Steirisches Kürbiskernöl im Test

Steirisches Kürbiskernöl im Test

Von Patricia Metz

• Kürbiskernöl hat sich zum Trendprodukt entwickelt
• Die meisten Öle sind original steirisch
• Test: Belastungen mit Umweltgiften

Trendprodukt Kürbiskernöl

Während Kürbiskernöl hierzulande noch vor wenigen Jahren nahezu unbekannt war, entwickelt sich das "grüne Gold der Steiermark" auch bei uns inzwischen zum Trendprodukt. Vor allem an Salaten, in Suppen und zu Süßspeisen ist das grün-rot changierende Öl mit der nussigen Note nicht nur bei Gourmets eine beliebte Speisezutat.

Aufgrund seines hohen Anteils an sekundären Pflanzenstoffen, Linolsäure und Vitaminen gilt Kürbiskernöl als besonders gesund. Positive Effekte auf den Cholesterinspiegel, die Prostata und gegen Haarausfall werden ihm nachgesagt. Zwei koreanische Doppelblindstudien aus 2009 und 2014 liefern Belege für diese Effekte auf Prostata und Haarwuchs.

Regionales Traditionsprodukt Steirisches Kernöl

Steirische Kernöle tragen das blau-gelbe EU-Siegel für geschützte geografische Angaben (g.g.A.). Normalerweise heißt das, dass nur ein Produktionsschritt im bezeichneten Gebiet (Steiermark) erfolgt sein muss.

Um die Qualität ihres regionalen Traditionsprodukts zu schützen, haben steirische Kürbisbauern besonders strenge Regeln im EU-Recht verankern lassen: Anbau und Verarbeitung müssen in der Steiermark, in Niederösterreich oder im Burgenland nach original Steirischer Machart erfolgt sein. Durch eine grün-weiße Banderole mit einer fortlaufenden Flaschenkontrollnummer möchten die Hersteller noch mehr Produkttransparenz erzeugen.

Der Stichprobentest

Aufgrund verschiedener Meldungen aus den Vorjahren wollte die Servicezeit herausfinden, ob Steirische Kürbiskernöle aus deutschen Supermärkten tatsächlich original steirischer Herkunft sind und ob sie Pestizide und Umweltchemikalien über den zulässigen Höchstmengen enthalten. Sechs Öle wurden daher im Rahmen unserer Stichprobe untersucht.

Kürbiskernöl

Herkunftsbeleg durch Elementspuren-Fingerprint

An der Montanuniversität Leoben in Österreich (Steiermark) wurde eine praxistaugliche Methode zur Herkunftsbestimmung von Kürbiskernölen entwickelt. Durch den Nachweis von Elementspuren-Fingerprints können die untersuchten Öle mit Ölen bekannter Herkunft abgeglichen und geografischen Gebieten zugeordnet werden.

Fünf von den untersuchten sechs Ölen konnten zweifelsfrei als original steirisch identifiziert werden. Bei der sechsten Probe war die Zuordnung nicht möglich. Anhand der Chargennummer ließ sich aber nachträglich nachvollziehen, dass die verwendeten Kürbiskerne aus Randgebieten des Burgenlands und Niederösterreichs stammten. Auch dieses Öl darf laut EU-Gesetz die Bezeichnung Steirisches Kürbiskernöl tragen.

Nachweis von Umweltgiftspuren in allen Ölen

In allen sechs Ölen wurden Spuren des Umweltgifts Hexachlorbenzol (HCB) nachgewiesen. HCB ist ein besonders toxischer, langlebiger Schadstoff und steht im Verdacht krebserregend, fruchtschädigend und hormonaktiv zu sein. Bereits 1981 wurde HCB zunächst innerhalb der EU, 2001 dann weltweit verboten, das Verbot trat aber erst 2004 in Kraft. Rückstände des Stoffes finden sich in vielen Äckern überall auf der Welt.

Kürbiskerne nehmen HCB aufgrund ihres hohen Fettanteils in besonderem Maße auf. Um die Verkehrsfähigkeit von Kürbiskernen weiterhin zu gewährleisten, wurde der zulässige Höchstgehalt für Kürbiskerne innerhalb der EU von 0,02 mg/kg auf 0,05 mg/kg angehoben.

Im Rahmen eines Qualitätssicherungsprogramms der Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. werden regelmäßig Rückstandskontrollen durchgeführt. Steirische Kürbisbauern sind angehalten, die gesetzlichen Höchstgehalte für HCB deutlich zu unterschreiten, indem sie nur solche Äcker bepflanzen, die für den Kürbisanbau unproblematisch sind.

Stand: 10.10.2017, 14:52