Nahrungsmittel-Info-Apps im WDR5-Verbrauchertest

Ein Mann hält sein Hände vor einer Box mit Beeren

Nahrungsmittel-Info-Apps im WDR5-Verbrauchertest

Von Eva Wolk

Oft erscheinen die Zutatenlisten auf den Verpackungen wie verschlüsselte Botschaften. Hilfe versprechen unzählige Apps. Wir haben ein paar Konsumenten gebeten, drei davon auszuprobieren: "E-Nummern", "Codecheck" und "Nährwerte".

E-Nummern Zusatzstoffe

Johanna: E-Nummern geben an, was für Zusatzstoffe in Lebensmitteln, die man kauft, verwendet werden. Meistens steht auf den Lebensmitteln nur so `ne Abkürzung: "E" und irgendeine Nummer. Und diese App zeigt dann die ganzen Abkürzungen. Dann kann man die suchen, die man braucht, und da drauf klicken, und dann wird einem beschrieben, was das ist und ob das irgendwie schädlich ist oder nicht. Das einzige Problem ist halt, dass man für die App Internet braucht.

Inga: Also Stevia zum Beispiel hat die Nummer E-260, und das ist einfach ein Süßstoff. Von der EU wird empfohlen, dass man pro Kilogramm Körpergewicht nur vier Milligramm pro Tag zu sich nehmen darf. Und das ist dann, wenn man ungefähr 60 Kilo wiegt, auch nur ein halber Schokoriegel, wenn der mit Stevia gesüßt ist.

Helga: Es standen schon Informationen dabei, die ich so nicht erwartet hätte – dass zum Beispiel E-Nummern zugelassen sind, die Asthma hervorrufen können. Und das finde ich schon sehr bedenklich, dass man das reintun darf in Lebensmittel, und dass es auf den Lebensmitteln selber nicht draufsteht.

"E-Nummern Zusatzstoffe"
kostenlose App für Android
Hersteller: Aynari Software

Codecheck

Sascha: Also mit Codecheck kann man zum Beispiel beim Einkaufen den Barcode oder QR-Code eines Produkts scannen im Supermarkt und sich über den Nährwert informieren.

Helga: Da sind auch so Zusatzinfos "mit" oder "ohne Gentechnik hergestellt" und das Herkunftsland...

Sascha: ...oder ob das Produkt irgendwelche gefährlichen Inhaltsstoffe hat oder unbedenklich ist...

Helga: ...und dann kommt noch `ne Nährwertampel mit allen Inhalten pro 100 Gramm, und was sie auch noch haben, ist `ne Preisvergleichsliste.

Silvio: Ich war neugierig, ob Cola zum Beispiel gefährlich ist. Durch diese App habe ich erfahren, dass das Problem bei Cola nicht nur Zucker ist, sondern auch bestimmte Zusatzstoffe.

Sascha: Man kann am Anfang, wenn man die App runterlädt, persönliche Angaben einstellen: Bin ich Veganer oder bin ich lactoseintolerant...

Helga: Ich hab´ "lactoseintolerant" eingegeben, und dann hab´ ich die Milch aus dem Kühlschrank gescannt. Dann sagt mir die App sowas wie: "Achtung, Lactose, diese Milch darfst du nicht trinken". Und es werden dann alternative Produkte angeboten.

Silvio: Diese App empfiehlt auch, wo man gesunde Produkte kaufen kann. Es gibt zwei, drei Namen, die sehr oft vorkommen.

Sascha: Mit Codecheck kann man nicht nur Lebensmittel scannen, sondern auch Kosmetik, Putzmittel, Baby- & Kind-Produkte, Haushaltsgeräte... Ein Nachteil der App: Es wird `ne Internetverbindung vorausgesetzt. Natürlich ist die meistens vorhanden, aber halt nicht in dem kleinen Supermarkt, wo ich einkaufe.

"Codecheck"
kostenlose App für Android und iOS

Nährwerte

Sabrina: Also das ist eine App, wo mehrere Produkte aufgelistet werden...

Helga: Wenn man die App aufmacht, gibt´s bestimmte Bereiche: Gemüse, Kräuter, Gewürze, Obst, Getreide, Fette, Öle, industriell produzierte Nahrungsmittel, Getränke... Und dann gibt´s grundsätzlich eine Reihe von ca. 60 Inhaltsstoffen. Und bei jedem Produkt ist angegeben, ob dieser Stoff drin ist, oder es steht hinten eine Null.

Sabrina: Man kann auch persönliche Daten eingeben wie zum Beispiel das Gewicht, die Körpergröße, das Alter, das Geschlecht, wie oft man Sport macht...

Helga: ...und dann wird jeweils bei dem Produkt, was ich anklicke, angezeigt, wie viel Kalorien hundert Gramm enthalten und wie viel das an meinem Tagesbedarf an Kalorien ausmacht. Und da habe ich jetzt einfach mal nach einem Vanilleshake einer großen Fastfood-Kette gesucht: Wunderbar, der hat ja nur 168 Kalorien!

Sabrina: Aber diese App sagt nicht, wie viele Kalorien eine ganze Portion hat, sondern nur hundert Gramm.

Helga: Ach so! Ein Vanilleshake hat bestimmt 300 Gramm. 170 mal drei, dann sind wir schon bei über 400. Das ist ja schon ein Viertel meines täglichen Kalorienbedarfs!

"Nährwerte"
kostenlose App für Android
Hersteller: Tiny Dinosaur Dev

Service Ernährung ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Leonardo und ist dort freitags zwischen 15.05 Uhr und 17.00 Uhr zu hören.

Stand: 11.11.2016, 11:20