So erkennen Sie Fake-Videos und -Fotos

Fake-Videos erkennen

Falschmeldungen im Netz

So erkennen Sie Fake-Videos und -Fotos

Von Doro Werkman

In den sozialen Netzwerken verbreiten sich Nachrichten so schnell wie nie zuvor. Zwischen vielen wichtigen Informationen kursieren allerdings auch einige Falschmeldungen, die – einmal im Umlauf – kaum wieder richtig gestellt werden können.

Gerade nach den Übergriffen in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof waren Falschmeldungen und Fake-Videos im Umlauf. Ein Beispiel: Ein Video zeigt laut Beschreibung eines Facebook-Users angeblich, wie „ein Mob aus Asylschmarozern (sic!) hilflose Mädchen bedrängt und begrapscht". Das Video wurde Zehntausende Male auf Facebook geteilt. Es ist echt, aber aus dem Zusammenhang gerissen. Denn es ist schon vier Jahre alt und wurde in Kairo aufgenommen.

Bilder und Videos werden also nicht nur gefälscht, indem sie aufwendig bearbeitet werden. Es reicht schon, die Inhalte aus dem Zusammenhang zu reißen.

5 Tipps, um Falschmeldungen zu enttarnen

  1. Der Google-Check: Bevor Sie etwas liken oder teilen, prüfen Sie die Quelle: Wo kommt die Meldung her? Ist die Person vertrauenswürdig oder geht es möglicherweise nur um politische Meinungsmache? Über die Google-News-Suche kann man herausfinden, ob auch andere Medien die Meldung aufgreifen – oder sie schon als falsch enttarnt ist. Die Seite mimikama.at recherchiert solche Fakes regelmäßig nach – dort können Sie auch selbst verdächtige Inhalte melden und überprüfen lassen.
  2. Umgekehrte Bildersuche: Die umgekehrte Bildersuche ist eine der einfachsten Methoden zur Überprüfung von gefakten Bildern – ob aus dem Zusammenhang gerissen oder aufwendig bearbeitet. Die beliebtesten Dienste sind die Google Bilder-Suche und Tineye. Einfach das verdächtige Bild ins Such-Feld kopieren via Drag and Drop, schon zeigen die Suchmaschinen, wo das fragliche Bild schon einmal aufgetaucht ist.
  3. Umgekehrte Videosuche: Mit dem YouTube DataViewer von Amnesty International kann man herausfinden, ob ein YouTube-Video schon einmal in einem anderen Zusammenhang gepostet wurde, der vielleicht gar nichts mit dem aktuellen Video zu tun hat. Einfach die URL in die Suchleiste eingeben, schon filtert das Programm die Upload-Zeit des Clips und alle dazugehörigen Thumbnails. Mit dieser Liste an Vorschau-Bildern kann man dann wiederum eine Rückwärts-Bildersuche starten.
  4. Wetterbedingungen checken! Mit Wolfram Alpha kann man Wetterbedingungen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu überprüfen. Wenn zum Beispiel ein Foto kursiert, auf dem es regnet, Wolfram Alpha für den Zeitpunkt aber Sonne angibt, sollte man vorsichtig sein.  
  5. Geo-Daten checken! Mit Google Street View, Google Earth oder Wikimapia kann man herausfinden, ob ein Video oder ein Bild tatsächlich an dem angegebenen Ort aufgenommen wurde. Dazu sucht man im fraglichen Bild nach Anhaltspunkten, denen man nachgehen kann – etwa nach dem Aussehen der Landschaft oder auffälligen Gebäuden. Also zum Beispiel: Gibt es die Kirche, die in dem Video gezeigt wird, tatsächlich? Oder wurde das Material ganz woanders gedreht?

Gerade bei Konflikten und Kriegen werden gern Kampfhandlungen aus ganz anderen Zusammenhängen gezeigt, um die Berichterstattung gezielt zu lenken. Diese Recherche ist aufwendiger, aber ein wichtiges Werkzeug, um der Wahrheit bei raffiniert gefälschten Bildern ein Stück näher zu kommen.

Stand: 26.01.2016, 09:00