Vorsicht beim Pilzesammeln

Vorsicht beim Pilzesammeln

Von Monika Härle

Endlich ist sie da, die Pilz-Sammelzeit. Bei feucht-kühlem Wetter drängen die Pilze mit ihren farbigen Hüten durchs Laub, stehen auf satt-grünen Wiesen. Pilze sind gesund, aromatisch und mineralstoffreich – ein echtes Geschenk der Natur.

Vorsicht, giftige Doppelgänger!

Weltweit gibt es rund drei bis fünf Millionen Pilzarten, doch nur ein Bruchteil davon ist essbar. Ausgerechnet diese schmackhaften Speisepilze haben gefährliche Doppelgänger, die ihnen äußerlich zum Verwechseln ähnlich sehen, aber Giftpilze sind. Bestenfalls sind sie nur ungenießbar - im schlimmsten Fall sind sie tödlich!

Speisepilze und ihre gefährlichen Doppelgänger

Achtung: Diese Bildergalerie dient nicht zur Bestimmung von Pilzen!

Schafchampignon

Schafchampignon - essbar
Der weit verbreitete Schafchampignon (auch Anis-Egerling genannt) sieht ähnlich aus wie der tödlich giftige weiße Knollenblätterpilz. Bei der Unterscheidung hilft ein Druck auf den Hut des Pilzes: Anders als der Giftpilz verfärbt sich der Hut des Schafchampignons gelblich, wenn er gedrückt wird. Die weit häufigere Verwechslung findet allerdings mit dem giftigen Karbolchampignon (Agaricus xanthodermus) statt. Dieser ist zwar nicht tödlich giftig wie der Knollenblätterpilz, verursacht aber Erbrechen und Durchfälle. Allgemein rät die deutsche Gesellschaft für Mykologie Anfängern vom Sammeln weißer Pilze ab, weil die Unterscheidung eine echte Herausforderung darstellt und Erfahrung voraussetzt.

Schafchampignon - essbar
Der weit verbreitete Schafchampignon (auch Anis-Egerling genannt) sieht ähnlich aus wie der tödlich giftige weiße Knollenblätterpilz. Bei der Unterscheidung hilft ein Druck auf den Hut des Pilzes: Anders als der Giftpilz verfärbt sich der Hut des Schafchampignons gelblich, wenn er gedrückt wird. Die weit häufigere Verwechslung findet allerdings mit dem giftigen Karbolchampignon (Agaricus xanthodermus) statt. Dieser ist zwar nicht tödlich giftig wie der Knollenblätterpilz, verursacht aber Erbrechen und Durchfälle. Allgemein rät die deutsche Gesellschaft für Mykologie Anfängern vom Sammeln weißer Pilze ab, weil die Unterscheidung eine echte Herausforderung darstellt und Erfahrung voraussetzt.

Weisser Knollenblätterpilz - giftig
Die Knolle des Blätterpilzes ist nicht nur weich -  Hauptmerkmale ist die häutige, sackartige Knolle. Eine Knollenblätterpilzvergiftung kann tödlich sein. Experten zufolge sind Knollenblätterpilze für 90 Prozent der tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich.

Perlpilz - essbar
Der Perlpilz kann leicht mit einem giftigen Doppelgänger, dem Pantherpilz, verwechselt werden. Er enthält Nervengift und ist bei übermäßigem Verzehr tödlich.

Pantherpilz - giftig
Die Pilze sehen sich zwar sehr ähnlich, lassen sich aber beim Anschneiden unterschieden: der essbare Perlpilz verfärbt sich an den Schnittstellen rosa – der giftige Pantherpilz nicht. Ein weiteres Kennzeichen des Perlpilzes ist die geriefte Manschette am Stiel - die hat der Pantherpilz nicht.

Steinpilz - essbar
Häufig wird der Steinpilz mit seinem ungenießbaren Bruder verwechselt, dem Gallenröhrling. Beide haben keine Lamellen unter dem Hut, sondern feine Röhren, die aussehen wie ein Schwamm. Beim Gallenröhrling und Steinpilz sehen die Röhren jung gleich aus, im Alter beim Steinpilz grün, beim Gallenröhrling rosa.

Gallenröhrling - giftig
Beim Gallenröhrling ist der Schwamm rosa, beim Steinpilz ist er weißlich oder cremefarben. Der Gallenröhrling ist nicht tödlich, sondern verursacht „nur“ heftige Magen-Darmbeschwerden.

Der "echte" Pfifferling - essbar
Leicht zu verwechseln sind auch der "falsche" Pfifferling und der "echte" Pfifferling. Der falsche Pfifferling ist zwar nicht tödlich giftig, aber dennoch ungenießbar und kann Magen-Darmbeschwerden verursachen. Durch Anschneiden und Überprüfen der Lamellen lassen sich die Pilze leicht unterscheiden.

Der "falsche" Pfifferling - giftig
Der "echte" Pfifferling hat in der Regel weißes Fleisch mit einem gelblich-orangefarbenen Rand, der „falsche“ Pfifferling ist immer durchgehend orange UND hat Lamellen. Beim "echten" Pfifferling ziehen sich dagegen Leisten (nicht zu verwechseln mit Lamellen) vom oberen Stiel bis zum Hutrand.

Tipps für sicheres Pilzsammeln

  1. Nur Pilze sammeln, die man sicher anhand von mehreren Merkmalen identifiziert hat oder die man sicher kennt.
  2. Zur eigenen Sicherheit ein gutes Pilzbestimmungsbuch mit „in die Pilze“ nehmen.
  3. Wer trotzdem unsicher bleibt, sollte den Pilz lieber stehen lassen. Pilz-Apps auf Smartphones werden von Experten nicht empfohlen.
  4. Im Zweifel einen Experten zu Rate ziehen! Auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Mykologie finden Sie für jede Region Deutschlands Pilzsachverständige, die mit Rat und Tat zur Seite stehen und die Pilze sicher bestimmen können.
  5. Pilze gehören in einen Korb und nicht in eine Plastiktüte oder in andere Plastikbehältnisse - darin verderben sie zu schnell.
  6. Pilze müssen frisch, am besten am selben Tag verarbeitet werden.
  7. Pilze nie roh verzehren, sondern gut erhitzen! Traurige Tatsache ist: Sehr häufig führen zu alte oder verdorbene Speisepilze zu einer Pilzvergiftung.
  8. Jede Pilzvergiftung ist ein Notfall, so die Experten! Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung muss sofort gehandelt werden - auf keinen Fall mit Hausmitteln experimentieren! Umgehend den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 alarmieren und den Verdacht einer Pilzvergiftung äußern. Jede Minute zählt. Auch jetzt wieder den Pilzberater dazu holen, denn die können eine Giftpilz anhand von Pilzresten identifizieren. Das ist enorm wichtig: Jeder Giftpilz enthält ein individuelles Gift, auf das individuell reagiert und behandelt werden muss.
  9. Wer sich zum Pilzsammeln aufmacht, sollte sich vorher die Speisepilze und ihre giftigen Doppelgänger einprägen.

Pilze und Natur gut behandeln!

Gehen Sie sorgfältig mit der Natur um und zertrampeln Sie nicht unnötig Stellen, wo Pilze wachsen. Drehen Sie den Pilz vorsichtig heraus oder schneiden Sie ihn dicht über dem Boden ab. Pilze niemals herausreißen, sonst wird das unterirdisch wachsende Pilzgeflecht, das Myzel, geschädigt und in den kommenden Jahren wachsen an dieser Stelle dann vielleicht keine Pilze mehr.

Stand: 27.09.2017, 11:23