NRW-Spezialitäten unter EU-Schutz

NRW-Spezialitäten unter EU-Schutz

Regionale Spezialitäten und dennoch weltberühmt sind Parmensankäse oder Lübecker Marzipan - und stehen deshalb unter EU-Schutz. Aber auch in NRW gibt es traditionelle Köstlichkeiten, die die EU als schützenswürdig deklariert.

Aachener Printen werden mit Schokolade überzogen

"Knusprig-harte oder auch saftig-weiche braune Lebkuchen" mit Krümeln von braunem Kandiszucker, aromatisiert mit einer "für den Aachener Herkunftsbereich typische Würzung": So ist die Aachener Printe im EU-Register für schützenswerte regionale Spezialitäten beschrieben. Als Pilgerbrot soll sie schon den Völkerscharen gedient haben, die im Mittelalter nach Aachen kamen, um die dortigen Heiligtümer zu besuchen: "Die Massenansammlungen stellten die Stadt vor die Aufgabe, die Ernährung zu sichern", stellt die EU-Kommission fest. "Aus diesem Grunde sollen die Aachener Bäcker ein Gebäck ersonnen haben, um den Pilgern eine ebenso schmackhafte wie nahrhafte und dauerhafte Speise mit auf den Weg zugeben."

"Knusprig-harte oder auch saftig-weiche braune Lebkuchen" mit Krümeln von braunem Kandiszucker, aromatisiert mit einer "für den Aachener Herkunftsbereich typische Würzung": So ist die Aachener Printe im EU-Register für schützenswerte regionale Spezialitäten beschrieben. Als Pilgerbrot soll sie schon den Völkerscharen gedient haben, die im Mittelalter nach Aachen kamen, um die dortigen Heiligtümer zu besuchen: "Die Massenansammlungen stellten die Stadt vor die Aufgabe, die Ernährung zu sichern", stellt die EU-Kommission fest. "Aus diesem Grunde sollen die Aachener Bäcker ein Gebäck ersonnen haben, um den Pilgern eine ebenso schmackhafte wie nahrhafte und dauerhafte Speise mit auf den Weg zugeben."

Lediglich aus eingekochten Zuckerrüben besteht das Rheinische Rübenkraut. Es wird "seit Jahrhunderten" im Rheinland hergestellt, direkt dort, wo die Rüben auch gewachsen sind. In den Jahrbüchern der Handelskammer Köln sei um 1870 zu lesen, dass damals jährlich 6.000 bis 10.000 Zentner Rübenkraut produziert wurden. Es diente schon damals als nahrhafter Brotaufstrich, ist gehört aber bis als wichtiger Bestandteil zu typisch rheinischen Rezepten - wie für den Rheinischen Sauerbraten oder die Aachener Printe. Rübenkraut enthält hohe Anteile an Mineralien, vor allem Eisen, Magensium, Kalium und Folsäure. Auch das verwandte Rheinische Apfelkraut steht unter EU-Schutz.

Die Flönz gilt als Blutwurst nach alter Handwerkstradition. Ihre Heimat ist laut EU-Register das Gebiet der Stadt Köln und die umliegenden Städte bis Düsseldorf. Die Wurstmasse sei "von rotbrauner Farbe, unterbrochen vom Weiß der Speckstücke". Und auch das ist bei der EU vermerkt: Die Flönz sei ein "wichtiger Bestandteil des im gesamten Herstellungsgebiet besonders intensiv gefeierten Karnevals".

Jede Spezialität ist bei der Europäischen Kommission in ein Register eingetragen - mit Beschreibung, Herkunft und Begründung, warum das jeweilige Produkt so schützenswert ist. So ist dort zur Kölschen Blutwurst "Flönz" neben genauer Beschaffenheit und Dicke auch vermerkt, dass die Flönz Hauptzutat ist "etwa der traditionellen, auf jeder Brauhausspeisekarte in Köln zu findenden Gerichte 'Kölsch Kaviar', der kein Kaviar ist, sondern 'Flönz' mit Zwiebelringen".

Den Kölner wird's nicht wundern: Auch das Kölsch steht unter EU-Schutz. Die Ausübung der Braukunst in Köln gehe auf das 9. Jahrhundert zurück, heißt es im EU-Protokoll. Die erste authentische Nachricht über das Bierbrauen in Köln und Umgebung entstamme einer Stiftungsurkunde aus dem Kloster Gerresheim. Im Bericht wird das besondere Herstellungsverfahren dieses obergärigen Bieres detailliert beschrieben. Die Verbreitung des Kölsch wird auf das Stadtgebiet von Köln und die Orte Bedburg, Bonn, Brühl, Dormagen, Frechen, Leverkusen, Monheim und Wiehl definiert.

Der Walbecker Spargel sei "einzigartig aufgrund seiner Feinfaserigkeit, dem leicht nussigen und intensiven Spargelgeschmack und der Zartheit der Spargelstangen", schreibt die EU-Kommission. Das Anbaugebiet für den Walbecker Spargel erstreckt sich entlang der deutsch-niederländischen Grenze. Die Böden und die Klimabedingungen der niederrheinischen Tiefebene seien "speziell für Spargelanbau ideal". Das "über mehrere Generationen aufgebaute Know-how der Produzenten" sorge außerdem für die "besondere Qualität". Auch der Bornheimer Spargel steht unter EU-Schutz.

Als "schwarzes oder sehr dunkles Vollkornbrot aus Roggenschrot ohne Kruste" mit "sehr typischem herb-süßem Geschmack" ist das Westfälische Pumpernickel eingetragen. Herkunftsregion: Das "Gebiet des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe ohne den Kreis Lippe". Das für Westfalen typische, von der Nordsee geprägte Klima mit relativ vielen Regentagen habe hier dafür gesorgt, dass seit Jahrhunderten der Roggenanbau besonders verbreitet ist. Da Roggen andere Backeigenschaften als Weizen hat, entstand eine spezielle Herstellungsmethode für das "schwarze Brot der Westfalen": Mindestens 16 Stunden lang wird der Roggenteig gebacken, wodurch die im Korn enthaltene Stärke karamellisiert. Ergebnis ist ein leicht süßlich schmeckendes, fast klebriges Vollkornbrot, das so nirgendwo anders zu finden ist.

Passend zum Pumpernickel wird in Westfalen gerne der ebenfalls geschützte Westfälische Knochenschinken gegessen. Im Geschmack "herzhaft aber mild, ggf. mit mildem Rauchgeschmack", dunkelrosa bis dunkelrot in der Farbe.

Auch vier Spirituosen aus NRW gehören zu den EU-geschützten Spezialitäten: Münsterländer Korn, Sendenhorster Korn, Rheinberger Kräuter und Steinhäger.

Insgesamt 15 regionale Lebensmittel aus NRW sind im EU-Register der schützenswerten Spezialitäten verzeichnet. Neben den bereits genannten gehören auch die Aachener Weihnachtsleberwurst und Aachener Puttes dazu, außerdem der Nieheimer Käse, Düsseldorfer Mostert, Dortmunder Bier und die Stromberger Pflaume. EU-weit gibt es mehr als 1.000 solcher Produkte, darunter beispielsweise Parmesankäse, Parmaschinken oder auch Lübecker Marzipan.

Stand: 06.10.2017, 14:00 Uhr