Margarine - wirklich die gesündere Alternative?

Margarine - wirklich die gesündere Alternative?

Viele Menschen halten Margarine für gesünder als Butter - vor allem, weil ihre pflanzlichen Fette praktisch cholesterinfrei sind. Im Test erweisen sich allerdings nicht alle Marken als empfehlenswert.

Wer auf cholesterinarme Ernährung achten muss oder abnehmen möchte, greift meistens zur Margarine anstatt zur Butter. Margarine wird aus pflanzlichen Ölen hergestellt und ist damit cholesterinfrei. Ein weiteres Plus: Sie ist auch gekühlt weicher als Butter und so immer angenehm streichfähig.

Positive Ergebnisse für viele Discounter-Margarinen

Aber wie gesund ist diese Alternative zur Butter wirklich? Die Stiftung Warentest hat 19 der meistgekauftesten Marken mit hohem Fettgehalt unter die Lupe genommen. Knapp die Hälfte davon schnitten mit "gut" ab - darunter preiswerte Discounter-Margarinen wie die von Netto oder Rewe, aber auch die Marke "Deli-Reform". Hier fanden die Tester keine nennenswerte Schadstoffbelastung und eine vergleichsweise gute Zusammensetzung.

Gute Fette, schlechte Fette

Jemand verstreicht Butter auf einem Vollkornbrot

Lieber Butter oder Margarine?

Entscheidend dafür, ob eine Margarine wirklich die gesunde Alternative zur Butter sein kann, ist der Anteil an ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren - auch bekannt unter der Bezeichnung Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Mediziner schreiben ihnen eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System zu. Sie sollen den Blutfluss regulieren und auch gegen Entzündungen im Körper wirken.

Im Gegensatz dazu stehen die weniger wertvollen gesättigten und einfach ungesättigten Fettsäuren. Während Raps-, Sonnenblumen- oder Leinöl einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren liefern, enthalten Palm- und Kokosfett viele gesättigte Fettsäuren.

Zusammensetzung entscheidet über Qualität

Für die Herstellung von Margarine werden feste und flüssige Pflanzenfette kombiniert: Sehr häufig besteht die feste Basis aus Palm- oder Kokosfett, während der flüssige Anteil aus Rapsöl, Sonnenblumenöl oder manchmal auch aus dem hochwertigen Leinöl besteht.

Die günstigste Fettsäurezusammensetzung fanden die Tester bei der Marke "Becel Gold". Eher negativ fiel die Bilanz bei den Sorten "Sana", "Sonja" und bei den Bio-Margarinen von "Landkrone" und "Rapunzel" aus.

Gycidyl-Ester: Hoher Gehalt wäre vermeidbar

Inhaltsliste auf einer Margarinepackung

Zutatenliste nennt oft "natürliche Aromen"

Bei allen Margarineprodukten fanden die Tester außerdem gesundheitsschädigende Gycidyl-Estern. Diese Stoffe entstehen bei der Fettraffination und stehen im Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu wirken. Zwar lässt sich ihre Entstehung bei der Margarine-Herstellung noch nicht ganz vermeiden, zumindest aber verringern.

Bedenklich hohe Konzentrationen stellten die Tester bei den Marken "Sana“ und "Eden" fest. Schlusslicht im Testergebnis - bewertet mit mangelhaft - wurde dabei die Marke "Sonja". Der Ost-Klassiker wies den höchsten Gehalt an Glycidyl-Estern auf.

Butter-Aroma kann künstlich sein

Weil viele Margarine-Esser dennoch den typischen Geschmack von "guter Butter" nicht missen wollen, setzen die Margarinehersteller ihren Produkten oft Aromastoffe zu, die den Buttergeschmack nachahmen sollen. "Mit feinem Buttergeschmack" steht dann beispielsweise auf der Packung. Die Tester fanden heraus: Zwar steht auf den Verpackungen unter Inhaltsangaben oft "natürliche Aromen" - nicht selten verbergen sich dahinter aber künstliche Stoffe.

Gutes Fett, schlechtes Fett

Fett liefert Energie, hilft dem Körper beim Verarbeiten von Vitaminen, hat aber ein schlechtes Image. Finden Sie im Suchspiel identische Pärchen und erfahren Sie etwas über gutes und schlechtes Fett.

Butter

Gutes Fett, schlechtes Fett

Gutes Fett, schlechtes Fett

Böses Fett: In Wurst und Fleisch sind vor allem gesättigte Fettsäuren enthalten. Grundsätzlich ist das nicht schlimm, denn Fett ist wichtig als Energielieferant, Energiespeicher und für die Verarbeitung der Vitamine A, D, E und K wichtig.

Böses Fett: Gesättigte Fettsäuren finden sich auch im Käse und anderen Milchprodukten. Wenn die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren zu hoch ist, kann der so genannte LDL-Cholesterinspiegel ansteigen. Die Folge: Ein erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Böses Fett: Die "Transfette" entstehen vor allem bei der industriellen Verarbeitung und sind auf Packungen in der Regel als "gehärtete Fette" angegeben. Sie befinden sich zum Beispiel in Pommes Frites oder Chips. Wie gesättigte Fettsäuren sorgen Transfette für einen erhöhten LDL-Cholesterinspiegel und sollten maximal ein Prozent der Fettaufnahme ausmachen.

Gutes Fett: Pflanzenöle wie Oliven- oder Sonnenblumenöl liefern ungesättigte Fettsäuren. Ihr Vorteil ist, dass sie eine leichter zu verdauen sind und eine günstige Wirkung auf den Cholesterinspiegel hat.

Gutes Fett: Ungesättigte Fettsäuren kann man auch über Obst wie zum Beispiel Avocados zu sich nehmen.

Gutes Fett: Nüsse haben einen hohen Fettanteil - und zwar dank ihrer ungesättigten Fettsäuren. Als Snack sind sie also wesentlich empfehlenswerter als Kartoffelchips.

Gutes Fett: Der menschliche Körper kann keine mehrfach ungesättigten Fettsäuren selbst bilden und muss sie deshalb mit der Nahrung zu sich nehmen. Enthalten sind diese Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in Seefisch wie Lachs, Hering und Makrele. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu essen.

Gutes Fett: Ein guter Lieferant für Omega-3-Fettsäuren sind auch bestimmte Pflanzenöle - und zwar in erster Linie Leinöl und Rapsöl. Vor allem das Rapsöl eignet sich als Alltagsöl in der Küche.

Stand: 28.08.2017, 11:26