Gewöhnungsbedürftig - Weihnachtsschmaus in Norwegen

Gewöhnungsbedürftig - Weihnachtsschmaus in Norwegen

Alle norwegischen Weihnachtsgerichte haben eines gemeinsam: Sie sind auf eine kleine, feine Art gruselig - für Nicht-Wikinger, die bekanntlich verweichlicht sind. Nachher, nur soviel ist klar, braucht man dringend einen Schnaps.

Fisch hängt zum Trocknen über einem Balken, am Pier einer kleine Anlegestelle

Fangen wir mit dem Norden des Landes an, der Heimat des Stockfischs. Der wird im rauen norwegischen Klima an der Luft getrocknet, bis er bretthart ist oder sprichwörtlich "stock"steif.

Fangen wir mit dem Norden des Landes an, der Heimat des Stockfischs. Der wird im rauen norwegischen Klima an der Luft getrocknet, bis er bretthart ist oder sprichwörtlich "stock"steif.

Mit Panorama von Berg und Fjord ergibt sich noch eine bezauberndes Bild der an langen Stangen trocknenden Fische.

Das ändert sich, geht man näher ran ... In der Form muss der Fisch zuerst in Lauge eingelegt werden, damit er wieder weich wird.

Dabei ist der Fisch so beliebt, dass man ihn sogar bis in die USA exportiert - für Exilnorweger.

In der Lauge bleibt er solange, bis er aufgequollen ist, und gelblich und wie Milchglas schimmert. So kommt er dann auf den Tisch. Dazu reicht man "Ertestuing", also giftgrünes Erbspüree, von dem gemutmaßt wird, dass es das einzige am Lutefisk-Mahl sei, das man einigermaßen heil übersteht.

"Svineribbe" ist die nächste Spezialität. Die Schweinerippe darf für die Norweger gerne eine fette Schwarte haben.

Zum fetttriefenden Fleisch wird dann noch eine besonders fettige Wurst ("Vossokorv") gereicht. Als wenn das noch keine Herausforderung wäre, gibt es als Beilage Steckrübenmatsch und eigentümlich fahle Kartoffeln.

Im westen Norwegens kennt man "Pinnekjött", zu deutsch: Stöckchenfleisch. Zum Jul, dem Weihnachtsfest, holt man sich einen Teil der Rückenrippen eines Schafs.

Die wurden vorher gepökelt und geräuchert. Deshalb müssen sie vor der Zubereitung intensiv gewässert werden.

Danach brauchen sie ganz bestimmt einen starken Schnaps. Die Norweger bevorzugen Aquavit. Besser sie trinken mehr als einen - als Verdauungshilfe. Skål!

Stand: 20.12.2016, 16:12 Uhr