Pflaumen und Zwetschgen – die Lieblinge im Spätsommer

Pflaumen und Zwetschgen – die Lieblinge im Spätsommer

Von Ina Schütz

Die beliebten Steinfrüchte sind nicht nur pur ein wahrer Genuss, sondern auch in Form von sündhaften Kuchen und Desserts. Die kleinen Powerfrüchte sind eine Wohltat für die Gesundheit.

In der Erntezeit ist Handarbeit gefragt

Im August und September ist die Ernte von Pflaumen und Zwetschgen im vollen Gange. Generell ist der bei der Ernte von Pflaumen und Zwetschgen Handarbeit gefragt, denn die Früchte sind sehr druckempfindlich. Außerdem ist es nur mit der Hand möglich, die Reifegrade des Steinobsts zu bestimmen. Wenn die Früchte, die am Baum hängen, noch hart sind, dann sind sie noch unreif. Wenn sie bei Druck leicht nachgeben, sind sie erntereif. Früchte, die von alleine auf den Boden fallen, sind meist überreif und nicht mehr für den Verkauf geeignet. Beschädigte Früchte sind anfällig für Pilzbefall und können ebenfalls nicht mehr verkauft und verzehrt werden.

Pflaumen und Zwetschgen – gleich, aber nicht identisch

Es gibt über 2000 Pflaumensorten. Dazu gehört auch die Zwetschge. Sie ist kleiner und oval bis länglich. Außerdem weist sie meist eine dunklere Farbe auf als die klassischen Pflaumen. Die sind größer und rundlich.

Geschmacklich unterscheiden sich die beiden Früchte vor allem in ihrem Wassergehalt. Die Zwetschgen enthalten deutlich mehr Wasser als Pflaumen. Damit sind sie auch besser zum Backen geeignet.

Das feste Fruchtfleisch der Zwetschgen hat aber noch einen weiteren Vorteil: Die Kerne lassen sich leichter entfernen. Bei den saftigen Pflaumen klappt das nicht ganz so einfach. Damit es bei ihnen einfacher geht, sollte man die Kerne zunächst mit der Messerspitze leicht einschneiden. Wer größere Mengen entsteinen möchte, kann auch zu einem speziellen Pflaumenentkerner greifen.

Powerfrüchte für den Stoffwechsel

Pflaumen und Zwetschen punkten nicht mit einzelnen Spitzenwerten von Vitaminen und Mineralstoffen, sind aber als Gesamtpaket sehr gesund. Dafür enthalten die Früchte aber die löslichen Ballaststoffe Pektine und Zellulose. Die Ballaststoffe helfen bei Verstopfungen. Wenn man jedoch zu viele von ihnen verzehrt, können die Früchte auch abführend wirken.

Der weiße Film – die natürliche Schutz der Frucht

Pflaumen und vor allem Zwetschgen erkennt man an dem weißen Film auf ihren Schalen. Der sogenannte Duftfilm ist ein natürlicher Schutz der Frucht, der hilft, Schädlinge fernzuhalten und die Frucht vor Austrocknung zu schützen. Deshalb ist es auch besser, die Früchte erst kurz vor dem Verzehr oder der Zubereitung zu waschen. Wer die Früchte lagern will, sollte die Schutzschicht nicht entfernen.

Getrocknete Pflaumen – Kalorienbomben und Energiespender

Beliebt sind Pflaumen auch als Trockenobst. Durch das Trocknen sind die Nährstoffe konzentrierter vorhanden. Das sorgt für reichlich Energie. Aufgrund ihrer Nährstoffe sind sie die ideale Alternative zu Schokolade, Chips und Co. Dennoch sollte man sich auf eine Handvoll beschränken, denn im Gegensatz zum Wasser verschwindet der Zuckergehalt nicht. 100 Gramm bringen es auf rund 240 Kalorien. Das ist fünfmal so viel wie die gleiche Menge an frischen Pflaumen, die bringen es nur auf ungefähr 46 Kalorien.

Wer möchte, kann getrocknete Pflaumen nutzen, um sich selber einen kleinen Powersnack zu zaubern: Haferflocken, Nüsse, Trockenpflaumen und einen geraspelten Apfel mit Honig vermengen. Die Masse auf ein Backblech verteilen und bei 150 Grad für circa 30 Minuten backen. Die Masse kurz abkühlen lassen und noch warm in Riegel schneiden. Fertig ist der perfekte Müsliriegel!

Mirabellen und Renekloden – die gelben und grünen Pflaumen

Die gelbe Mirabelle hat einen besonders hohen Zuckergehalt und schmeckt süß-säuerlich, weshalb aus ihr traditionell köstlicher Schnaps oder Likör gemacht wird.

Die Schale der grünen Reneklode ist etwas derber, das Fruchtfleisch sehr weich und saftig. Sie zeichnet sich durch einen hohen Eisengehalt aus.

Rezept: Pasta mit Zwetschen und Pflaumen

Pasta mit Zwetschgen und Pflaumen

Pflaumen und Zwetschgen sind äußerst vielseitig und schmecken nicht nur als Dessert oder im Kuchen. Herzhaften Gerichten geben sie einen fruchtigen Kick. Dieses leckere süß-säuerliche Nudelgericht lässt sich schnell und einfach zubereiten.

Zutaten:

  • 1 Apfel
  • 1 Pflaume
  • 1 Zwetschge
  • 400 g Pasta
  • 2 Scheiben Bacon
  • 1 Schuss Weißwein
  • Knoblauch
  • Schnittlauch
  • Salz, Pfeffer
  • Zucker

Zubereitung:

  • Apfel, Zwetschge und Pflaume entkernen und in dünne Scheiben schneiden.
  • Die Obstscheiben in Zucker leicht karamellisieren, mit etwas Weißwein ablöschen und für ca. 5 Minuten garen: Wer mag Bacon anbraten und mit Nudeln und dem Obst zusammen mischen.
  • Wer es noch herzhafter mag, kann das Gericht mit Knoblauch, Schnittlauch und Gewürzen verfeinern.

Stand: 05.09.2017, 18:15