenz | 28.07.2016 | 03:21 Min.

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Preiswert beim KFZ-Versicherer

  • KFZ-Versicherungen: In einigen Versicherungstarifen ist der Schutzbrief bereits integriert. Bei der eigenen KFZ-Versicherung nachzufragen lohnt sich also. Ist er nicht integriert, bieten die Versicherer gegen einen Aufpreis den Schutzbrief an. Je nachdem, welchen Tarif man hat, kostet die „Pannen“-Versicherung zwischen 5 bis 40 Euro im Jahr. Vereinfacht gesagt gilt: Hat man bereits einen sehr umfangreichen Versicherungsschutz, kostet der Schutzbrief zusätzlich vergleichsweise wenig. Hat man den preiswertesten Haftpflicht-Tarif, wird der Aufpreis höher ausfallen.
  • Andere Automobilclubs: Egal ob ACE, AVC, ARCD, BAVC, KS oder VCD. Sie alle bieten ebenfalls einen Schutzbrief an – alle zu geringeren Jahresgebühren.
  • Mobilitätsversicherung der Hersteller: Bei Neu- oder Jahreswagen bieten die Hersteller eine sogenannte „Mobilitätsgarantie“ an. Dies bedeutet, dass man im Pannenfall abgeschleppt wird. Meist ist der Leihwagen während der Reparatur kostenlos. Allerdings ist die Mobilitätsgarantie oft auf die Garantiezeit des Fahrzeugs beschränkt und gilt nur, wenn man die Wartungen bei Vertragswerkstätten durchführen lässt.
ADAC Firmensitz Glasfassade mit gelben Firmenlogo

Der ADAC hat das größte Pannenhelfer-Netz in Deutschland.

Großes Pannenhelfer-Netz

Natürlich bietet der ADAC seinen Mitgliedern mehr als nur die Pannenhilfe. Mit dieser sind die Mitglieder offensichtlich auch zufrieden, glaubt man den verschiedenen Umfragen, die im Auftrag des ADAC durchgeführt werden. Einer der Vorteil des ADAC: Er hat das größte Pannenhelfer-Netz. Nach eigenen Angaben fahren rund 6.800 Autos für den Pannendienst. Allerdings nur 1.800 eigene und rund 5.000 Partner, die „im Auftrag“ unterwegs sind.

Vertrag zu Lasten Dritter

Meistens kommt die direkte Hilfe also nicht vom ADAC. Das ist beim Pannendienst für die Mitglieder in der Regel kein Nachteil. Muss man allerdings abgeschleppt werden, kann es sich im Schadensfall negativ auswirken: Denn wird das Auto dabei beschädigt, so ist der Ansprechpartner nicht der ADAC, sondern die beauftragte Abschleppfirma. Der Vertrag kommt vor Ort zwischen Autobesitzer und Abschleppunternehmen zu Stande, der ADAC ist lediglich Vermittler und bezahlt das Ganze: Das nennt man dann einen „Vertrag zu Lasten Dritter“.

Klingt vielleicht banal, ist es aber nicht. Abschleppunternehmen genießen juristisch gesehen einen recht hohen Schutz: Im Schadenfall muss man nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ belegen können, dass der Abschleppunternehmer den Schaden auch wirklich verursacht hat. Das ist in der Praxis oft teuer und langwierig. Meist kommt man ohne Gutachten und Rechtsbeistand nicht weiter.

Zollstock vor Lackschaden

Halten Sie vorhandene Schäden vor dem Abschleppen fest.

Wie schütze ich mich?

  • Machen sie vor dem Abschleppen Fotos von allen Seiten. Halten sie auch eventuelle vorhandene Beschädigungen vor dem Abschleppen fest.
  • Begutachten sie das Auto unmittelbar nach dem Abladen. Lassen sie sich Beschädigungen sofort bestätigen oder schriftlich vermerken.

Ist der Abschleppwagen erst einmal vom Hof, dürfte es um ein Vielfaches schwieriger werden, den entstandenen Schaden ersetzt zu bekommen.

Wohnmobile und Anhänger

Wohnmobile und andere Sonderfahrzeuge sind übrigens nicht immer versichert. Hier gelten die Versicherungsbedingungen in den AGB. Und selbst wenn man die Bedingungen erfüllt, kann es Schwierigkeiten geben. Hier sollte man sich im Vorfeld genau erkundigen und im Zweifel den Versicherungsschutz vom ADAC bestätigen lassen. Denn eine Pflicht zur Überprüfung, ob das Fahrzeug eines Mitglieds versichert ist, gibt es für den ADAC nicht – sein Schutz ist nicht fahrzeuggebunden, sondern das Mitglied ist versichert.

Schutzbrief: Wer hilft bei der Autopanne?

WDR 2 Quintessenz | 28.07.2016 | 03:04 Min.

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Stand: 04.04.2016, 14:17